32. Sonntag im Jahreskreis


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BIBELTEXTE

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Lesung aus dem Buch der Weisheit                          6,12–16

12 Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit; wer sie liebt, erblickt sie schnell, und wer sie sucht, findet sie. 13 Denen, die nach ihr verlangen, gibt sie sich sogleich zu erkennen. 14 Wer sie am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, er findet sie vor seiner Türe sitzen. 15 Über sie nachzusinnen ist vollkommene Klugheit; wer ihretwegen wacht, wird schnell von Sorge frei. 16 Sie geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind; freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen und kommt jenen

entgegen, die an sie denken.

Einheitsübersetzung             

 

 

aus dem Evangelium nach Matthäus                            25,1–13

Die Geschichte von den klugen und den törichten Jungfrauen

1 Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und hinausgingen, den Bräutigam zu empfangen. 2 Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. 3 Die törichten nahmen wohl ihre Lampen, nahmen aber kein Öl mit. 4 Die klugen aber nahmen außer ihren Lampen auch Öl in ihren Gefäßen mit. 5 Als nun der Bräutigam ausblieb, wurden sie alle müde und schliefen ein. 6 Mitten in der Nacht aber erhob sich ein Geschrei: Der Bräutigam ist da! Geht hinaus, ihn zu empfangen!

7 Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen bereit. 8 Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen sind am Erlöschen. 9 Da antworteten die klugen: Nein, es würde niemals für uns und euch reichen. Geht lieber zu den Händlern und kauft selber Öl! 10 Doch während sie unterwegs waren, um es zu kaufen, kam der Bräutigam, und die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal; und die Tür wurde verschlossen. 11 Später kamen auch die andern Jungfrauen und sagten: Herr, Herr, mach uns auf! 12 Er aber entgegnete: Amen, ich sage euch, ich kenne euch nicht!

13 Seid also wachsam! Denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde.

Zürcher Bibel

 

 

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SONNTAG, 8. NOVEMBER 

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Die Wahl in den USA. Das so gespaltene Land.

 

Bei uns: Die Sorge solcher, die mit Corona infiziert sind, sich damit einer unwägbaren Krankheit zu nähern. Und diejenigen, denen das alles wie eine dicke Übertreibung vorkommt.

 

Auch Christengemeinden sind gezeichnet davon: In unseren Gottesdiensten soll nicht gesungen und der Mund-Nasen-Schutz verpflichtet sein. Manche bleiben auch wegen dieser Auflagen zuhause.

 

 

aus dem Buch der Weisheit  

Das Buch der Weisheit gilt als das jüngste Buch des Alten Testamentes, wohl geschrieben in Alexandrien, der damaligen Hauptstadt Ägyptens. Sein Verfasser schreibt es Salomo zu, dem Schutzherrn der Weisheits-literatur. Wir hören heute aus dem 6. Kapitel die Mahnrede an die Mächtigen auf dieser Welt: Sucht Weisheit! Wer wollte sich dem gerade in unserer Zeit nicht anschließen?!

 

Sie geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind;

freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen. Weish 6,16

 

 

Matthäus

Nur Matthäus erzählt die Geschichte von den klugen und den törichten Jungfrauen. Sie steht im 25. Kapitel, also fast am Schluss des Evangeliums. Eine Hochzeitsgeschichte: Die fünf törichten und die fünf klugen Jungfrauen. Die einen haben ausreichend Öl für die Lampen, die anderen haben zu wenig. Die Zeit wird lang. Und als das Fest beginnen soll, taucht der Mangel auf. Miteinander das Öl teilen, bringt es auch nicht. So kommt es, wie es kommen muss: Stress.

 

Vom römischen Dichter Horaz stammt das Wort: carpe diem – nutze den Tag. Deine Lebenszeit ist kurz. Auf diesem Hintergrund hat das Öl recht zahlreiche Deutungen erhalten: Der Glaube, die guten Werke, der Heilige Geist, das gute Gewissen, die Liebe. Wenn das Öl fehlt, bleibt die Tür verschlossen und der Bräutigam sagt:

 

Amen, ich sage euch, ich kenne euch nicht. Mt 25,12

 

In den Gebeten von Christen hat sich dieses Denken niedergeschlagen. Wenn sie bei Tisch beten, kann man es hören, oder wenn jemand gestorben ist, wird es in der Gemeinschaft eingefügt: Wir wollen beten um eine gute Sterbestunde.

Die Hochzeitsgeschichte im Matthäusevangelium endet mit dem Vers:

 

Seid also wachsam! Denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde. Mt 25,13

 

Ein Wort, das sich eigentlich wie eine Aufforderung zur Suche nach der Weisheit anhört. Wer wollte ihr nicht folgen?!

Sepp Franz

 

 

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NOTIZEN

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Zur kommenden Woche:

 

Nach langer Gebrechlichkeit ist am vergangenen Dienstag Frau Herta Rupp, geb. Nagel, zuhause gestorben. Sie ist am 30. Oktober 1924 auch hier in Fußach geboren. Sie hat so lange in großer Zufriedenheit in unserer Christengemeinde gelebt. Die Bestattnis muss wegen Corona zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis stattfinden.

 

Weil wir ja in der Corona-Zeit sind, haben wir uns entschlossen, bei der Gabenbereitung die Opferkörbchen nicht mehr durch die Bankreihen zu geben. Dafür stellen die Ministranten sie jetzt bei den Ausgängen auf den Kirchplatz und zum Friedhof hin auf; ein herzliches Danke für jede Gabe.

 

Die Texte zum Sonntag liegen bei der Infotafel und beim Ausgang zum Friedhof auf. Wer mag, kann gerne davon mitnehmen.