3. Fastensonntag - 15.03.2020


Ex 17,3–7 

-----------------------

EINFÜHRUNG

-----------------------

 

An den Iden des März, 15. März 44 vor Christus, ist Gaius Julius Cäsar ermordet worden. Ein Attentat, das den 15. März in langer Erinnerung zu jenem Tag hat werden lassen, der auf bevorstehendes Unheil hindeutet. 

Der Coronarvirus ist nun in Europa angekommen. In Italien hat er sich besonders verankert. ‚Das Land steht still‘. Nun erwecken sie dort in den Städten, in Turin, in Venedig, einen alten Brauch wieder zum Leben: Mit Trommeln, Akkordeon, Trompete und anderen Instrumenten machen sie Balkonkonzerte und singen an gegen Covid-19 und gegen das Alleinsein in der Wohnung: ‚andrà tutto bene‘ - alles wird gut. Und aus unzähligen Fenstern hört man: Grazie mille!, mille grazie.

Seit Menschengedenken hat es bei uns noch keinen Sonntag gegeben, an dem nicht in den Kirchen Gottesdienste gefeiert worden wären, selbst nicht im Krieg. Jetzt aber sind alle Gottesdienste abgesagt. Wir sind wohl in einer neuen Zeit angekommen. Vieles passt nicht mehr zusammen. Soziale Kontakte, die normalerweise so unumstrittenen Zeichen einer lebendigen Gesellschaft, müssen zurückgebaut werden. Großeltern sollen ihre Enkel nicht mehr betreuen und Vereinsamte in den Altenwohnheimen dürfen nicht mehr besucht werden. Die Krankenhäuser werden für Besucher und Besucherinnen geschlossen. Wiewohl alle Verantwortlichen zu Gelassenheit mahnen: Die Caddies in den Einkaufshäusern sind randvoll, als stünden wir vor einer Zeit, in der es Hunger und Durst geben könnte. 

‚Sieh, ich will dort auf dem Felsen am Choreb vor dir stehen. Dann schlage an den Felsen, und es wird Wasser aus ihm hervorquellen, und das Volk kann trinken‘. So sagt der HERR zu Mose [Ex 17,6]. Den Ort, an dem das Volk gemurrt und geklagt hatte, nannte Mose: Massa und Meriba [murren und anklagen]. Sie hatten gehadert: ‚Ist der HERR in unserer Mitte oder nicht?‘

Wir wissen, dass Krisen zur Menschheit gehören, dass sie den Höhepunkt einer gefährlichen Konfliktentwicklung bilden und dass sie oft nicht zum Wohl der Völker gelöst worden sind. Deswegen hören wir jetzt auch so wichtige Begriffe wie: Solidarität, einander helfen, Distanz und doch Nähe … Und wenn der Virus dazu beiträgt, dass wir als Gemeinschaft den lebenswichtigen Werten wieder mehr Aufmerksamkeit widmen, dass Familien ihr Miteinander festigen, dass wir unser Angewiesensein auf den Anderen, auf die Andere auch als Geschenk erfahren, dass wir miteinander lachen und auch weinen … 

wir werden nun Sonntage haben, an denen wir keine Gottesdienste miteinander feiern, wir werden aber auch Sonntage haben, an denen wir tiefer entdecken, wie sehr wir alle einander nötig haben, wie sehr wir alle miteinander Sorge tragen müssen für die Kleinen und auch für jene, die Hilfe brauchen.

Häband Sorg.

Sepp Franz

 

 

---------------------

BIBELTEXTE

---------------------

 

Lesung aus dem Buch Exodus                                                                                                                                                                             17,3–7 

3 Und dort dürstete das Volk nach Wasser, und das Volk murrte gegen Mose und sprach: Warum hast du uns aus Ägypten heraufgeführt, um mich, meine Söhne und mein Vieh sterben zu lassen vor Durst? 

4 Da schrie Mose zum HERRN und sprach: Was soll ich machen mit diesem Volk? Nur wenig fehlt, und sie steinigen mich. 

5 Der HERR aber sprach zu Mose: Zieh vor dem Volk her und nimm einige von den Ältesten Israels mit dir. Auch deinen Stab, mit dem du den Nil geschlagen hast, nimm in deine Hand, und geh! 

6 Sieh, ich will dort auf dem Felsen am Choreb vor dir stehen. Dann schlage an den Felsen, und es wird Wasser aus ihm hervorquellen, und das Volk kann trinken. 

Und so machte es Mose vor den Augen der Ältesten Israels. 

7 Und er nannte den Ort Massa und Meriba [murren und anklagen], weil die Israeliten gehadert und weil sie den HERRN auf die Probe gestellt hatten, indem sie sprachen: Ist der HERR in unserer Mitte oder nicht?

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Johannesevangelium                                                                                                                                                                             4,5–42 

5 Nun kommt er in die Nähe einer Stadt in Samarien namens Sychar, nahe bei dem Grundstück, das Jakob seinem Sohn Josef gegeben hatte. 6 Dort war der Brunnen Jakobs. Jesus war müde von der Reise, und so setzte er sich an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. 7 Eine Frau aus Samaria kommt, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagt zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen. 9 Die Samaritanerin nun sagt zu ihm: Wie kannst du, ein Jude, von mir, einer Samaritanerin, zu trinken verlangen? Juden verkehren nämlich nicht mit Samaritanern. 10 Jesus antwortete ihr: Kenntest du die Gabe Gottes und wüsstest, wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken, so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser. 11 Die Frau sagt zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief. Woher also hast du das lebendige Wasser? 12 Bist du etwa grösser als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben hat? Er selbst hat aus ihm getrunken, er und seine Söhne und sein Vieh. 13 Jesus entgegnete ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst haben. 14 Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird in Ewigkeit nicht mehr Durst haben, nein, das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben sprudelt. 15 Die Frau sagt zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht mehr Durst habe und hierher kommen muss, um zu schöpfen. 16 Er sagt zu ihr: Geh, rufe deinen Mann und komm hierher! 17 Die Frau entgegnete ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Zu Recht hast du gesagt: Einen Mann habe ich nicht. 18 Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. 19 Die Frau sagt zu ihm: Herr, ich sehe, du bist ein Prophet. 20 Unsere Väter haben auf diesem Berg gebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei der Ort, wo man beten soll. 21 Jesus sagt zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem zum Vater beten werdet. 22 Ihr betet zu dem, was ihr nicht kennt; wir beten zu dem, was wir kennen - denn das Heil kommt von den Juden. 23 Aber die Stunde kommt, und sie ist jetzt da, in der die wahren Beter in Geist und Wahrheit zum Vater beten werden, denn auch der Vater sucht solche, die auf diese Weise zu ihm beten. 24 Gott ist Geist, und die zu ihm beten, müssen in Geist und Wahrheit beten. 25 Die Frau sagt zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, den man den Gesalbten nennt; wenn jener kommt, wird er uns alles kundtun. 26 Jesus sagt zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht. 

27 Unterdessen kamen seine Jünger und wunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Niemand freilich sagte: Was hast du im Sinn? oder: Was redest du mit ihr? 28 Die Frau ließ nun ihren Wasserkrug stehen und ging in die Stadt, und sie sagt zu den Leuten: 29 Kommt, da ist einer, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe. Sollte dieser etwa der Christus sein? 30 Sie gingen aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm. 31 Inzwischen baten ihn die Jünger: Rabbi, iss! 32 Er aber sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt. 33 Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm etwa jemand etwas zu essen gebracht? 34 Jesus sagt zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden. 35 Sagt ihr nicht: Noch vier Monate, und es kommt die Ernte? Ich aber sage euch: Macht die Augen auf und schaut die Felder an, sie sind weiß zur Ernte. 36 Schon empfängt der Erntende Lohn und sammelt Frucht zu ewigem Leben, damit der Säende sich freue mit dem Erntenden. 37 Denn hier ist das Wort wahr: Einer ist es, der sät, und ein anderer, der erntet. 38 Ich habe euch gesandt, um zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten.

39 Aus jener Stadt aber kamen viele Samaritaner zum Glauben an ihn auf das Wort der Frau hin, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. 40 Als nun die Samaritaner zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. 41 Und noch viel mehr Leute kamen auf sein Wort hin zum Glauben, 42 und sie sagten zu der Frau: Wir glauben nicht mehr auf deine Aussage hin, denn wir selbst haben ihn gehört und wissen, dass dieser wirklich der Retter der Welt ist. 

Zürcher Bibel

 

 

---------------

NOTIZEN

---------------

 

3. Fastensonntag – 15. März 2020

Ausnahmezustand

Wegen Sars-CoV-2 sind alle Gottesdienste bis auf Weiteres abgesagt.

Wir haben ein Pult bei den Gabentischchen aufgestellt:

Das Lektionar 'Sonntagsgottesdienste' aufgelegt.

Die Texte zum 3. Fastensonntag kopiert, 

einen Kommentar beigelegt.

Die für diesen Sonntag vorgesehene Vorstellung der Erstkommunikanten musste natürlich auch entfallen.

Christine Andres hat die Kärtchen für die Kinder aufgelegt.