Foto: Pfingstrose


Pfingstsonntag


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BIBELTEXT

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aus der Apostelgeschichte                                                                                                                                                                       2,1–11

 

Das Pfingstwunder

1 Als nun die Zeit erfüllt und der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren sie alle beisammen an einem Ort.

2 Da entstand auf einmal vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen;

3 und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten, und auf jeden von ihnen ließ eine sich nieder.

4 Und sie wurden alle erfüllt von heiligem Geist und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen eingab.

5 In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

6 Als nun jenes Tosen entstand, strömte die Menge zusammen, und sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

7 Sie waren fassungslos und sagten völlig verwundert: Sind das nicht alles Galiläer, die da reden?

8 Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache hört?

9 Parther und Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, von Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asia,

10 von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem kyrenischen Libyen, und in der Stadt weilende Römer,

11 Juden und Proselyten, Kreter und Araber - wir alle hören sie in unseren Sprachen von den grossen Taten Gottes reden.

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Johannes                                                                                                                                                      20,19-23                                                                                       

 

Erscheinung vor den Jüngern

19 Es war am Abend eben jenes ersten Wochentages – die Jünger hatten dort, wo sie waren, die Türen aus Furcht vor den Juden verschlossen –,

da kam Jesus und trat in ihre Mitte, und er sagt zu ihnen: Friede sei mit euch!

20 Und nachdem er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Seite; da freuten sich die Jünger, weil sie den Herrn sahen.

21 Da sagte Jesus noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

22 Und nachdem er dies gesagt hatte, hauchte er sie an, und er sagt zu ihnen: Heiligen Geist sollt ihr empfangen!

23 Wem immer ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr sie festhaltet, dem sind sie festgehalten. 

Zürcher Bibel

 

 

Georg Friedrich Händel - Ombra Mai Fu

(falls zur Auswahl: Im Browser anhören, ansonsten einfach den weißen Pfeil anklicken)

Orgel & Aufnahme: Armin Kölbl

 

 

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PFINGSTSONNTAG

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Der Tag des Pfingstfestes. Bei uns der erste nach 11 Sonntagen, an dem wir wieder zusammen feiern dürfen. Palmsonntag, die Karwoche mit dem Tod von Jesus am Kreuz, Ostern – die Auferstehung, Feste, die zum Zentralen unseres Glaubens zählen, haben wir in unseren Wohnungen verbracht. Manche haben vielleicht die Texte aus der Heiligen Schrift nachgelesen, andere haben Gottesdienste im Radio oder im Fernsehen gehört, manche haben miteinander gesungen und gebetet.

 

Wir haben in der verordneten Stille und Beschränkung drei Personen aus unserer Christengemeinde verabschiedet: Fritz Humpeler von der Dorfstraße 26, Anna Maria Weinzierl von der Hafenstraße 9 und Gertrud Nenning von der Höchster Straße 78. Taufen und Hochzeiten sind verschoben, Erstkommunion und Firmung auf einen Herbsttermin festgesetzt.

 

Sars-CoV-2 hat einen Sturm entfacht, der über die ganze Welt fährt.

 

»Da entstand auf einmal vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.«

 

Die sozialen Kontakte sind auf ein Minimum zurückgeschraubt worden. Der Sturm hat einen Namen bekommen: Lockdown. Auch die kleinen individuellen täglichen Planungen sind aus der Spur geraten. Aus Italien haben wir das Lied der Hoffnung gehört »tutto andrà bene« – »alles wird gut«, gesungen und gespielt von unzähligen Balkonen ihrer Straßen.

 

In unsere Kirche hat Anna Rubin aus Kärnten die Ausstellung gebracht: »mir wird so leicht«. 55 Drachengebilde, luftig und zart, bewegen sich oft fast unmerklich, erzählen von einer Welt, die wir nicht sehen, die wir alle aber auch in uns tragen.

 

Im Pfingstereignis gründen wir Christinnen und Christen das Kommen des Heiligen Geistes, jener unfasslichen Kraft, die uns hält und tröstet und in allem Durcheinander nicht verzagen lässt.

 

… und er sagt zu ihnen: Heiligen Geist sollt ihr empfangen‘ Joh 20,22

 

Sepp Franz

 

 

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NOTIZEN

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Ausnahmezustand

 

Die Rahmenordnung der Bischofskonferenz vom 29. Mai

 

1.  Die 10m2-Regel pro Person im Kirchenraum ist aufgehoben.

2.  Für das Betreten und Verlassen von Kirchenräumen ist Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Am Sitzplatz sowie auch beim Kommuniongang muss der Mund- Nasen-Schutz nicht mehr getragen werden.

3.  Vorgeschrieben ist ein Abstand von mindestens 1m zu anderen Personen.

 

Damit wären natürlich wieder öffentliche Gottesdienste möglich – obwohl für Sars-CoV-2 nach wie vor kein Impfstoff vorliegt und die Infektionsgefahr weiterhin besteht. Weil sich die Rahmenordnungen fast wöchentlich ändern, fällt es uns schwer, auf diese Vorgaben kurzfristig zu reagieren, unsere Planungen bedürfen immer mehrerer Tage. Bis auf Weiteres entfallen die 8h–Gottesdienste.

 

Die nächsten Schritte bei uns:

 

Dreifaltigkeitssonntag, 7. Juni

10 Uhr: Wir hören aus dem Johannesevangelium – untermalt von Orgelmusik. Augustin Jagg liest vor.

 

Fronleichnam, 11. Juni

10 Uhr: Wir beginnen wieder auf dem Kirchplatz. Danach feiern wir in der Kirche Eucharistie, knapp und schmal – ähnlich der Karfreitagsliturgie.

 

Der Kirchenraum in seiner Stille bleibt als wertvoller Rückzugsraum geschmückt und offen.