3. Sonntag der Osterzeit


Schrifttexte

 

aus der Apostelgeschichte                                     3,12a.13–15.17–19

Die Rede des Petrus im Tempel

12 Als Petrus das sah, wandte er sich an das Volk und sprach: 13 Der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, der Gott unserer Väter hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr ausgeliefert und von dem ihr euch vor Pilatus losgesagt habt, als dieser beschlossen hatte, ihn freizulassen. 14 Von dem Heiligen und Gerechten habt ihr euch losgesagt und verlangt, dass euch ein Mörder geschenkt werde; 15 den Fürsten des Lebens habt ihr getötet – Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt; dessen sind wir Zeugen. 17 Nun, ich weiß, liebe Brüder, dass ihr aus Unwissenheit gehandelt habt, wie eure führenden Männer auch. 18 Gott aber hat, was er durch den Mund aller Propheten angekündigt hat – dass nämlich sein Gesalbter leiden werde –, auf diese Weise in Erfüllung gehen lassen. 19 Kehrt also um und richtet euch aus auf die Vergebung eurer Sünden.

 

Zürcher Bibel

 

 

 

 

aus dem Evangelium nach Lukas                               24,35–48

35 Und auch sie erzählten, was unterwegs geschehen war und wie er von ihnen am Brechen des Brotes erkannt worden war.

Das Erscheinen des Auferstandenen vor den Zwölfen

36 Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte, und er sagt zu ihnen: Friede sei mit euch! 37 Da gerieten sie in Angst und Schrecken und meinten, einen Geist zu sehen. 38 Und er sagte zu ihnen: Was seid ihr so verstört, und warum steigen solche Gedanken in euch auf? 39 Seht meine Hände und Füße: Ich selbst bin es. Fasst mich an und seht! Ein Geist hat kein Fleisch und keine Knochen, wie ihr es an mir seht. 40 Und während er das sagte, zeigte er ihnen seine Hände und Füße. 41 Da sie aber vor lauter Freude noch immer ungläubig waren und staunten, sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? 42 Da gaben sie ihm ein Stück gebratenen Fisch; 43 und er nahm es und aß es vor ihren Augen. 44 Dann sagte er zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch mit euch zusammen war: Alles muss erfüllt werden, was im Gesetz des Mose und bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht. 45 Dann öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften 46 und sagte zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Gesalbte wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, 47 und in seinem Namen wird allen Völkern Umkehr verkündigt werden zur Vergebung der Sünden - in Jerusalem fängt es an –, 48 und ihr seid Zeugen dafür.

 

Zürcher Bibel

 

Sonntag, 18. April 2021

 

Über 90.000 Menschen sind in Vorarlberg schon gegen das Coronavirus geimpft.

Im Wildpark Feldkirch wird bei den Wildschweinen die Spendenkassa gestohlen.

Und: Frostige Nächte setzen den Obstbäumen zu.

Am letzten Sonntag haben wir in der Apostelgeschichte gelesen:

        Die ganze Gemeinde war ein Herz und eine Seele. Apg 4,32

Die Kraft der neuen Gemeinden, der Anfang, die Faszination.

Das hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert.

Die Kernbotschaft ist geblieben:

       Gott aber hat ihn von den Toten auferweckt;

       dessen sind wir Zeugen. Apg 3,15

Bisweilen blitzt die Faszination der Botschaft auf:

Wenn in der Osternacht das Licht der Osterkerze besungen wird;

wenn ein Kind zur Welt kommt und der kleine Bruder behutsam und schüchtern seinen noch kleineren Bruder auf die Stirn küsst;

wenn endlich das Wort des versöhnenden Miteinanders gesagt wird;

wenn der quälend Sterbende um den letzten Segen bittet

über allem pulsiert wie eine tiefliegende Gewissheit:

… und ihr werdet hören,

durch den Schlaf hindurch werdet ihr hören,

wie im Tode das Leben beginnt. [Nelly Sachs]           

Das ist ja eine Wirklichkeit, die überhaupt nicht einfach zu sehen und zu verstehen ist. Bei Lukas heißt es deswegen auch:

        da gerieten sie in Angst und Schrecken

       und meinten, einen Geist zu sehen. Lk 24,37

Aber der Gekreuzigte lebt, der Tote lebt.

Unsere Christengemeinden werden kleiner. Der Weg in die Diaspora hat schon lange angefangen. Die Zeit der selbstverständlichen Volkskirche ist wohl vorbei.

In ihrem Kern aber werden Christengemeinden immer Ostererzählungen hören, lesen, tradieren.

Wie die des Lukas:

Seht meine Hände und Füße: Ich selbst bin es.

Fasst mich an und seht! Ein Geist hat kein Fleisch und keine Knochen, wie ihr es an mir seht. Lk 24,39

Sie werden ihren Glauben stammeln im Wort und im Schweigen, im Zweifel und in der Hoffnung, im Lied und in der helfenden Tat.

Sie werden Strukturen bilden, in denen sich ihre Kinder beheimaten können:

Das Miteinander – die helfende Tat – das gute Wort.

          In Jerusalem fängt es an – und ihr seid Zeugen dafür. Lk 24,47b–48

Sepp Franz

 

Notizen

 

Am vergangenen Montag haben wir Johann Meisl, Ahorn 14, verabschiedet. Er ist am 6. April zuhause gestorben.

Am kommenden Sonntag feiern wir wieder Wortgottesdienst - um 8 Uhr und um 10 Uhr.