4. Fastensonntag


1Sam

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EINFÜHRUNG

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Abstand halten!  

‚So nah ist zu nah‘, steht als Überschrift in einer großen Wochenzeitschrift. Verantwortliche in den Regierungen bestimmen den Abstand der Menschen: 1, 1½, 2 oder 5 Meter. Die Hoffnung: Zeit zu gewinnen, damit ein Impfstoff gefunden werden kann und damit in den Krankenhäusern jene bestmöglichst versorgt werden können, die infiziert sind. Auch auf dem Friedhof bei uns steht: ‚Der gesetzlich vorgeschriebene Abstand ist einzuhalten‘! Im Supermarkt darauf achten, in der Apotheke, bei jeder geplanten oder zufälligen Begegnung und selbst zuhause. 

Jetzt in Zeiten der Not Abstand halten? Ist das nötig? Wo doch gerade dann körperliche Nähe das unverzichtbare Zeichen der Hilfe ist, der Zuneigung. Wo doch gerade dann Berührung helfen, stärken und Mut machen kann.

‚Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge! … Wer unnötige Begegnungen vermeidet, hilft allen, die sich in den Krankenhäusern um täglich mehr Fälle kümmern müssen‘, so sagt es Kanzlerin Angela Merkel in ihrer Ansprache.

Abstand. Das Wort des Jahres? Jedenfalls das Wort dieser Wochen.

Gottesdienste sind verboten, Gottesbegegnungen sind es nicht. 

‚Dann machen wir halt zuhause Gottesdienst‘, hat der 6-jährige K. gesagt, wie der Coronavirus in unser Land gekommen ist. 

Freut euch mit Jerusalem, und jauchzt über sie, 

alle, die ihr sie liebt! Jes 66,10

Mit diesen Versen beginnt der 4. Fastensonntag. ‚Laetare‘ wird er seit Jahrhunderten genannt, Freudensonntag oder Rosensonntag. Die Mitte

der Fastenzeit ist erreicht. Weil Ostern näher rückt, haben die Kleider schon ein wenig von der weißen Liturgiefarbe des Osterfestes – das ergibt

einen rosa Farbton.

In aller Veränderung die Freude an zentraler Stelle platzieren, täglich und von Herzen.

So kann Gottesdienst werden mitten unter uns.

Sepp Franz

 

 

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BIBELTEXTE

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Lesung aus dem ersten Buch Samuel                                                                                                                                               16,1b.6–7.10–13b 

David wird zum König gesalbt

1 Und der HERR sprach zu Samuel: 

Füll dein Horn mit Öl und geh: Ich werde dich zu Isai, dem Betlehemiter, senden, denn einen von seinen Söhnen habe ich mir zum König ausersehen. 

6 Und als sie kamen, sah er Eliab und dachte: Der Fürst des HERRN, sein Gesalbter! 

7 Der HERR aber sprach zu Samuel: Schau nicht auf sein Aussehen und seinen hohen Wuchs, ihn habe ich verworfen. Denn nicht, wie der Mensch urteilt - denn der Mensch urteilt nach den Augen, der HERR aber urteilt nach dem Herzen. 

10 Und Isai ließ seine sieben Söhne vor Samuel vorübergehen. Samuel aber sagte zu Isai: Diese hat der HERR nicht erwählt. 

11 Und Samuel sagte zu Isai: Sind das alle jungen Männer? Und er sagte: Es fehlt noch der jüngste. Sieh, er hütet die Schafe. Und Samuel sagte zu Isai: Sende hin und hole ihn, denn wir setzen uns nicht in die Runde, bis er hierher gekommen ist. 

12 Da sandte er hin und liess ihn kommen: Er war rötlich, mit schönen Augen und schön anzusehen. Und der HERR sprach: Auf, salbe ihn, denn dieser ist es! 

13 Und Samuel nahm das Ölhorn und salbte ihn inmitten seiner Brüder, und der Geist des HERRN durchdrang David und lag auf ihm von jenem Tag an. 

Zürich Bibel 

 

 

aus dem Evangelium nach Johannes                                                                                                                                                                   9,1–38 

Heilung eines Blindgeborenen

1 Und im Vorübergehen sah er einen Menschen, der blind geboren war. 

2 Und seine Jünger fragten ihn: Rabbi, wer hat gesündigt, er oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? 3 Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden. 

Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist. Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. 5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 

6 Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde und machte einen Brei aus dem Speichel und strich ihm den Brei auf die Augen 7 und sagte zu ihm: Geh, wasche dich im Teich Schiloach! Schiloach heisst ‹der Gesandte›. Da ging er und wusch sich und kam sehend zurück.

8 Die Nachbarn nun und die Leute, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der, der dasaß und bettelte? 9 Die einen sagten: Er ist es. Die anderen sagten: Nein, er sieht ihm bloß ähnlich. Er selbst sagte: Ich bin es. 

13 Sie führen ihn, den ehemals Blinden, zu den Pharisäern. 

14 Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig machte und ihm die Augen auftat. 15 Die Pharisäer nun fragten ihn ebenfalls, wie er sehend geworden sei. Er sagte zu ihnen: Er bestrich meine Augen mit einem Brei, und ich wusch mich, und ich sehe. 

16 Da sagten einige von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, denn er hält den Sabbat nicht. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es gab eine Spaltung unter ihnen. 

17 Da sagen sie wieder zu dem Blinden: Und du, was sagst du dazu, dass er dir die Augen aufgetan hat? Er sagte: Er ist ein Prophet. 

34 Sie entgegneten ihm: In Sünden bist du geboren, ganz und gar, und du willst uns lehren? Und sie stießen ihn aus. 35 Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen hatten; und als er ihn traf, sprach er: Glaubst du an den Menschensohn? 36 Jener entgegnete: Sag mir, wer es ist, Herr, damit ich an ihn glauben kann! 37 Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn gesehen. Der mit dir redet, der ist es. 38 Er sagte: Ich glaube, Herr. Und er warf sich vor ihm nieder.

Zürcher Bibel

 

 

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NOTIZEN

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4. Fastensonntag – 22. März 2020

Ausnahmezustand

Wegen Sars-CoV-2 sind alle Gottesdienste vorerst bis zum 13. April abgesagt.

Wir haben ein Pult bei den Gabentischchen aufgestellt:

Das Lektionar 'Sonntagsgottesdienste' aufgelegt.

Die Texte zum 4. Fastensonntag kopiert,

einen Kommentar beigelegt.

Die für diesen Sonntag vorgesehene Ermächtigung der Wortgottesdienst-Verantwortlichen musste natürlich auch entfallen.