Maria Empfängnis


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BIBELTEXTE

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Lesung aus dem Brief an die Epheser                    1,3–6.11–12

Lobpreis

Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns in den Himmeln gesegnet hat mit allem geistlichen Segen durch Christus. Denn durch ihn hat er uns erwählt vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und makellos seien vor ihm, in Liebe. 5 Er hat uns schon seit langem dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden durch Jesus Christus, nach seinem gnädigen Willen, 6 zum Lobpreis seiner herrlichen Gnade, mit der er uns beschenkt hat in seinem geliebten Sohn. 11 In ihm sind wir auch sein Eigentum geworden, schon seit langem dazu bestimmt nach dem Vorsatz dessen, der alles ins Werk setzt nach der Festlegung seines Willens: 12 Dem Lob seiner Herrlichkeit sollten wir dienen, die wir schon lange unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben.

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Lukas                             1,26–38

Die Ankündigung der Geburt Jesu

26 Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa mit Namen Nazareth gesandt, 27 zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Mann aus dem Hause Davids mit Namen Josef, und der Name der Jungfrau war Maria. 28 Und er trat bei ihr ein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir! 29 Sie aber erschrak über dieses Wort und sann darüber nach, was dieser Gruß wohl zu bedeuten habe. 30 Und der Engel sagte zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade gefunden bei Gott: 31 Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. 32 Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben, 33 und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit,

und seine Herrschaft wird kein Ende haben. 34 Da sagte Maria zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich doch von keinem Mann weiß? 35 Und der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das gezeugt wird, Sohn Gottes genannt werden. 36 Schau auf Elisabet, deine Verwandte, auch sie hat einen Sohn empfangen in ihrem Alter; und dies ist der sechste Monat für sie, die doch als unfruchtbar galt. 37 Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. 38 Da sagte Maria: Ja, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast! Und der Engel verließ sie.

Zürcher Bibel

 

 

 

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MARIA EMPFÄNGNIS, 8. DEZEMBER

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8. Dezember 2020 – der zweite harte Lockdown dieses Jahres ist vorbei, Massentestungen am Wochenende, trotz allem noch viele Einschränkungen. Der Advent begann heuer still, ungewöhnlich still. Wenn wir langsam auf dieses Jahr zurückblicken, erscheint es uns wie ein Alptraum oder etwas schier Unwirkliches, was wir heuer erlebt haben. Niemand hätte vor einem Jahr mit solchen Vorkommnissen gerechnet. Jeder wünscht sich wieder Normalität. Doch was ist Normalität? Ist es normal geworden, dass Betriebe immer mehr produzieren müssen, dass unsere Umwelt ausgebeutet wird …?

Wir feiern heute das Fest Mariä Empfängnis. Was macht dieses Fest so besonders? Vielleicht weil eine Frau in den Mittelpunkt gestellt wird, vielleicht weil uns dieses Fest etwas Stabilität gibt in unserer unsicheren Zeit? Vielleicht weil wir wissen, dass das Weihnachtsfest nahe ist?

Oder einfach darum, weil da eine junge Frau ihr »Ja« zu Gottes Plänen gesagt hat?

Die liturgische Feier der Empfängnis Mariä kam im 9. Jahrhundert von Konstantinopel nach Süditalien und Sizilien. Aber durchgesetzt hat sich das Fest von England her, wo der Hl. Anselm von Canterbury es in seiner Diözese einführte. 1476 wurde es durch den Franziskanerpapst Sixtus IV. von der römischen Kirche übernommen. Am 8. Dezember 1854 hat Pius IX. die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis Mariä verbindlich definiert und als Glaubenssatz erklärt.

Das Fest will den Beginn des Lebens, die Empfängnis von Maria durch ihre Mutter Anna in den Blick rücken. Ich denke, damit wird die Wichtigkeit unterstrichen, die die Kirche dieser Maria gegeben hat, die Mutter von Jesus werden durfte.

Ganz ehrlich, Maria konnte nicht wissen, was da mit ihr geschieht. Trotz allem hat sie Ja gesagt, weil sie tief in ihrem Inneren spürte, dass es gut war. Und dieses Ja hat sie mit Freude erfüllt. Wir kennen den Lobgesang Mariens, als sie zu Elisabeth ging. Auch der Lobpreis in der Lesung passt gut zu dem, was Maria erlebte. Der hymnische Lobpreis am Anfang des Epheserbriefs fasst alles Handeln Gottes in dem Wort »Segen« zusammen.

So wie Maria dürfen wir Gesegnete sein. In der Lesung heißt es: »Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet«. Und wir dürfen diesen Segen weitergeben. Der christliche Begriff Segen entspricht dem lateinischen Wort benedictio, das kommt von benedicere – Gutes sagen oder auch von jemandem gut sprechen, jemanden loben. In einem Ehepaarkurs habe ich mal gelernt, wir können Goldgräber oder Mistkäfer sein. Wer immer das Negative sieht, den anderen kritisiert und auf das, was fehlt, schaut, der gräbt nach dem Mist. Viel schöner ist es, das Positive zu sehen, das, was gut läuft, hervorzuheben und auch mal Lob auszusprechen. So holen wir als Goldgräber die verborgenen Schätze ans Licht.

Und wir alle haben diese Schätze in uns.

Melanie Wolfers, eine in Wien lebende Salvatorianerin, sowie gefragte Referentin und Bestsellerautorin trägt bei manchen Veranstaltungen folgende Zeilen von Marianne Williamson vor. Diese schreibt: »Unsere tiefste Angst ist nicht, ungenügend zu sein. Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht. Wir fragen uns selbst – wer bin ich, von mir zu glauben, dass ich brillant, großartig, begabt und einzigartig bin? Aber genau darum geht es, warum solltest du es nicht sein? Du bist Kind Gottes. Dich kleinzumachen nützt der Welt nicht … Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns liegt, auf die Welt zu bringen. Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem«. Hätte Maria gezweifelt und sich zu klein gefühlt, wäre sie nicht die Mutter Gottes geworden. Gerade in der jetzigen so unsicheren Zeit, brauchen wir einander umso mehr. Als Goldgräber dürfen wir zeigen, wie wertvoll jeder von uns ist.

 

Wir sind gesegnet und dürfen Segen sein, so wie Maria.

 

Silvia Feuerstein

 

 

 

Je angel gospodov - Slowenisches Weihnachtslied, F.M. Herzog 1:58

(falls zur Auswahl: Listen in browser, ansonsten einfach den weißen Pfeil anklicken)

Fußacher Doppelquartett

Tenor 1 - Michael Jagg 

Tenor 1 - Wilfried Müller

Tenor 2 - Albrecht Zauner

Tenor 2 - Augustin Jagg

Tenor 2 - Bruno Jagg

Bass 1 - Erich Franz

Bass 1 - Reinhard Hämmerle

Bass 2 - Josef Hämmerle

Bass 2 - Walter Sutterlütti

Bass 2 - Markus Köhle

 

 

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NOTIZEN

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Am nächsten Sonntag, 3. Adventsonntag, sind wieder Eucharistiefeiern um 8 und um 10 Uhr.

Das Kirchenopfer soll dem Bruder und der Schwester in Not gewidmet werden.

Im 10h-Gottesdienst erinnern wir an Rudi Zesch. Er ist am 11. Dezember vor einem Jahr gestorben.

 

Das sonntägliche Kirchenopfer ist in den gottesdienstfreien Monaten natürlich auch entfallen – ein erheblicher Betrag für unsere Christengemeinde. Wir werden versuchen müssen, damit zurande zu kommen – wie viele andere wohl auch.

 

Volksschulkinder haben an die Fenster unserer Kirche mit hübschen Scherenschnitten einen advent–weihnachtlichen Zauber gebracht. Ihnen und den Reli-lehrerinnen Christine und Nicole ein großes Lob und Danke.

 

Die Texte zum heutigen Marienfest liegen bei der Infotafel und beim Ausgang zum Friedhof auf. Wer mag, kann gerne davon mitnehmen..