Christkönigssonntag


Schrifttexte

Lesung aus dem Buch der Offenbarung                                        1,4–8

Gruß an die sieben Gemeinden

4 Johannes an die sieben Gemeinden in der Asia:

Gnade sei mit euch und Friede von dem,

der da ist und der da war und der da kommt,

und von den sieben Geistwesen, die vor seinem Thron sind,

5 und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen aus den Toten, dem Herrscher über die Könige der Erde.

Ihm, der uns liebt und uns durch sein Blut von unseren Sünden erlöst hat,

6 der aus uns ein Königreich gemacht hat, eine Priesterschaft für Gott, seinen Vater, ihm sei die Herrlichkeit und die Herrschaft in alle Ewigkeit. Amen.

7 Siehe, er kommt mit den Wolken,

und sehen wird ihn jedes Auge,

auch die, welche ihn durchbohrt haben,

und wehklagen über ihn werden alle Stämme der Erde.

Ja, so sei es. Amen!

8 Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr,

der ist und der war und der kommt, der Herrscher über das All.

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Johannes                             18,33–37

33 Da ging Pilatus wieder ins Prätorium hinein, ließ Jesus rufen und sagte zu ihm: Du bist der König der Juden?

34 Jesus antwortete:

Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt?

35 Pilatus antwortete: Bin ich etwa ein Jude? Dein Volk und die Hohen Priester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan?

36 Jesus antwortete:

Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, würden meine Diener dafür kämpfen, dass ich nicht an die Juden ausgeliefert werde. Nun aber ist mein Reich nicht von hier.

37 Da sagte Pilatus zu ihm: Du bist also doch ein König?

Jesus antwortete: Du sagst es. Ich bin ein König. Dazu bin ich geboren, und dazu bin ich in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.

Zürcher Bibel

 

 

 

Sonntag, 20. November 2021

Lockdown

Nun ist der Stillstand doch gekommen.

‚Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.

Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren

und auf den Fluren mach die Winde los‘ –

so könnte man sich an Rainer Maria Rilke erinnern.

Auch wenn draußen am Baum vor dem Gemeindeamt schon die Adventkerzen brennen, für viele ist es dunkel geworden.

Christkönig

Im Jahr 1925 ist das Christkönigsfest eingeführt worden.

Damals kam das Wort von der Demokratie auf. Und Könige waren nicht mehr so sehr gefragt. Ein Volk nach dem anderen suchte eine andere Regierungsform, geprägt von der Macht des Volkes.

Die Verantwortlichen in der Kirche sind diesem Trend nicht gefolgt – im Gegenteil, sie haben das Wort vom König in die zentralen Rituale der Liturgie getragen. Sie haben nach dem König gefragt, wie er in den Heiligen Schriften gezeichnet ist. Da heisst es zum Beispiel:

Sagt der Tochter Zion:

Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin, auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. Mt 21,5

Der Esel, das Gegenbild zum kriegerischen Ross. Nicht der mächtige König, sondern der friedfertige, der sanfte, der kleine.

Sie fielen vor ihm auf die Knie und verhöhnten ihn, indem sie riefen: Heil dir, König der Juden! Mt 27,29

Das Christkönigsfest am Ende des Kirchenjahres ist nicht das große Siegesfest.

Wenn vom König Jesus die Rede ist, dann klingt es nicht siegestrunken, sondern dann heisst es voller Spott:

Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen.

Er ist doch der König von Israel! Mt 27,42

Zwei Texte haben wir heute: Einen aus dem Buch der Offenbarung.

Jesus Christus, welcher ist der treue Zeuge, der Erstgeborene von den Toten und Herr über die Könige auf Erden! Offb 1,5

Und der andere Text – aus dem Johannesevangelium. Die Aussprache mit Pilatus – wo Jesus sagt:

Du sagst es. Ich bin ein König.

Dazu bin ich geboren; und dazu bin ich in die Welt gekommen. Joh 18,37

Am Ende des Jahres, wenn es stiller wird und leiser. Am Ende des Kirchenjahres hören wir vom König, der nicht zu vergleichen ist mit den Königen dieser Welt.

Der nicht gefeiert wird, sondern ausgelacht und verhöhnt – der aber der treue Zeuge ist, der Erstgeborene von der Toten, der Herr über die Könige auf dieser Welt. Christkönigsfest – ein Fest der Dankbarkeit am Ende des Jahres.

 

 

Notizen

Der neue Lockdown.

Voraussichtlich bis einschließlich 12. Dezember.

Uns betrifft es besonders mit dem Patroziniumssonntag. Dann hätten wir das neue Kreuz gesegnet. Nun werden wir das wohl verschieben, vielleicht am Fest Erscheinung des Herrn - Dreikönig.

Gespendet kann selbstverständlich trotzdem werden. 

 

Gerade in Notzeiten sind die Versammlungsorte der Glaubensgemeinschaften wichtige Kraftquellen. Deswegen ist unsere Kirche in diesen Wochen geöffnet. Wir werden am Sonntag wohl keine Eucharistiefeier ansetzen können, aber wir werden diesen Sonntagstermin doch freihalten und minimal gestalten:

Musik, Gebet, Wort aus der Heiligen Schrift, still werden ...

Für alle, die das mögen.

 

Die Vorgaben für den Lockdown sind ja gegeben: genügend Abstand, FFP2-Maske.