Karsamstag


Ex 12,29-34.40-42

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EINFÜHRUNG

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Die Ostkirchen feiern am Karsamstag den Abstieg Jesu in die Hölle.
Für sie ist diese Geschichte das zentrale Ereignis von Ostern. 
Jesus durchwandert das Totenreich 
und holt die Verstorbenen in sein neues Reich des Lebens. 
Bei uns gilt die Osternacht als Höhepunkt des Kirchenjahres: 
Die Auferstehung, das Ziel, der Endpunkt aller Erzählungen.
Aber: Am Karsamstag gibt es keine Eucharistiefeier, keine Christenversammlung.
Er ist tatsächlich der Tag der Totenstille.
In den Lesungen wird von der Erstgeburt im Land Ägypten erzählt,
und dass der HERR alle Erstgeburt schlug.
»Und es erhob sich ein großes Geschrei in Ägypten, denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war.«
Wer wollte heute in den Tagen der Seuche nicht an Bergamo denken, an Spanien oder an New York?
Karsamstag. 
Tag der Totenstille. 
Atem holen auf das Unglaubliche hin.

Sepp Franz
 
In hora mortis

Preisen will ich Dich mein Gott
in der Verlassenheit
und alle Angst verweht
und jeder Tod schenkt mir der Augen Licht
mein Gott ich preise Dich
wie lang die Zeit auch währt
ich bin nicht mehr allein 
bei Dir bin ich 
und froh
Thomas Bernhard »Gesammelte Gedichte«

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Bibeltext

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Lesung aus dem Buch Exodus                                                                                                                                                              12,29-34.40-42
29 Um Mitternacht aber schlug der HERR alle Erstgeburt im Land Ägypten, vom Erstgeborenen des Pharao, der auf seinem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen, der im Kerker lag, und alle Erstgeburt des Viehs. 
30 Da stand der Pharao auf in der Nacht, er mit allen seinen Dienern und ganz Ägypten. Und es erhob sich ein großes Geschrei in Ägypten, denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war. 
31 Und in der Nacht rief er Mose und Aaron und sprach: Macht euch auf, zieht weg aus meinem Volk, ihr und die Israeliten, und geht, dient dem HERRN, wie ihr gesagt habt. 32 Nehmt auch eure Schafe und Rinder, wie ihr gesagt habt, und geht! Und bittet auch für mich um Segen. 
33 Und die Ägypter drängten das Volk, um es rasch aus dem Land zu schaffen. Denn sie dachten: Wir müssen sonst alle sterben. 
34 Da nahm das Volk seinen Brotteig, noch ehe er durchsäuert war. Sie trugen ihre Backtröge in ihre Mäntel gewickelt auf der Schulter.
40 Die Zeit aber, die die Israeliten in Ägypten zugebracht hatten, betrug vierhundertdreißig Jahre. 41 Und nach Ablauf von vierhundertdreißig Jahren, an diesem Tag, zogen alle Heerscharen des HERRN aus dem Land Ägypten aus. 
42 Eine Nacht des Wachens war es für den HERRN, als er sie aus dem Land Ägypten herausführte. Diese Nacht gehört dem HERRN, ein Wachen aller Israeliten, von Generation zu Generation.
Zürcher Bibel

 

Karsamstag in der Pfarre Fußach