Ostersonntag


Joh

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OSTERSONNTAG IN DIESER ZEIT

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Mit dem 'Christos anesti' in Griechenland, 
den rotgefärbten Eiern und dem blühenden Löwenzahn auf den Feldern.
Das Wort des Paulus an die Korinther klingt durch den Tag:
Ist aber Christus nicht auferweckt worden, 
so ist unsere Verkündigung leer, leer auch euer Glaube. 1 Kor 15,14
Die große Freude der Kinder über das Osternest im Garten,
die beklemmende Sorge von Frauen und Männern,
wenn sie an die kommenden Wochen denken.
Trotz oder gerade wegen alledem:
Christus ist auferstanden!

Sepp Franz



wie die Biene

Wer wie die Biene wäre,
die die Sonne auch 
durch den Wolkenhimmel fühlt,
die den Weg zur Blüte findet
und nie die Richtung verliert,
dem lägen die Felder  
in ewigem Glanz,
wie kurz er auch lebte,
er würde selten weinen.
Hilde Domin

 

Johann Sebastian Bach, Kantate BWV 22, Orgel

(falls zur Auswahl: Listen in browser, ansonsten einfach den weißen Pfeil anklicken)

Orgel & Aufnahme: Armin Kölbl

 

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BIBELTEXT

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aus dem Johannesevangelium                                                                                                                                                                      20,11-18 
11 Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein. 
12 Und sie sieht zwei Engel sitzen in weißen Gewändern, einen zu Häupten und einen zu Füssen, dort, wo der Leib Jesu gelegen hatte. 
13 Und sie sagen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie sagt zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. 
14 Das sagte sie und wandte sich um, und sie sieht Jesus dastehen, weiß aber nicht, dass es Jesus ist. 
15 Jesus sagt zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Da sie meint, es sei der Gärtner, sagt sie zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, sag mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen. 
16 Jesus sagt zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um und sagt auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni! Das heisst <Meister>. 
17 Jesus sagt zu ihr: Fass mich nicht an! Denn noch bin ich nicht hinaufgegangen zum Vater. Geh aber zu meinen Brü-dern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. 
18 Maria aus Magdala geht und sagt zu den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und berichtet ihnen, was er ihr gesagt hat.
Zürcher Bibel

 


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GEDANKEN ZUM TEXT, ZUM SONNTAG

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Eine Geschichte, gut 70 Jahre nach dem Tod von Jesus in Jerusalem aufgeschrieben, genau und detailliert, als wäre es gestern gewesen. Viele Christengemeinden in Syrien, in Palästina, in Kleinasien sind entstanden. Wie eine nicht fassbare Kraft durchdringt das Gerücht von Jesus, sein Tod und seine Auferstehung, die ganze damalige Welt. Die Mächtigen erschrecken, versuchen, die Ausbreitung zu stoppen. 
Aber die Klage von Maria lässt sich nicht wegwischen: ,Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben'. Ein Suchen hat begonnen, in allen Schichten der Völker, angefangen bei den einfachen Leuten bis hin zu den Kaisern.
Und so ist Ostern geworden. Christus ist auferstanden.
Das Gerücht von seinem Tod und seiner Auferstehung hat Jahrtausende gezeichnet bis auf den heutigen Tag.
Ostern 2020. Ein Ostern der ganz neuen Art. 
Ungläubig staunen Abermillionen ob der Stille, die sich durch die Länder zieht. 
Was ist das, was in diesen Tagen passiert?
Manche nennen es Krieg. ,Wir gehen mit voller Bewaffnung in den Kampf', sagt der Gouverneur von Florida.
Das Virus aber bewegt sich ungehindert, kümmert sich nicht um Panzer oder Bomben, um Gewehre und Flugzeuge, um Grenzen. Corona vertreibt Menschen von ihren Arbeitsplätzen, bannt sie in ihre Wohnungen. 
Und, was es so einzigartig macht: Es will nicht Profit, es strebt nach Ausbreitung - über die ganze Welt hin.
Einige meinen, es sei ein Zeichen von Gott, der uns auf diese Weise zur Vernunft bringen will.
Was immer es auch ist, das Coronavirus hat die Mächtigen in die Knie gezwungen, der Politik und der Wirtschaft ihre Grenzen aufgezeigt, die Welt zum Stillstand gebracht.
Selbst an Ostern, unserem höchsten Fest, steht über dem Türbalken: Bleib daheim.
Eine Tür in eine neue Zeit, wie sie sich ja bei allen großen Krisen auftut.
Ist es ein Tor in eine gesegnete Welt? Das liegt wohl auch an dir und mir.
Wir wünschen es uns allen, den Familien, den Alleinerziehenden, den Alten und den Jungen, den Geschundenen und den Verschonten.
Gesegnete Ostern.
Sepp Franz

 

 

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NOTIZEN

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Ostersonntag - 12. April 2020
Ausnahmezustand
Woche vom Ostersonntag bis später.
Nach wie vor haben wir Ausnahmezustand -
wegen Sars-CoV-2.
Wir werden keinen Gottesdienst in der Kirche feiern,
morgen am Ostermontag
und auch nicht am nächsten Sonntag.
Veranstaltungen bis Ende Juni sind laut Anordnung
der zuständigen Behörden nicht möglich.
Bei uns betrifft das zum Beispiel die Erstkommunion, 
wohl auch die Firmung.
Hochzeiten, Taufen, Begräbnisse dürfen nur in kleinem Rahmen stattfinden - maximal bis zu 10 Personen,
eine markante Herausforderung.
Der Kirchenraum bleibt in seiner Stille wie ein wertvoller Rückzugsraum geschmückt und offen. 
Wir haben bei den Gabentischchen ein Pult aufgestellt:
Das Lektionar 'Sonntagsgottesdienste' ist aufgelegt,
Texte, Gedanken zum Sonntag dazugeschrieben. 
Die Blätter sind zum Mitnehmen da!
Damit: Auf eine gelingende Zeit für uns alle!

Ostersonntag in der Pfarrkirche Fußach

Die Erstkommunionkinder bastelten bunte Kreuze und das Erstkommunion Team schmückte damit einen großen Osterstrauß. Kleine Lichtlein konnten als Ostergruß mit nach Hause genommen werden.