4. Sonntag der Osterzeit


Joh

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EINFÜHRUNG

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»Man wird Schritt für Schritt kleiner«, hat Wolfgang Schäuble, der Präsident des Deutschen Bundestages, kürzlich in einem Interview gesagt. Und viele werden ihm zustimmen in diesen Wochen von »Corona«. Der Lockdown, angeordnet und beinahe widerspruchsfrei umgesetzt, hat wohl auch das stille Wissen offenbart:

Hier passiert etwas noch nie Dagewesenes.

Wie in einem Millisekundenaugenblick haben wir ein wenig von jener apokalyptischen Möglichkeit Kenntnis bekommen: Die Menschheit kann zugrunde gehen. Vielleicht nicht plötzlich und in einem riesigen Feuerball, aber in kleinen, nicht umkehrbaren Schritten, step by step.

Diese Erfahrung wird nicht spurlos an uns, an unserer Gesellschaft vorbeigehen. Hoffentlich, möchten wir sagen. »Die Welt wird eine andere sein als vorher«, so hat es ein Politiker ausgedrückt. Allmählich werden die Einschränkungen wieder zurückgefahren, in unterschiedlicher Geschwindigkeit von Land zu Land, von Stadt zu Stadt. Der Abstand, die Tür zum anderen, aber muss noch bestehen bleiben – vielleicht noch lange.

In solches Szenario hören wir das Wort aus dem Johannesevangelium:

Ich bin die Tür! Und gleich danach: Ich bin gekommen, damit sie das Leben in Fülle haben.

Sie haben ihn nicht verstanden, nicht 70 Jahre nach seinem Tod, wohl auch heute nicht. Johannes hat sieben solcher fundamentaler Sätze aufgeschrieben, damit sie IHN verstehen, erkennen:

Ich bin das Brot des Lebens. Ich bin das Licht der Welt. Ich bin die Tür.

Ich bin der gute Hirt. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Ich bin der wahre Weinstock.

In ungezählten Lebensgeschichten, in Generationen von Christinnen und Christen wächst das Verstehen: Das Licht, die Tür, der Weg, die Auferstehung.

Sepp Franz

 

 

 

 

Werden Kälber von der Herde oder von ihrer Mutter getrennt,

horchen sie auf das Muhen des Muttertieres:

Auch,

wenn dieses Muhen der einen Kuh für den Menschen

kaum von dem einer anderen Kuh unterscheidbar ist,

können die Jungtiere damit doch ihre Mutter

eindeutig und über große Entfernungen identifizieren. 

Wissenswertes aus der Zoologie

 

 

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BIBELTEXT

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aus dem Evangelium nach Johannes                                                                                                                                                                            10,1–10

 

 

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Sprecherin: Barbara Piringer

 

Der gute Hirt

1 Amen, amen, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in den Pferch der Schafe hineingeht, sondern anderswo hineinsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.

2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.

3 Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft die eigenen Schafe mit Namen und führt sie hinaus.

4 Wenn er die eigenen Schafe alle hinausgetrieben hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen.

5 Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden ihm davonlaufen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.

6 Dieses Bildwort sprach Jesus zu ihnen. Sie aber verstanden den Sinn seiner Rede nicht.

7 Da sprach Jesus noch einmal: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.

8 Alle, die vor mir gekommen sind, sind Diebe und Räuber. Aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.

9 Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und eine Weide finden.

10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten.

   Ich bin gekommen, damit sie das Leben in Fülle haben.

Zürcher Bibel

 

 

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NOTIZEN

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Ausnahmezustand

Die Feier öffentlicher Gottesdienste ab 15. Mai steht im Raum.

Allerdings müssen noch viele Detailfragen abgeklärt werden.

Das wird, so heisst es aus dem Ordinariat in Feldkirch, in dieser kommenden Woche geschehen.

Vorerst müssen wir uns damit begnügen, dass wir 'vielleicht' am Sonntag, 17. Mai 2020,

einen ersten Versuch starten können, wieder miteinander in der Kirche zu feiern.

 

Der Kirchenraum bleibt in seiner Stille wie ein wertvoller Rückzugsraum geschmückt und offen. 

Am Sonntagvormittag (10h - ca. 11h) wird Orgelmusik zu hören sein.

Bei den Gabentischchen ist ein Pult aufgestellt:

Das Lektionar 'Sonntagsgottesdienste' ist aufgeschlagen, Texte, Gedanken zum Sonntag liegen auf.

Die Blätter sind zum Mitnehmen da!

 

 

Astor Piazzolla - Oblivion, Fagott

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Fagott und Aufnahme: Benedikt Schobel