Foto: (c) Ina Fasching
Liebe Leserin, lieber Leser.
Ostern steht vor der Tür. Das Blühen und Wachsen in der Natur,
die Dankbarkeit für unser Leben tröstet auch über die vielen
erschütternden Nachrichten dieser Tage.
Die vertrauten Ordnungen in unserer Welt, vieles, auf das wir
uns verlassen konnten, scheint sich aufzulösen. Der Friede ist für unzählige Menschen in weite Ferne gerückt. Umso mehr brauchen
wir die Kraft und den Zusammenhalt in unseren Gemeinschaften,
in den Familien, der Nachbarschaft, Gutes, das unsere Herzen
stärkt und ermutigt. Dafür Sorge tragen, dass in unserer
Pfarrgemeinde auch in Zukunft Räume der Stille, der inneren
Stärkung für alle offen bleiben, Kinder und Eltern in unserer Kirche einen schönen Ort des Willkommens erfahren, das möchten wir gerne tun. Allsonntäglich treffen sich Menschen in unserer Kirche
um miteinander zu danken, im gemeinsamen Hören, Singen und
Beten sich daran zu erinnern, dass unser Leben eingebettet ist im
großen Segen, der Geschichte Gottes mit uns Menschen.
Wir gehen in dieser Ausgabe auch der Frage nach, was Ostern
für uns bedeuten kann, berichten vom Religionsunterricht, dem
Weg zur Erstkommunion und Firmung, Feste, die uns an die große
heilige Kraft, an die Liebe erinnert, die uns allen innewohnt.
Mit Hand und Herz die Welt gestalten. Das soll auch in der neuen
Sommerausstellung »Es liegt in der Luft« von Anna Rubin, der
Drachenbauerin aus Kärnten in unserer Kirche sichtbar werden.
Wir freuen uns darauf und auf alles Neue, das sich anbahnt und unsere Welt friedvoller und menschlicher werden lässt.
Ihnen allen wünschen wir frohe und freudvolle Ostern und laden
Sie herzlich ein zu den feierlichen Gottesdiensten der Karwoche
und Ostertage.
Elke Feigl
Isabella Kuster
Elisabeth Schwendinger
... sag mir
Im Jahr 33 wird Jesus in Jerusalem ans Kreuz geschlagen ...
unter Kaiser Tiberius in Rom.
Der Aufstand in Judäa gegen die Herrschaft der Römer wird im
Jahr 70 blutig niedergeschlagen, der Tempel in Jerusalem zerstört;
heute erinnert lediglich noch die Klagemauer an das sichtbare Zentrum der jüdischen Religion.
In diesen ersten Jahrzehnten entstehen Christengemeinden in
Israel, in Kleinasien, in Griechenland. Anfangs sind sie noch
schwach und ohne starken Halt. Unaufhaltsam aber formt sich
Leben, Sterben, Tod und Auferstehung von Jesus aus Nazareth
zu einer markanten, nachhaltigen Erzählung.
Das Johannesevangelium, um 100 nach Christus geschrieben,
berichtet von konkreten Ereignissen, in denen das aufleuchtet,
was Christen »Auferstehung« nennen. Immer schimmert innen
die entscheidende Aussage: In diesem Jesus aus Nazareth wird
der Sohn geboren, der Sohn des Unsagbaren. Maria aus Magdala,
die zwei Engel, der Gärtner ...
... sag mir, wo du ihn hingelegt hast! Joh 20,15
Sepp Franz, Pfr.
Ich gehe hinauf
Erscheinung vor Maria
11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während
sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein. 12 Und sie sieht zwei Engel sitzen in weißen Gewändern, einen zu Häupten und
einen zu Füßen, dort, wo der Leib Jesu gelegen hatte. 13 Und sie
sagen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie sagt zu ihnen: Sie haben
meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn
hingelegt haben. 14 Das sagte sie und wandte sich um, und sie
sieht Jesus dastehen, weiß aber nicht, dass es Jesus ist. 15 Jesus sagt zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Da sie meint, es sei der Gärtner, sagt sie zu ihm: Herr, wenn du ihn
weggetragen hast, sag mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen.
16 Jesus sagt zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um und sagt auf
Hebräisch zu ihm: Rabbuni! Das heißt ‹Meister›. 17 Jesus sagt zu
ihr: Fass mich nicht an! Denn noch bin ich nicht hinaufgegangen
zum Vater. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe
hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und
zu eurem Gott. 18 Maria aus Magdala geht und sagt zu den Jüngern:
Ich habe den Herrn gesehen, und berichtet ihnen, was er ihr
gesagt hat.
Joh 20,11–18
Grüß Gott aus dem Pfarrbüro
Seit Anfang Dezember 2025 arbeite ich im Pfarrbüro im
Pastoralhaus. In zwei Richtungen durch große Fenster gut sichtbar
öffnet sich mein Arbeitsplatz hin zur Kirche und zum Friedhof.
Wer vorbei spaziert, kann uns sehen. Diese Offenheit entspricht ganz dem Geist, der hier in St. Nikolaus gelebt wird und ich darf nun daran mitwirken.
Zum Vorbeispazieren … fällt mir der Taufpsalm unserer Kinder ein
»Der Herr behüte dich, wenn du fortgehst und wiederkehrst, von
nun an bis in Ewigkeit« (Psalm 121,8).
Mein Name ist Elke Feigl, ich lebe mit meinem Mann und
unseren drei Söhnen in Bregenz. Beruflich war ich bisher in einem
Bauunternehmen für die kaufmännischen Agenden zuständig.
Seit meiner Jugend bin ich ehrenamtlich in der Pfarre Mariahilf in Bregenz engagiert. Über die Jungschar bis zur Kinderliturgie und im Pfarrcafe-Team war ich überall dabei. Das Kirchenjahr und
die Abläufe in einer Pfarre sind mir nicht fremd.
Ich freue mich, hier zusammen mit Pfarrer Ioan und Pfarrer Sepp
sowie meinen Kolleginnen Elisabeth und Isabella und den vielen
ehrenamtlich engagierten Gemeindemitgliedern eine lebendige
Pfarrgemeinde St. Nikolaus zu erhalten und weiter zu entwickeln –
und wieder aus Psalm 121: »…Er, der dich behütet, schläft nicht«.
Das ist doch eine Zusage!
Elke Feigl
Besuch aus den Dekanaten Bregenz und Dornbirn
Zum Dekanatstreffen im März hat diesmal unser Pfarrgemeinderat
und Liturgiekreis die Vertreterinnen und Vertreter aus
den umliegenden Pfarrgemeinden zu uns nach Fußach
eingeladen. Vorbereitet und organisiert haben diesen Abend
die Pfarrbegleiterinnen Angela Knill und Anja Rhomberg. Die
Teilnehmenden sollten zu einem Marktplatz der Ideen von ihren
Pfarren oder Seelsorgeräumen berichten und verschiedene
Angebote oder Formate aus ihrer Seelsorge oder Liturgie
vorstellen.
Beginnend in der Kirche mit Wort und Musik haben sich dann im
Pfarrsaal die ersten Pfarrgemeinden mit ihrer Themenauswahl vorgestellt und zu einem Rundgang eingeladen. Wir wurden gebeten
von unseren Wortgottesdiensten zu erzählen und zu informieren.
Zum Ausklang haben wir unsere Gäste zu einem kleinen Büffet
eingeladen. So sind dann viele mit neuen Ideen und Anregungen
nach Hause gegangen. Ein Dank an alle, die zu diesem Abend
beigetragen haben.
Der Pfarrgemeinderat und Liturgiekreis
Es liegt in der Luft
Erinnern sie sich an die hellen, schwebenden Papierdrachen in
unserer Kirche während der Coronazeit?
Wir freuen uns sehr, dass Anna Rubin mit neuen Arbeiten aus
Bambus und Papier wieder im Rahmen von »Kunst in der Kirche«
bei uns zu Gast sein wird. Teil der Installation wird auch ein goldener Papierdrache sein, inspiriert von unserer Monstranz.
Anna Rubin lebt und arbeitet in Göltschach bei Maria Rain in Kärnten.
Als einzige Drachenbauerin Österreichs ist sie durch zahlreiche
Ausstellungen im In- und Ausland bekannt geworden.
Wer das Vergnügen hatte, an einem ihrer Workshops teilzunehmen,
kennt die besondere Freude am Drachenbau. Anna Rubin
verfügt über ein außergewöhnlich umfassendes Wissen über das
Fliegen von Drachen, ihre Bauweisen, Materialien und die lange
Tradition dieses Handwerks. Als liebevolle Pädagogin versteht sie es, dieses Wissen mit großem handwerklichen Können und ansteckender Begeisterung an viele Menschen weiterzugeben – weit
über die Grenzen hinaus.
Zur Eröffnung der Ausstellung und zu unserem Rahmenprogramm
laden wir Sie sehr herzlich ein.
Vernissage, Freitag, 29. Mai
mit Anna Rubin und Pfr. Sepp Franz
Musik: Elisabeth Schuen (Stimme, Klavier, Violine)
und Bernhard Bär (Trompete)
Finissage, Samstag, 17. Oktober, 19 Uhr
mit Anna Rubin und Klakradl, einem jungen Kärntner Quartett, das
mit viel Spielfreude zwischen Dialektlied, Kammermusik, Jazz und
Weltmusik unterwegs ist.
Kulturpunkt, Samstag, 26. September
Andreas Paragioudakis lädt gemeinsam mit Kindern und Musikerinnen und Musikern zur Aufführung eines musikalischen Friedensprojekts ein. Nähere Informationen folgen.
Mehr zu den Arbeiten von Anna Rubin unter www.annarubin.at
Foto: "Drachenbauwerkstatt" von Anna Rubin
Firmvorbereitung ist Herzenssache
12-jährige in ihrem aktuellen Lebensumfeld abholen, sie in ihrem
Sein bestärken und ihnen Glaube, Jesus, Gott … näherbringen.
Das sind die Ziele unserer Firmvorbereitung. Unter dem Titel »Herzenssache« möchten wir heuer zusätzlich vermitteln, dass das
Herz unser größter Schatz ist und dass Herzenswärme die Grundlage einer jeden funktionierenden Beziehung ist - egal ob zu sich selbst oder zu anderen.
Beim Elternabend war es schön, die Wünsche der Eltern für ihre
Kinder zu hören: es soll fröhlich und unbeschwert bleiben, Glück, Gesundheit, die Firmung soll ein schönes Fest für mein Kind und die ganze Familie sein …
Beim ersten Firmtreffen war es eine große Freude für das gesamte
Firmteam, die Firmlinge persönlich kennenzulernen. Es ist unglaublich, wie unterschiedlich Kinder in diesem Alter sind: es gibt Kleine und Große, Schüchterne und Aufgeweckte, Stille und
Plappermäuler ... Aber eines haben eigentlich alle gemeinsam. Wenn sie sich willkommen, gehört und abgeholt fühlen, sind sie offen für Neues und mit Feuereifer dabei. Aufmerksam erforschten sie
wichtige Orte in unserer Kirche und informierten die anderen über ihre Ergebnisse.
Im Fenster neben dem Altar hinterließen sie mit ihren
Händen für alle sichtbare Spuren, die uns durch die kommenden
Wochen begleiten. Mit einem Outdoortag und dem Bau eines Mobiles
mit der Künstlerin Anna Rubin möchten wir weitere Räume
schaffen, in denen die Kinder ihre verschiedenen Begabungen und
Vorlieben erkennen und ausleben können und sie gleichzeitig als
Person und als Gruppe stärken.
Den Firmlingen und ihren Familien ist es zu verdanken, dass die
alte Tradition des Suppentags in Fußach wieder zum Leben erweckt
werden konnte. Im Anschluss an den Gottesdienst am Palmsonntag
sind alle bis 13.30 Uhr sehr herzlich zum gemeinsamen
Mittagessen ins Pfarrzentrum eingeladen. Die Aktion soll den Kindern bewusst machen, wie mit ein bisschen Einsatz Gutes getan
werden kann und wie schön es ist, Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Der Erlös des Tages wird an die Aktion »Stunde des Herzens« übergeben, damit einem Kind ein Herzenswunsch erfüllt werden kann oder eine Familie in Not finanzielle Unterstützung erhält.
Ein Dank an dieser Stelle an Marco Bitschnau. Er kocht die Suppen und sorgt dafür, dass niemand mit leerem Bauch nach Hause gehen muss.
Isabella Kuster
Das denkende Herz der Baracke
Im Kino, es läuft ein aufregender Tierfilm, zupft mich Jakob am
Ärmel und fragt leise »Geschichten für Kinder gehen doch immer
gut aus, oder, Oma?«
Ich kann ihn trösten, das Ende wird gut sein. Was aber, wenn das
Ende nicht gut kommt?
Dann müssen wir es aushalten helfen, ermutigen und auf die
guten Kräfte des Lebens vertrauen.
So wie es jetzt viele tun müssen in den Kriegsgebieten. Ein Blick über die Grenzen Europas genügt um zu erahnen, wie viele Mütter und Väter sich um ihre Kinder ängstigen und sorgen. Wer möchte
sie nicht herausnehmen und wegtragen in ein Land, wo die Tage sicher und die Nächte behütet sind, wo die Söhne groß werden können ohne einen Einberufungsbefehl zu erhalten. Heike Geißler
beschreibt das eindrücklich in ihrem Essay »Verzweiflungen«.
Sie wolle ein sehr großes Tuch über ihre Kinder spannen und sie
vor dieser Weltwirklichkeit verbergen. Und dann schaue sie auf
dem Globus, wohin sie die Kinder tragen könnte, wissend, dass
sie schwerer sind als sie selber. Aber sie würde das schaffen, auf die Notfallkraft vertrauen. Dann würde sie ihre Kinder auf das Tuch legen, das gerade noch ihr Zelt war und die Enden verknoten.
Sie würde sie in ein anderes Land, in eine andere Gegend tragen...
Ganz so, wie ein Storch, eine Störchin ihren Nachwuchs bringt,
trage sie ihren Nachwuchs weg.
Ich denke dabei auch an unsere Freunde in Galiläa, die nun mit Kindern und Enkeln im kleinen Schutzraum sitzen und hoffen, dass die Bombenangriffe enden, der Krieg endet.
»Only praying« etwas anderes können wir nicht tun, meinte sie.
So wie Etty Hillesum, die junge jüdische Frau, die im KZ »das Herz der Baracke« genannt wurde und vielen Stütze war, in ihr Tagebuch notiert: »Ich ziehe das Gebet wie eine schützende Wand um mich
hoch, ziehe mich in das Gebet zurück wie in eine Klosterzelle und trete dann wieder heraus, gesammelter, stärker und wieder gefasst.«
Diese innere Geborgenheit in aller Gefahr pflegen, vom Glauben
der Kinder, dass alles gut wird, lernen und darauf vertrauen, dass ein neues Denken Einzug halten kann, das möchte ich gerne ernst nehmen und teilen.
Elisabeth Schwendinger
Im Gespräch – Pfr. Ioan Sandor
Seit 2023 ist Ioan Sandor neben Gaißau und Höchst auch Pfarrer
von Fußach. Viele haben ihn kennen und schätzen gelernt. Offen,
freundlich und zugewandt, humorvoll und aufmerksam zuhörend;
seine Sprache in der Liturgie ist achtsam und wohlüberlegt.
Wir haben ihn um ein Gespräch für das Pfarrblatt gebeten. Den
ausführlichen Text können sie gerne hier lesen.
Hier einige Gedanken daraus.
Im Blick auf deine Pfarrgemeinden – was liegt dir
besonders am Herzen? Woran sollen Christengemeinden
erkennbar sein?
... dass Menschen in unseren Pfarren etwas von der Nähe
Gottes spüren. Kirche darf kein geschlossener Raum sein,
sondern ein Ort, an dem Menschen willkommen sind – mit ihren
Freuden und Sorgen. Ein großes Vorbild ist für mich der heilige
Nikolaus, unser Kirchenpatron. Sein größtes Wunder war nicht
etwas Spektakuläres, sondern seine mit Diskretion gelebte
Menschlichkeit: seine Güte, seine Zuwendung zu Armen, Kranken
und Ausgegrenzten.
Ich glaube, daran sollten Christengemeinden erkennbar sein: an
Menschennähe, an Hilfsbereitschaft und an einem offenen Herzen.
Viele Menschen in unseren Pfarren leben das bereits – oft ganz still und ohne große Bühne: Menschen, die Kranke besuchen, Einsame begleiten, sich für Kinder, Jugendliche oder Bedürftige
einsetzen.
Kirche lebt von solchen Menschen.
Nicht von perfekten Strukturen, sondern von glaubwürdigen Christen, die versuchen, Gottes Liebe im Alltag sichtbar zu machen.
Du warst als Priester an vielen Orten. u.a. in Andalusien,
England ... mit deiner rumänischen Herkunft hast du das
Fremdsein auch erfahren. Wie hat das deinen Glauben
und deinen Blick auf die Welt geprägt?
Das Leben in verschiedenen Ländern hat meinen Blick sehr
erweitert. Wenn man in einer anderen Sprache lebt oder selbst
einmal der »Fremde« ist, lernt man Demut und Verständnis.
Man entdeckt auch, wie unterschiedlich Menschen glauben und
leben – und zugleich, wie viele Dinge uns verbinden. Überall
sehnen sich Menschen nach Sinn, nach Gemeinschaft und nach
Hoffnung. Für meinen Glauben war das eine Bereicherung.
Ich habe gelernt, dass Gott größer ist als unsere kulturellen
Unterschiede. Der Glaube kann Brücken bauen zwischen
Menschen, Sprachen und Traditionen.
Wie viele Sprachen kann denn unser Pfarrer, wollte ein
Ministrant wissen
Sprachen sind für mich etwas Schönes, weil sie Begegnungen
ermöglichen….
Ich hatte das Glück, in verschiedenen Ländern zu leben, und habe
mich immer bemüht, die Sprache des jeweiligen Landes zu lernen
– manche besser, manche weniger gut. Nicht perfekt und nicht
akzentlos, aber gut genug, um mit Menschen ins Gespräch zu
kommen. Und genau darum geht es ja: einander zu verstehen.
Ostern steht vor der Tür. Was bedeutet dir Ostern und
welche Erinnerungen weckt es in dir?
Ostern ist für mich das Fest der Hoffnung. Es beginnt nicht mit
Jubel, sondern mit Trauer. Das Evangelium erzählt, dass Maria
Magdalena am Grab weint. Ein Kind hat einmal gesagt: Vielleicht
hat sie Jesus deshalb zuerst nicht erkannt, weil ihre Augen voller Tränen waren. Dieses einfache Bild sagt viel über Ostern: Gott beginnt nicht dort, wo alles perfekt ist, sondern mitten in
unserer Trauer, unseren Ängsten und unseren Dunkelheiten.
...Gott lässt uns nicht im Grab unserer Sorgen zurück. Er wälzt den Stein weg – den Stein der Angst, der Trauer, der Krankheit oder der Hoffnungslosigkeit. Der Tod hat nicht das letzte Wort.
Nicht über Jesus – und auch nicht über unser Leben.
Das ist für mich die tiefste Botschaft von Ostern: Es gibt immer
einen neuen Anfang.
Ostern ist für mich sehr stark mit den Erinnerungen an den Frühling meiner Kindheit verbunden. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und war als Kind viel draußen: im Garten, auf dem Feld bei der
Arbeit oder im Wald beim Spielen. Nach dem langen Winter war der Frühling immer etwas Besonderes. Man konnte förmlich spüren, wie die Natur wieder zum Leben erwacht – die ersten grünen Blätter,
die blühenden Bäume, das Licht, das jeden Tag stärker wird...
… In der Osternacht beginnt alles im Dunkeln, und dann wird das
Osterlicht entzündet. Dieses Zeichen berührt mich jedes Jahr neu.
Es erinnert mich daran, dass auch unser Leben solche Wege kennt.
… Aber wie in der Natur der Frühling kommt, so verspricht uns
Ostern: Das Leben wird wieder aufbrechen. Vielleicht zuerst ganz
klein – wie eine Knospe am Baum –, aber doch wirklich.
Wir danken für's Mitteilen
Elisabeth Schwendinger
Wo Glaube und Lernen sich begegnen
Volks-Schulnachrichten
Am Aschermittwoch haben die Schülerinnen und Schüler Blumenzwiebeln gepflanzt. Wir haben im Gottesdienst gehört, dass
Gutes tun oft ganz unscheinbar ist und im Verborgenen geschieht
– so wie eine Blumenzwiebel, aus der mit etwas Pflege, Licht und
Wasser eine schöne Blume entsteht.
In der Fastenzeit haben alle Kinder ein tolles Buch gelesen:
»Heute bin ich« von Mies van Hout. Wir haben über Gefühle
gesprochen und daraus sind dann tolle Kunstwerke entstanden,
die wir in der Schule ausgestellt haben.
In der ersten Klasse stand in den letzten Wochen alles unter
einem großen Thema: Das Buch der guten Worte. Kennt ihr alle
das Buch der guten Worte? Wir haben gemeinsam überlegt,
welche Worte uns gut tun und sind auf die Suche gegangen nach
guten Worten in Büchern. So haben wir entdeckt, dass ganz viele
gute Worte in der Bibel stehen! Und einige Geschichten mit guten
Worten haben wir nachgespielt und auch dazu gebastelt. Es ist für jedes Kind dann ein eigenes Buch der guten Worte entstanden,
auf das jeder und jede sehr stolz ist.
Wir haben auch alle ein tolles Lied gelernt: »Gott sei Dank« von
Kurt Mikula. Dieses Lied ist ein richtiger Ohrwurm und wir singen es richtig gerne! Herzliche Einladung an jeden und jede von euch, es auch zu lernen – ihr könnt dann unsere Zweitklässler:innen
bei der Erstkommunion mit kräftigem Singen unterstützen! Unter folgendem Link könnt ihr es anhören und mitsingen! https://youtu.be/VFBB8qT79l8
Ein Highlight für die Großen unserer Schule war sicher ein
gemeinsamer Austausch mit der Islamlehrerin an der Schule –
sie hat uns von ihrem Glauben berichtet und wir haben ihr von
unserem Glauben erzählt. Das war sehr bereichernd für uns alle!
Birgit Kloser-Reiner
Jesus nimmt mich an die Hand
Erstkommunion 2026
Unter dem Leitwort »Jesus nimmt mich an die Hand« bereiten sich
vier Mädchen und neun Buben auf ihre Erstkommunion vor. Die
Vorbereitung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Schule,
Pfarre und Elternhaus.
Neben der Vorbereitung im Religionsunterricht finden zwei
Elternabende sowie vier Tischrunden statt. Gemeinsam
beschäftigen sich die Kinder mit den Themen Gemeinschaft, Licht,
Brot und Dank. Das Themenlied »Gott sei Dank« begleitet sie durch diese Zeit und wird zu einem wichtigen musikalischen Ausdruck ihres Glaubensweges.
Einen besonderen Akzent setzte die von den Erstkommunionkindern
mitgestaltete Rorate am 12. Dezember 2025. Beim Vorstellungsgottesdienst am 22. März 2026 stellte sich die Gruppe der Pfarrgemeinde vor. In der Kirche ist ein von den Kindern gestaltetes Bild
eines Baumes mit ihren Handabdrücken zu sehen – ein sichtbares Zeichen für Gemeinschaft und dafür, dass jedes Kind von Gott an die Hand genommen wird.
Ein weiterer Höhepunkt wird bestimmt der Besuch der
Hostienbäckerei in Lauterach am 16. April 2026, bei dem die Kinder einen anschaulichen Einblick in die Bedeutung des Brotes für die Eucharistie erhalten.
Die feierliche Erstkommunion findet am 3. Mai 2026 statt und wird von Pfarrer Ioan Sandor zelebriert. Für die musikalische Gestaltung sorgen der Schulchor »Musikitos«, unsere Organistin sowie der
Musikverein Fußach, die dem Gottesdienst einen festlichen Rahmen verleihen.
Wir danken allen, die die Kinder auf ihrem Weg zur Erstkommunion
begleiten und diese gemeinsame Zeit mittragen.
Bianca Aberer und Birgit Kloser-Reiner
Das letzte Geheimnis
Auf den Fluren von Bethlehem weidete das Schaf Gimel
zusammen mit vielen seiner Schwestern und Brüder. Während
es den anderen Schafen genügte, Gras und würzige Kräuter zum
Fressen zu finden, sehnte sich Gimel danach, den Geheimnissen
des Lebens auf die Spur zu kommen. So erfuhr Gimel auch, dass
Gott am Anfang Himmel und Erde erschaffen hatte. Gerade hier in
Bethlehem wussten alle Geschöpfe viel von Gott zu erzählen.
Die einen nannten ihn König, andere Herr, viele auch Vater oder
Hirte. Manchmal erklangen auch fremde Namen wie Malik, Salam
oder YaNur. Gimel hörte von den 99 Namen Gottes, aber den
hundertsten Namen konnte ihm niemand sagen. Da wurde Gimel
ganz traurig. Eines Tages begegnete ihm der Esel Bileam. Esel
gelten gewöhnlich als dumm. Aber als Gimel den Bileam nach dem
hundertsten Namen Gottes fragte, antwortete der Esel: »Wenn du
den hundertsten Namen Gottes erfahren willst, musst du in
die Wüste gehen. In einer Oase wohnt das weise Kamel Sulamith.
Das kennt den hundertsten Namen Gottes.« Sogleich machte
sich Gimel auf den Weg. Doch der Weg in die Wüste war sehr
beschwerlich. Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel,
und es gab keinen Baum, der ihm Schatten spendete. An einen
Brunnen mit frischem Wasser war überhaupt nicht zu denken.
Und nirgends war auch nur ein Grashalm zu entdecken.Überall
waren nur Sand und Steine. Schon wollte Gimel umkehren, als
er in der Ferne einige Palmen entdeckte. Und als er näher kam,
hörte er auch eine Quelle rauschen. Gimel war überglücklich,
als ihn plötzlich ein großes Kamel ansprach. Es war die weise
Sulamith. Sie sagte mit freundlicher Stimme: »Ich weiß, warum
du gekommen bist. Du möchtest den hundertsten Namen Gottes
erfahren Ich will ihn dir verraten.« Und Sulamith kniete langsam
nieder, machte sich ganz klein und flüstere Gimel den hundertsten Namen Gottes ins Ohr. Da ging ein Leuchten über Gimels Gesicht.
Nun hatte sich seine Sehnsucht erfüllt. Glücklich und zufrieden
kehrte er zu seiner Herde zurück.
Die Geschichte geht zurück auf eine islamische Legende, in
der der Prophet Mohammed dem Kamel den verborgenen 100.
Gottesnamen ins Ohr flüstert. Die islamische Gebetskette erinnert mit 99 Perlen an die Namen Gottes.
Foto: »Kamel« (c) Roswitha Rosenstein