30. Sonntag im Jahreskreis


Schrifttexte

 

aus dem Buch Jeremia                                           31,7–9

7 Denn so spricht der HERR:

Jubelt über Jakob voller Freude,

und jauchzt über das Haupt der Nationen!

Lasst es hören, lobt und sagt:

Rette, HERR, dein Volk,

den Rest Israels!

8 Seht, ich bringe sie aus dem Land des Nordens,

und aus den hintersten Winkeln der Erde sammle ich sie,

unter ihnen Blinde und Lahme,

Schwangere und Gebärende miteinander.

Als große Versammlung kehren sie hierher zurück.

9 Weinend kommen sie,

und ich leite sie, während sie flehen,

ich führe sie zu Wasserbächen auf ebenem Weg,

sie straucheln nicht auf ihm,

denn ich bin für Israel zum Vater geworden,

und Efraim, er ist mein Erstgeborener.

 

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Markus                                 10,46–52

Die Heilung des blinden Bartimäus

46 Und sie kommen nach Jericho. Und als er und seine Jünger und etliches Volk von Jericho weiterzogen, saß Bartimäus, der Sohn des Timäus, ein blinder Bettler, am Weg.

47 Und als er hörte, dass es Jesus von Nazaret sei, begann er laut zu rufen:

Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!

48 Da fuhren ihn viele an, er solle schweigen. Er aber rief noch viel lauter:

Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!

49 Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie rufen den Blinden und sagen zu ihm:

Sei guten Mutes, steh auf! Er ruft dich.

50 Da warf er seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus.

51 Und Jesus wandte sich ihm zu und sagte:

Was soll ich für dich tun? Da sagte der Blinde zu ihm:

Rabbuni, mach, dass ich wieder sehen kann.

52 Und Jesus sagte zu ihm:

Geh, dein Glaube hat dich gerettet.

Und sogleich sah er wieder und folgte ihm auf dem Weg.

 

Zürcher Bibel

 

Sonntag, 24. Oktober 2021

 

Jeremia

Der Text der ersten Lesung aus dem Buch Jeremia stammt aus dem sogenannten Trostbüchlein für Efraim.

Die Not gleicht einer kranken Frau:

Ihr Zustand ist hoffnungslos, ihre Wunden sind nicht heilbar.

Jahwe sammelt sie alle, sein Volk:

Blinde und Lahme, Schwangere und Gebärende.

Weinend kommen sie

und tröstend geleite ich sie,

während sie flehen.

Denn ich bin Israels Vater.

Jeremia schreibt es, der Mann aus Anatot.

Schon in jungen Jahren zum Profeten berufen.

Er wehrt sich dagegen:

Ach, Herr, HERR, sieh,

ich weiß nicht, wie man redet, ich bin ja noch zu jung! Jer 1,6

Markus

Bartimäus in der Wüstenstadt Jericho.

Der Sohn des Timäus.

Dort, wo die flimmernde Sonne Augen strapaziert.

Dort, wo Blinde zum Alltagsbild gehören, auch heute noch.

            Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Mk 10,48

Nur bei Markus steht der Name dieses Mannes: Bartimäus.

            Geh, dein Glaube hat dich gerettet.

            Und sogleich sah er wieder und folgte ihm auf dem Weg. Mk 10,52

Um den Glauben des Menschen geht es.

Deswegen bittet er um Erbarmen.

Selbst Blinden geht es um das Glaubenkönnen.

Damit endet der zweite Hauptteil im Markusevangelium,

auch hier mit einer Blindenheilung.

Wer wollte nicht an Psalm 115 denken:

      Sie haben Augen und sehen nicht,

      haben Ohren und hören nicht. Ps 115,5–6

 

Danach geht es hinauf nach Jerusalem.

Sepp Franz

 

 

Notizen

 

Gleich nach dem Neubau dieser Kirche ist der Wunsch auch nach einem neuen Kreuz im Altarraum erwacht. Es hat nun lange gedauert, bis er erfüllt werden kann. Vielleicht ist es gut so – in einer Zeit, in der das an ‚Jesus glauben‘ sich in neuer Art stellt.

 

Paulus schreibt: Denn das Wort vom Kreuz ist Torheit für die, die verloren gehen, für die aber, die gerettet werden, für uns, ist es Gottes Kraft. 1 Kor 1,18.

 

Es soll unser aller Werk sein. Das ist der Grundgedanke. So hat es Lena Grabher, freischaffende Künstlerin in Wien, Goldschmiedin, auch entworfen. Die Oberfläche soll mit Fingerabdrücken von möglichst vielen gestaltet werden. Ich lade Sie dazu herzlich ein – so wird es unser aller Kreuz.

 

Wir werden das am nächsten Sonntag nach dem Gottesdienst, an Allerheiligen und noch am Sonntag, 7. November, durchführen.

 

 

Am nächsten Sonntag ist wieder Wortgottesdienst um 10h.