3. Fastensonntag

7. März 2021


Schrifttexte

 

aus dem Buch Exodus                              20,1–17

Die zehn Gebote

1 Und Gott redete alle diese Worte und sprach:

2 Ich bin der HERR, dein Gott, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, aus einem Sklavenhaus. 3 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. 8 Denke an den Sabbattag und halte ihn heilig. 12 Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst auf dem Boden, den der HERR, dein Gott, dir gibt. 13 Du sollst nicht töten. 14 Du sollst nicht ehebrechen. 15 Du sollst nicht stehlen. 16 Du sollst nicht als falscher Zeuge aussagen gegen deinen Nächsten. 17 Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren; du sollst nicht die Frau deines Nächsten begehren oder seinen Knecht oder seine Magd oder sein Rind oder seinen Esel oder irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Johannes                2,13–25

Die Tempelreinigung

13 Das Passa der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. 14 Und im Tempel traf er auf die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und auf die Wechsler, die dasaßen. 15 Da machte er eine Peitsche aus Stricken und trieb alle aus dem Tempel hinaus, auch die Schafe und die Rinder, und das Geld der Wechsler schüttete er aus, die Tische stieß er um; 16 und zu den Taubenverkäufern sprach er: Schafft das fort von hier! Macht das Haus meines Vaters nicht zur Markthalle! 17 Da dachten seine Jünger daran, dass geschrieben steht: Der Eifer für dein Haus wird mich verzehren. 18 Da entgegneten ihm die Juden: Was für ein Zeichen kannst du uns vorweisen, dass du dies tun darfst? 19 Jesus entgegnete ihnen: Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten. 20 Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? 21 Er aber sprach von seinem Leib als dem Tempel. 22 Als er dann von den Toten auferweckt worden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

Jesus auf dem Passafest

23 Als er aber zum Passafest in Jerusalem war, kamen viele zum Glauben an seinen Namen, da sie die Zeichen sahen, die er tat. 24 Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an. Er kannte sie alle 25 und brauchte von niemandem ein Zeugnis über den Menschen, denn er wusste, was im Menschen war.

Zürcher Bibel

 

 

Sonntag, 7. März 2021

Am 7. März 321 erklärt der römische Kaiser Konstantin der Große per Dekret den dies solis, den Tag der Sonne, den Sonntag, zum Ruhetag. Dieses Dekret hat natürlich eine Vorlaufzeit  u n d  hat das christliche Abendland nachhaltig geprägt bis hin zur kirchlichen Strafdrohung: Wer am Sonntag nicht den Gottesdienst mitfeiert, begeht eine schwere Sünde. Dieses Strafkorsett ist erst in den letzten Jahrzehnten zerbröselt.

 

Die zehn Gebote Gottes aber haben all das überdauert. Sie finden sich im

Exodus – dem 2. Buch Mose, wie es die evangelische Kirche benennt.                                             

Auch im Christentum zählen die 10 Gebote zum Grundbestand des Glaubens. Von Generation zu Generation sind sie tradiert worden – bis heute. Darunter auch: »Denke an den Sabbattag und halte ihn heilig« [Ex 20,8]. Von allen jüdischen Festen und Riten ist nur der Schabbat in die 10 Gebote aufgenommen worden. Der Schabbat soll gehalten werden, »damit dein Rind und dein Esel ausruhen und der Sohn deiner Sklavin und der Fremde zu Atem kommen« [Ex 34,21]. Er beginnt am Vorabend und dauert von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Eintritt der Dunkelheit am folgenden Samstag. Der Abend beginnt, wenn man einen grauen Wollfaden nicht mehr von einem blauen unterscheiden kann.

Unser Sonntag steht als erster Tag am Anfang der Woche, der Schabbat als letzter Tag am Ende der Woche - erinnernd an den Schöpfungsbericht:

»Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tag ist der Schabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun« [Deut 5,13–14].

 

Zu diesem Text der 10 Gebote Gottes hören wir aus dem

Johannesevangelium  die Tempelreinigung: »Da machte er eine Peitsche aus Stricken und trieb alle aus dem Tempel hinaus« [Joh 2,15]. Alle Evangelisten bringen diese Szene - in unterschiedlicher Schärfe. Bei Johannes steht die Tempelreinigung ganz am Anfang des Evangeliums, bei den anderen am Beginn der Leidensgeschichte. Ob sich diese Erzählung tatsächlich historisch genauso ereignet hat, ist umstritten. Dass der tiefere Sinn aber zum Grundbestand des Glaubens gehört, steht außer Frage: »Macht das Haus meines Vaters nicht zur Markthalle!« Joh 2,16.

Die Kirchengebäude der Christen atmen diesen Geist. Vor langer Zeit war ich einmal mit Ministranten in der Barockkirche Birnau. Wir mussten ein schützendes Dach finden, weil ein Wolkenbruch strömenden Regen brachte. Und viele Leute gingen deswegen auch in die Kirche hinein. So war ein dampfender Lärm im Kirchenraum – der strahlenden Größe des Raumes nicht ganz angemessen. Da haben die Buben und Mädchen mit mir den Kanon das »Magnificat anima mea« gesungen. Es war, als hätten wir die Tempelreinigung entfacht: Stille und Staunen und Dankbarkeit.

Vielleicht hat Jesus auch so ähnlich im Tempel in Jerusalem gehandelt:

»Da dachten seine Jünger daran, dass geschrieben steht: Der Eifer für dein Haus wird mich verzehren«. Joh 2,17

Sepp Franz

 

 

Notizen

In der vergangenen Woche hatten wir zwei Beerdigungen:

Inge Gschwandtner, geb. Weh und Doris Beate Viehweg, geb. Rojahn.

 

Heute Nachmittag werden zwei Kinder getauft: Mia Ebner und Felix Bereuter.

Es ist das jeweils erste Kind der Familie.

 

Am nächsten Sonntag im 10h-Gottesdienst werden unsere 17 Mädchen und Buben vorgestellt,

die am 30. Mai zur Erstkommunion kommen.

 

In dieser Woche ist keine Eucharistiefeier geplant. Täglich aber wird um 8 Uhr in der Kirche Rosenkranz gebetet.

Wer mitmachen mag, ist freundlich dazu eingeladen.