3. Sonntag im Jahreskreis


Schrifttexte

 

Lesung aus dem ersten Brief an die Korinther                               7,29–31

29 Dies aber sage ich, liebe Brüder und Schwestern: Die Zeit drängt. Darum sollen künftig auch die, die eine Frau haben, sie haben, als hätten sie sie nicht,

30 die weinen, sollen weinen, als weinten sie nicht, die sich freuen, sollen sich freuen, als freuten sie sich nicht, die etwas kaufen, sollen kaufen, als behielten sie es nicht,

31 und die sich die Dinge dieser Welt zunutze machen, sollen sie sich zunutze machen, als nutzten sie sie nicht. Denn die Gestalt dieser Welt vergeht.

Zürcher Bibel

 

  

aus dem Evangelium nach Markus                                                   1,14–20

Erstes Auftreten in Galiläa

14 Nachdem man Johannes gefangen genommen hatte, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium Gottes:

15 Erfüllt ist die Zeit, und nahe gekommen ist das Reich Gottes. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Die Berufung der ersten Jünger

16 Und als er den See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, auf dem See die Netze auswerfen; sie waren nämlich Fischer.

17 Und Jesus sagte zu ihnen: Kommt, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

18 Und sogleich ließen sie die Netze liegen und folgten ihm.

19 Und als er ein paar Schritte weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes, wie sie im Boot die Netze herrichteten.

20 Und sogleich rief er sie. Und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit den Tagelöhnern im Boot zurück und gingen fort, ihm nach.

 Zürcher Bibel

 

 

Sonntag, 24. Jänner

Kann ich mein Kind weiterhin zur Betreuung in die Schule schicken? Wann erhalten die Schüler*innen ihr Semesterzeugnis? So fragen Eltern in diesen Wochen auch bei uns. Der Mindestabstand ist auf 2 Meter erhöht, die FFP2-Maske verpflichtend. Ein über 80-Jähriger antwortet auf die Frage ‚Wie geht es euch?‘: Grandios miserabel.

Frauen und Männer, gerade die älteren, leiden sehr darunter, dass wir uns am Sonntag nicht zum Gottesdienst in der Kirche treffen, der Schutz der Gesundheit jedes Einzelnen geht vor. Mit dem 2. Vatikanischen Konzil gehören die ‚stillen Messen‘ der Vergangenheit an. In der Corona-Zeit feiern sie an manchen Orten fröhliche Urständ. Auch eine rätselhafte Entwicklung in diesen Monaten.

 

Der Text heute aus dem ersten Korintherbrief ist auf das erste Lesen hin nicht nur provokativ, er könnte uns auch zweifeln lassen am ausgewogenen Weltbild des Apostels. Den Partner, die Partnerin einfach auf Abstand halten, als gäbe es sie nicht. Die Weinenden und die in Freude – als weinten sie nicht, als freuten sie sich nicht. Allein das hat Paulus ja mal ganz anders gesagt:

Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Röm 12,15

So sollten wir leben und so tun es ja auch Unzählige. Er meint es also wohl doch anders. Der Schlüssel zum Verständnis dieses Textes steht im ersten Vers:

o kairos sunestalmenoV estin - die Zeit drängt, so wird es hier übersetzt, sie ist kurz. Kairos, die Zeit, der Augenblick, steht für die besondere Zeit im Leben eines jeden Menschen. In dieser mir gegebenen Zeit entscheidet sich ja oft so vieles. Ab und an sind es Kleinigkeiten, die Veränderungen bringen. Eine Frau hat gesagt: Das Leben findet heute statt! Paulus sagt:

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! 2 Kor 6, 2

Poseidippos von Pella im 3. Jahrhundert vor Christus hat zum Kairos geschrieben:

     Wer bist du?

     Ich bin Kairos, der alles bezwingt!

     Warum läufst du auf Zehenspitzen?

     Ich, der Kairos, laufe unablässig.

     Warum hast du Flügel am Fuß?

     Ich fliege wie der Wind.

Dort in Galiläa fängt es an, wo sich die große Marktstraße von Damaskus nach Acco zieht, am See entlang und an zahlreichen Zollstationen vorbei. Hier wählt Jesus sein Führungsteam, hierher weisen die Erscheinungen des Auferstandenen.

Hier ist der Kairos des Christentums, hier beginnt das Pflänzchen zu wachsen.

Erfüllt ist die Zeit, und nahe gekommen ist das Reich Gottes. Mk 1,15 

Sepp Franz

 

 

J.S.Bach Kantante BWV 22 - Armin Kölbl an der Orgel

(falls zur Auswahl: Listen in browser, ansonsten einfach den weißen Pfeil anklicken)

Notizen

Die Gottesdienste sind ausgesetzt – vorläufig bis 7. Februar.

 

Bestattungen müssen natürlich vorgenommen werden. In der vergangenen Woche haben wir am Mittwoch Frau Lore Mayr verabschiedet. Patrick Schneider ist in Höchst bestattet. Er ist am vergangenen Sonntag, 17. Jänner, ganz unerwartet zuhause gestorben.

 

Informatives und Wichtiges kann in den kommenden Wochen nachgelesen werden:

Auf der Infotafel im Haupteingang der Kirche,

im Gemeindeblatt

und auch auf unserer Homepage pfarrefussach.at

 

Die Kirche ist tagsüber immer offen.

 

 

Selbstverständlich ist in dieser Zeit auch das Pfarrbüro geöffnet.