Dreifaltigkeitssonntag


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BIBELTEXTE

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aus dem Buch Exodus                                                                                                                                                                                   34,4–9

4 Da hieb er zwei Steintafeln zurecht wie die ersten, und früh am Morgen stieg Mose den Berg Sinai hinan, wie der HERR es ihm geboten hatte, und er nahm zwei Steintafeln mit sich.

5 Der HERR aber fuhr in der Wolke herab und trat dort neben ihn. Und er rief den Namen des HERRN aus.

6 Und der HERR ging an ihm vorüber und rief: Der HERR, der HERR, ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und von großer Gnade und Treue, 7 der Gnade bewahrt Tausenden, der Schuld, Vergehen und Sünde vergibt, der aber nicht ungestraft lässt, sondern die Schuld der Vorfahren heimsucht an Söhnen und Enkeln, bis zur dritten und vierten Generation.

8 Und sogleich neigte sich Mose zur Erde und warf sich nieder

9 und sprach: Wenn ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, Herr, so gehe der Herr in unserer Mitte. Wohl ist es ein halsstarriges Volk, doch vergib unsere Schuld und unsere Sünde, und nimm uns an als dein Eigentum.

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Johannes                                                                                                                                                          3,16–18

16 Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.

17 Denn Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         Zürcher Bibel

 

 

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DREIFALTIGKEITSSONNTAG

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In Minneapolis ist ein 46-jähriger Afroamerikaner am 25. Mai bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz ums Leben gekommen. Die langen Schatten des Rassismus in den USA werden plötzlich wieder sichtbar. Proteste breiten sich mit Smartphone-Meilen über das ganze Land aus, erreichen bald auch Europa. Vor allem junge Menschen, mit Fahrrädern, Hunden und guter Laune, gehen auf die Straßen und erinnern mit Heftigkeit an die unantastbare Würde eines jeden Menschen, gleich welcher Hautfarbe, Sprache, Religion oder sexuellen Orientierung, gleich welcher sozialen Zugehörigkeit oder welchen Geschlechts. Die Würde des Menschen. So leicht und so oft wird sie mit Füßen getreten. 

 

Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab,

damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Joh 3,16

 

»So hat Gott die Menschen geliebt«. Das Wort am Dreifaltigkeitssonntag 2020 aus dem Johannesevangelium: Ein Grundthema unseres Welt– und Menschenbildes, von Generation zu Generation weitergereicht, in Europa, dann bis an die Enden der Erde. Die Menschenrechte der UNO, proklamiert 1948 in Paris, atmen diesen Geist, werden ins Grundgesetz zahlreicher Staaten geschrieben, auch in Österreich.

 

Nicht umsonst gehen Menschen an die Öffentlichkeit, wenn Grundwerte in Gefahr geraten. So sehr Großdemos in dieser Zeit des Abstandhaltens auch Besorgnis auslösen, so stark ist auch die Dankbarkeit für all jene, die aufstehen, wenn es um den Schutz von Minderheiten geht, wenn Hand und Mut gefragt sind. Es können ja auch kleine, nicht besonders spektakuläre Einsätze sein, die vom Geist des Miteinanders künden: Ein Wort, ein hilfreicher Rat, ein Quäntchen Zeit für andere.

 

Denn Gott hat den Sohn nicht in die Welt gesandt,

dass er die Welt richte,

sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. Joh 3,17

Sepp Franz

 

 

 

Johann Sebastian Bach, Kantate BWV 22, Orgel

(falls zur Auswahl: im Browser anhören, ansonsten einfach den weißen Pfeil anklicken)

Orgel & Aufnahme: Armin Kölbl

 

 

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NOTIZEN

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Ausnahmezustand

 

Durch die Rahmenordnung der Bischofskonferenz vom 29. Mai sind wieder öffentliche Gottesdienste möglich.

Wir möchten mit den vorgegebenen Lockerungen behutsam umgehen. 

 

Am Donnerstag dieser kommenden Woche, Fronleichnam, feiern wir Gottesdienst lediglich um 10 Uhr, bei guter Witterung zuerst auf dem Kirchplatz. 

Am nächsten Sonntag, 14. Juni, beginnen wir wieder mit den Gottesdiensten - auch um 8 Uhr.

 

Wir versuchen, uns allmählich in einen akzeptablen Rhythmus einzupendeln, der den Vorgaben möglichst entspricht und der doch nicht in ein unübersichtliches Regelwerk mündet. Den Impfstoff für Sars-CoV-2 gibt es noch nicht. Die Infektionsgefahr besteht weiterhin. Deswegen ist Abstand auch in den Gottesdiensten wichtig.

 

Am vergangenen Freitag ist in der Wiesenstraße 52 Frau Diana Eikstadt, geb. Gmeiner, gestorben. Sie ist am 5. Jänner 1930 in Hard geboren. Am Mittwoch, 10. Juni, ist der Bestattnisgottesdienst mit anschließender Urnenbeisetzung.

 

Der Kirchenraum in seiner Stille bleibt als wertvoller Rückzugsraum geschmückt und offen.