Foto: Qasr al-Yahud - Taufstelle am westlichen Ufer des Jordan in der Nähe von Jericho

 

Fest der Taufe des Herrn


Schrifttexte

Lesung aus dem Buch Jesaja                                         42,5a.1–4.6–7

Der Gottesknecht, das Licht der Nationen

1 Seht meinen Diener, ich halte ihn, meinen Erwählten, an ihm habe ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, das Recht trägt er hinaus zu den Nationen.

2 Er schreit nicht und wird nicht laut und lässt seine Stimme nicht hören auf der Gasse. 3 Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den verglimmenden Docht löscht er nicht aus, treu trägt er das Recht hinaus.

4 Er erlischt nicht und wird nicht geknickt, bis er das Recht in Kraft gesetzt hat auf der Erde; auf seine Weisung warten die Inseln.

5 So spricht der Gott, der HERR, der den Himmel geschaffen hat und ihn ausspannt, der die Erde ausbreitet und was auf ihr wächst, der den Menschen auf ihr Atem gibt und Odem denen, die auf ihr gehen:

6 In Gerechtigkeit habe ich, der HERR, dich gerufen, und ich ergreife deine Hand, und ich behüte dich und mache dich zum Zeichen des Bundes mit dem Volk, zum Licht der Nationen,

7 um blinde Augen zu öffnen, um Gefangene hinauszuführen aus dem Gefängnis und aus dem Kerker, die in der Finsternis sitzen.

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Markus                              1,7–11                                              

7 Und er verkündete: Nach mir kommt, der stärker ist als ich; mir steht es nicht zu,

mich zu bücken und ihm die Schuhriemen zu lösen.

8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit heiligem Geist taufen.

Die Taufe Jesu

9 Und es geschah in jenen Tagen, dass Jesus aus Nazaret in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ.

10 Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er den Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf sich herabsteigen.

11 Und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.

Zürcher Bibel

 

 

Kommentar

Die Liturgiereform nach dem 2. Vatikanischen Konzil hat das Fest »Taufe des Herrn« auf den Sonntag nach »Erscheinung des Herrn« gelegt. Mit diesem Tag beginnen die Sonntage im Jahreskreis, sozusagen der Alltag des Kirchenjahres. Seitdem endet auch die Weihnachtszeit mit der Taufe des Herrn.

In unseren Häusern wird der Christbaumschmuck wieder sorgfältig fürs nächste Weihnachten verpackt, die Kerzen und die Kugeln, die Glöckchen und die Engel. Der Baum wird entsorgt, auch wenn die Nordmanntanne noch nicht »nödalat«.

 

Jesaja

Wir lesen in den Texten zu diesem Fest ein Wort aus dem Buch Jesaja:

Seht meinen Diener, ich halte ihn, an ihm habe ich Gefallen. Jes 42,1

Es ist das, was alle Evangelisten beschreiben, Markus am ausführlichsten:

Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen. Mk 1,11

Dieser geliebte Sohn kommt mit Macht auf die Welt, allerdings nicht mit der Macht der Mächtigen dieser Welt, nicht mit der Unbeugsamkeit der Starken, nicht mit der Lichtgestalt der Blender.

Er schreit nicht und wird nicht laut und lässt seine Stimme nicht hören auf der Gasse. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den verglimmenden Docht löscht er nicht aus, treu trägt er das Recht hinaus. Jes 42,2–3

Ein Text, der gerne zitiert wird, wenn im Prozess des unerfüllten, geknechteten Lebens die Hoffnung aufkommt: Wir werden lernen damit umzugehen, wir werden nicht zugrunde gehen. Gemeinsam werden wir das hinkriegen.

Es war ein ganz wichtiger Satz im Jahr 1989, als in Ostdeutschland Unzählige auf die Straßen gegangen sind und skandiert haben: »Wir sind das Volk«.

 

Markus

Dass Jesus von Johannes getauft worden ist, berichten alle Evangelien. Heute noch lassen sich Unzählige aus allen Ländern der Erde im Jordan taufen, manche in Yardenit beim Kibbuz Degania unweit von Tiberias, andere am Grenzübergang nach Jordanien bei Qasr al-Yahud in der Nähe von Jericho. Auch wenn diese Form der Taufe in eine lukrative Form des Tourismus geraten ist, die Erinnerung an die Taufe Jesu im Jordan schimmert allemal durch. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, wenn an Orten, die ja nicht unbedingt den Fußabdruck von Jesus spiegeln, von seinem Weg erzählt wird.  

Wenn wir Kinder taufen, im Lockdown jetzt ist das leider nicht möglich, tun wir das auch: Wir vertrauen sie Jesus an. Wir glauben ahnend und wissend: Das ist gut so. Sie sind gesegnet, sie fallen nicht aus seiner Hand, was immer auch geschehen mag in ihrem Leben.

Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich Wohlgefallen. Mk 1,11

Sepp Franz

 

 

Overcome - Of Cabbages and Kings

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Notizen

Taufe des Herrn – 10. Jänner 2021

 

Die Gottesdienste sind ausgesetzt.

Auch die Sternsinger sind nicht auf dem Weg in die Häuser. Jedem Haushalt haben wir einen Brief zugestellt, in dem auch ein Folienband mit der Aufschrift 20 C+M+B 21 beigelegt ist (am Türstock aufkleben).

 

Das Jahr 2021 beginnt gezeichnet. Manchen ist das eine starke Belastung, die sich durch die Tage zieht. Die stille Zuversicht, dass sich alles letztendlich in ein verstehbares Ganzes fügt, ist aber in vielen Details sichtbar.

 

Die Kirche ist tagsüber immer offen.

 

Bestattungen müssen natürlich vorgenommen werden - in aller Vorsicht und Beschränkung.

 

Informatives und Wichtiges kann in den kommenden Wochen nachgelesen werden:

Auf der Infotafel im Haupteingang der Kirche,

im Gemeindeblatt

und auch auf unserer Homepage pfarrefussach.at

 

 

Selbstverständlich ist in dieser Zeit auch das Pfarrbüro geöffnet.