Worauf dürfen wir hoffen?

 

Können wir in Zeiten von Ukraine-Krieg, Klimakrise, Corona-Pandemie überhaupt noch hoffen? 

Ist unser Thema jetzt nicht ANGST?  

Ich meine, gerade heute ist es wichtig, sich mit einer Spiritualität der Zukunft zu beschäftigen!

Der französische Jesuit Teilhard de Chardin (1881 bis 1955) entwickelte gegen heftigen kirchlichen Widerstand eine neue Sicht auf die christliche Religion, die er in seiner prophetischen Schau in Einklang mit dem modernen Weltbild brachte. 

Als Brückenbauer, der noch dazu den Ruf eines unverbesserlichen Optimisten hatte, wurde er heftig kritisiert. Den wenigsten war aber bewusst, dass die Grundzüge seiner Ideen, aber auch seiner mystischen Erfahrungen, nicht in der Stille eines Klosters, sondern inmitten der deutsch-französischen Front auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs entstanden.

Evolution war für ihn nicht nur naturwissenschaftliche These, sondern auch ein kosmisches Drama, in dem jeder von uns seinen Platz, aber auch seine Aufgabe hat.

Mich selbst faszinierten seine Thesen schon als Student vor 50 Jahren. Meine späteren Berufserfahrungen sowohl in einem multinationalen Technologiekonzern als auch in der Caritas, mit ihrem Einblick in Not im In- und Ausland, verstärkten dieses Interesse. Ich erkannte, dass in der Zusammenschau von Wissenschaft und Spiritualität im Sinne Teilhards Schöpfungsverantwortung gelebt und Lebenssinn erfahrbar wird, wenn wir dabei die Energieform »Liebe« ernstnehmen. 

Unbeschadet aller Schwierigkeiten dürfen wir an der Vollendung der Welt in Christus mitarbeiten - es geht um sehnsuchtsvolle Hoffnung, nicht um Angst und Schrecken. Eine Religion, die mit einem modernen Weltbild verbunden ist, schafft eine fundierte Basis für persönliche Spiritualität und Hoffnung!

 

Raimund Badelt