Christkönigssonntag


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BIBELTEXTE

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Lesung aus dem Buch Ezechiel                                     34,11–17

11 Denn so spricht Gott, der HERR: Lesung aus dem Buch Ezechiel

Seht, ich selbst, ich werde nach meinen Schafen fragen und mich um sie kümmern. 12 Wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert am Tag, da er inmitten seiner Schafe ist, die aufgeteilt worden sind, so werde ich mich um meine Schafe kümmern und sie retten aus allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. 13 Und ich werde sie herausführen aus den Völkern und sie sammeln aus den Ländern, und ich werde sie auf ihren Boden bringen, und auf den Bergen Israels, an den Flussbetten und an allen Wohnorten im Land werde ich sie weiden. 14 Auf guter Weide werde ich sie weiden, und auf den hohen Bergen Israels wird ihr Weideplatz sein; dort werden sie auf gutem Weideplatz lagern, und auf fetter Weide werden sie weiden auf den Bergen Israels. 15 Ich selbst werde meine Schafe weiden, und ich selbst werde sie lagern lassen! Spruch Gottes, des HERRN. 16 Was verloren gegangen ist, werde ich suchen, und was versprengt worden ist, werde ich zurückholen, und was gebrochen ist, werde ich verbinden, und was krank ist, werde ich stärken. Was aber fett und kräftig ist, werde ich vernichten; ich werde sie weiden und für Recht sorgen. 17 Und ihr, meine Schafe, so spricht Gott, der HERR: Seht, ich sorge für Recht zwischen den Schafen, den Widdern und den Böcken!

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Matthäus                           25,31–40

Das Weltgericht

31 Wenn aber der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.

32 Und alle Völker werden sich vor ihm versammeln, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.

33 Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken.

34 Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, empfangt als Erbe das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an.

35 Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen. 36 Ich war nackt, und ihr habt mich bekleidet. Ich war krank, und ihr habt euch meiner angenommen. Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.

37 Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?

38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich bekleidet?

39 Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und sind zu dir gekommen? 

40 Und der König wird ihnen zur Antwort geben: Amen, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

Zürcher Bibel

 

 

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CHRISTKÖNIGSSONNTAG, 22. NOVEMBER 

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Nun ist der Stillstand doch gekommen. Der Advent. In unseren Krankenhäusern stehen zwar noch einige freie Intensivbetten, aber jene Frauen und Männer fehlen, die für solche Pflege auch ausgebildet sind.

Die Grenze. Der Mensch, der helfende.

 

Ezechiel

Ezechiel zählt zur ersten Gruppe von Israeliten, die unter König Nebukadnezar nach Babylon verschleppt werden. Dort, am Fluss Kebar in Mesopotamien, wirkt er 20 Jahre lang als Prophet unter den Vertriebenen. Das Buch Ezechiel ist einer der Wegbereiter des Monotheismus. JHWH ist der souveräne Weltenlenker. Er ist der Hirt Israels und Israel seine Herde. Der Hirte wird nach den Schafen fragen, die Herde auf gutem Weideplatz lagern, sie auf fette Weide führen auf den Bergen Israels. Das Hirtenkapitel beschreibt einen Hirten, der in Not und Kummer seine Schafe begleitet, für Recht sorgt und Gebrochenes wieder verbindet. Den Trost haben sie bitter nötig in ihrer Heimatlosigkeit.

 

Ein Wort für alle, die in dieser Lockdown-Zeit die Vereinsamung spüren, unter dem fehlenden sozialen Kontakt sehr leiden, denen vielleicht die Angst nahe ist.

Ein Wort auch für die Millionen Menschen, die heute auf der Flucht sind oder in kalten Lagern auf Moria oder im Sudan weinen, in der Fremde.

 

 

Matthäus

In den Texten der Liturgie finden sich gegen Ende des Kirchenjahres meistens endzeitliche Passagen aus den Evangelien. Wohl, weil es der Jahreszeit entsprechend früher dunkel wird, weil die Tage kürzer werden, weil wir uns damit daran erinnern, dass das Leben des Menschen auch seinen Tod hat.

Die Bildrede vom Weltgericht ist Sondergut des Matthäusevangeliums. Sie wird auch Endzeitrede oder eschatologische Rede genannt.

Sie zählt zu den ganz bekannten Erzählungen.

 

Und alle Völker werden sich vor ihm versammeln,

und er wird sie voneinander scheiden. Mt 25,32

 

Kunst, christliche Literatur und Musik haben diese Thematik sehr gerne aufgenommen. Der mittelalterliche Hymnus ‚Dies irae, dies illa‘ wurde im römischen Ritus bis 1970 sogar als Sequenz der Totenmesse gesungen.‚Was ist mein Leben wert? Was bleibt? War es das nun? Wird es ein Tag des Zornes?‘Fragen in allen Generationen. Antworten suchen Kirchenväter aus alter Zeit und Frauen und Männer in unseren Tagen. Sie fallen recht unterschiedlich aus. In allen gezeichneten Bildern aber schimmert die unverwüstliche Vision des Ezechiel von JHWH, dem Hirten, der nach seinen Schafen fragt, und das so tröstende Wort aus der Bildrede des Matthäusevangeliums:

 

Amen, ich sage euch:

Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt,

das habt ihr mir getan. Mt 25,40

Sepp Franz

 

 

 

(falls zur Auswahl: Listen in browser, ansonsten einfach den weißen Pfeil anklicken)

... aufgenommen im Gottesdienst in der Pfarrkirche Fußach am 25. Oktober 2020

 

Andreas Paragioudakis ist einer von vielen Künstlern, den die aktuelle Situation besonders hart trifft. 

Mit diesem Link gelangen Sie zu seiner Musik: https://andreasparagioudakis.bandcamp.com

 

 

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NOTIZEN

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Wegen der Coronapandemie ist es äußerst schwierig, auf längere Sicht zu planen.

Wir werden bis einschließlich 6. Dezember 2020 keine öffentlichen Gottesdienste feiern.

 

Am Sonntag läuten wir knapp vor 10 Uhr mit allen Glocken.

 

Die Texte zum Sonntag liegen bei der Infotafel und beim Ausgang zum Friedhof auf. Wer mag, kann gerne davon mitnehmen.