3. Adventsonntag


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BIBELTEXTE

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Lesung aus dem Buch Jesaja                                      61,1–2a.10–11 

1 Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir. Denn der HERR hat mich gesalbt, um den Elenden frohe Botschaft zu bringen, er hat mich gesandt, um die zu heilen, die gebrochenen Herzens sind, um Freilassung auszurufen für die Gefangenen und Befreiung für die Gefesselten,

2 um ein Jahr des Wohlwollens des HERRN auszurufen

10 Wie werde ich mich freuen am HERRN! Meine Seele jauchze über meinen Gott, denn mit Gewändern des Heils hat er mich bekleidet, in den Mantel der Gerechtigkeit hüllt er mich, wie der Bräutigam nach Priesterart den Kopfschmuck trägt und wie die Braut sich schmückt mit ihrem Geschmeide.

11 Denn wie die Erde hervorbringt, was sprießt, und wie der Garten seine Saaten sprießen lässt, so wird Gott der HERR Gerechtigkeit sprießen lassen

und Ruhm vor allen Nationen.

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Johannes                     1,6–8.19–28

6 Es trat ein Mensch auf, von Gott gesandt, sein Name war Johannes.

7 Dieser kam zum Zeugnis, um Zeugnis abzulegen von dem Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kämen. 8 Nicht er war das Licht, sondern Zeugnis sollte er ablegen von dem Licht.

Das Zeugnis des Täufers

19 Und dies ist die Geschichte vom Zeugnis des Johannes: Als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm sandten, um ihn zu fragen: Wer bist du?, 20 bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Christus. 21 Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elija? Und er sagt: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. 22 Da sagten sie zu ihm: Wer bist du dann? Damit wir denen eine Antwort geben können, die uns gesandt haben. Was sagst du über dich selbst? 23 Er sagte: Ich bin die Stimme eines Rufers in der Wüste: Macht gerade den Weg des Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. 24 Sie waren Abgesandte der Pharisäer. 25 Und sie fragten ihn und sagten zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist, nicht Elija und nicht der Prophet? 26 Johannes antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt, 27 der nach mir kommt; ich bin nicht würdig, ihm die Schuhriemen zu lösen. 28 Das geschah in Betanien jenseits des Jordan, wo Johannes taufte.

Zürcher Bibel

 

 

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3. ADVENTSONNTAG, 13. DEZEMBER 

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Liebe Schwestern und Brüder!

 

Die Wochen des Lockdown haben sich für mich manchmal angefühlt wie eine Wüste.

Es war eine karge Zeit, geprägt von Beschränkungen, Verzicht und Hintanstellen eigener Bedürfnisse. Zudem waren und sind die Herausforderungen im Familien- und Berufsleben für viele Menschen groß. Ebenso groß ist auch der Durst nach Kontakt, Freundschaft, Hoffnung, Nähe, Spiritualität. Der Verzicht auf die öffentliche Feier der Gottesdienste war für uns alle eine Zumutung. Umso mehr möchte ich Euch danken, dass Ihr diesen Schritt der Solidarität so verantwortungsbewusst mitgetragen habt.

Der Lockdown als eine Zeit der Wüste, genau dort holt uns das heutige Evangelium ab. In der Wüste des biblischen Israel begegnen wir Johannes dem Täufer, dieser großen Prophetengestalt zwischen Altem und Neuem Testament. Er ist der Rufer in der Wüste, der das Kommen des Herrn und damit Heil, Trost, Gericht und Vollendung für die Welt ankündigt. Johannes der Täufer lebte im Advent, im Warten auf die Ankunft des verheißenen Messias. Diese Zukunft Gottes mit den Menschen nahm also nicht in einer pulsierenden Metropole ihren Anfang, sondern in der Zumutung der Wüste: Dort, wo das Leben karg, die Zukunftsperspektiven dürftig und die Rufe nach Unterstützung laut sind, beginnt Gottes Reich keimhaft zu blühen. Gott kommt, so sagt es auch der Prophet Jesaja in der ersten Lesung, zu den Armen, Verlassenen und Eingekerkerten. Er kommt zu Menschen, die ein gebrochenes Herz und zerbrochene Lebensträume haben. Mit einem Wort: Er kommt in die Wüsten des Lebens, er kommt zu uns allen und ruft ein ‚Gnadenjahr des Herrn‘ aus. Nach einem Jahr unter dem Zeichen der Corona-Pandemie ist die Sehnsucht nach einem solchen Gnadenjahr in der Tat groß.

Wir gehen mit großen Schritten dem Weihnachtsfest entgegen und damit der großen Botschaft, dass Gott in unser Leben kommt. Denn wenn es schwer wird im Leben, macht sich Gott nicht aus dem Staub, sondern mischt sich ein: Er mischt sich unter uns Menschen in der zerbrechlichen Gestalt und mit dem entwaffnenden Blick eines Kindes. In seiner Geburt mischt sich Christus unter uns, um Himmel und Erde, Gott und die Menschen zu verbinden und unserem Leben Zuversicht, Freude und Frieden zu schenken – Dinge, die ich uns in dieser Zeit besonders wünsche.  

Der Advent ist auch jene Zeit im Jahr, in der wir unsere Solidarität und Verbundenheit mit Menschen in Not verstärkt zeigen. Wie jedes Jahr unterstützt die Adventsammlung von ‚Bruder und Schwester in Not‘ die Entwicklungshilfe in Ländern des globalen Südens. Heuer helft Ihr mit Eurer Spende ganz besonders Straßenkindern in Afrika. Ich bitte Euch, die Adventsammlung auch in diesem Jahr nach Euren Möglichkeiten zu unterstützen und Kindern Zukunft und Zuversicht zu schenken. Vielen Dank dafür.

Euch und Euren Familien wünsche ich von Herzen eine von Gottes Nähe gesegnete Adventzeit und eine gute Vorbereitung auf das Fest der Menschwerdung unseres Herrn.

Benno Elbs, Diözesanbischof 

 

 

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NOTIZEN

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Noch ein Wort zu dem kleinen Zelt auf unserem Kirchplatz

Mit dieser Aktion wollen Frauen und Männer der Gemeinschaft der Frohbotschaft auch in  unseren Christengemeinden daran erinnern, dass in den griechischen Auffanglagern die geflüchteten Menschen in ihren Zelten nun dem Winter mit Kälte und Regen ausgesetzt sind.

Der Innsbrucker Bischof Glettler berichtet von seinem Besuch auf Lesbos, wo sich immer noch 9000 Menschen in Zeltlagern befinden, und erzählt: Das Elend schreit zum Himmel - tausende Menschen stecken in einer aussichtslosen Hölle. Endlich werden die ersten 15 Duschen gebaut - auch Warmwasser und Elektrizität sollen jetzt erst eingeleitet werden. Bisher mussten sich die Menschen in Kabinen mit einem Kübel Kaltwasser waschen.

Auch er appelliert an die Regierung, Menschen aufzunehmen und an würdigen Lösungen mitzuarbeiten. Der Dank in diesen Tagen gelte allen Einzelpersonen und Hilfsorganisationen, die sich mit größtem Einsatz für die Verzweifelten engagieren.

Wer mit Sach- oder Geldspenden helfen möchte, kann das gerne tun.

 

Hier drei Links zu weiteren Informationen:

 

https://www.derwandel.at/wir-helfen-lesbos/

 

Bischof Glettler bei Flüchtlingen auf Lesbos

 

Kirchliche Stimmen zum Tag der Menschenrechte

 

 

Am kommenden Sonntag werden wir wieder zwei Gottesdienste feiern - um 8 und 10 Uhr.

 

Wie und wann wir dann in der Weihnachtswoche konkret miteinander feiern werden, das geben wir möglichst zeitnah bekannt:

In den Gottesdiensten am nächsten Sonntag,

auf unserer Homepage,

im Gemeindeblatt,

auf der Infotafel im Haupteingang der Kirche.

 

hier geht es zur aktuellen Planung für die Weihnachtsfeiertage ...