Foto: Windradinstallation von Anna Rubin, zu sehen im Innenhof des Bildungshauses St. Arbogast


Mariä Himmelfahrt


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BIBELTEXT

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Magnificat 

46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,

47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter,

48 denn hingesehen hat er auf die Niedrigkeit seiner Magd. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter,

49 denn Grosses hat der Mächtige an mir getan. Und heilig ist sein Name,

50 und seine Barmherzigkeit gilt von Geschlecht zu Geschlecht denen, die ihn fürchten.

51 Gewaltiges hat er vollbracht mit seinem Arm, zerstreut hat er, die hochmütig sind in ihrem Herzen,

52 Mächtige hat er vom Thron gestürzt und Niedrige erhöht,

53 Hungrige hat er gesättigt mit Gutem und Reiche leer ausgehen lassen.

54 Er hat sich Israels, seines Knechtes, angenommen, und seiner Barmherzigkeit gedacht,

55 wie er es unseren Vätern versprochen hat, Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.

Lukas 1,46–55 

 

 

 

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MARIA

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Abbild und Inbild, Ikone und Wegbegleiterin

Ihr Amulett um den Hals gelegt,

den Kinderherzen und Geliebten mitgegeben;

auf dem Armaturenbrett in Lastwagen und Überlandbussen,

an Rosenkränzen und Autoschlüsseln schaut sie uns an,

in Hoteleingängen wacht ihr Auge

und überrascht dich hinter der Theke.

Im Halbdunkel kleiner Kapellen und großer Dome

birgt sie ihr Kind in den Armen.

Unter ihren Mantel nimmt sie alle, die sich fürchten.

Wenn die Altäre dunkel bleiben,

in ihrer Nische sammelt sich immer das Licht

und die Lieder, Bitte und Dank.

In Holz und Gips, Plastik und Stein, gläsern und erdig, vergoldet oder abgeschabt bis auf die Haut, begegnen wir ihr.

Die kleine Frau und weinende Mutter, die schwarze Madonna und das junge arabische Mädchen aus Galiläa.

Mit den Blumengirlanden der Inderin findest du sie wieder

und auf den breiten Lippen der schwarzen Frau,

bei den Kopten in Ägypten wärmt dich ihr Gesicht

und singt in den Augen des indianischen Mädchens.

Im runden Bauch der Apsis griechischer Kirchen trägt sie den Christos in ihrem Schoß, die Gesänge ihr zu Ehren, mischen sich mit dem Weihrauch der Mönche und dem Lärm der Straßen.

Muslime pilgern zu ihrem Haus der Meryem Ana

und binden ihre Bitten mit Stoffbändern an die Tür.

Ungeachtet der Großen und Herrschenden

zieht sich ihr Lied durch alle Jahrhunderte dieser Welt.

»Die Mächtigen stürzt er von ihrem Thron

und erhöht die Niedrigen«

Elisabeth Schwendinger 

 

 

 

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NOTIZEN

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Morgen erinnern wir im 10h-Gottesdienst an Renate Schneider von der Ferd.-Weiss-Straße 2b. Sie ist am 17. August vor einem Jahr gestorben.

 

Die Texte zum Feiertag liegen bei den Ausgängen auf. Wer mag, kann sie gerne mitnehmen.

 

Ausnahmezustand nach wie vor.

 

Die Ausstellung 'mir wird so leicht' von Anna Rubin mit den Flüglern und Flüglerinnen soll Hoffnung und Dankbarkeit in unseren Tag bringen.