29. Sonntag im Jahreskreis


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BIBELTEXTE

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Lesung aus dem Buch Jesaja                               45,1.4–6

Der HERR stärkt Kyros

1 So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyros, den ich bei seiner Rechten ergriffen habe, um Nationen vor ihm zu unterwerfen – und Königen werde ich den Gürtel von den Hüften reißen –, um Türen vor ihm zu öffnen, und Tore werden nicht verschlossen bleiben:

4 Um meines Dieners Jakob willen, um Israels, meines Erwählten, willen,

deshalb habe ich dich bei deinem Namen gerufen. Ich gebe dir einen Ehrennamen, auch wenn du mich nicht erkannt hast.

Ich bin der HERR und keiner sonst, außer mir gibt es keinen Gott. Ich gürte dich, auch wenn du mich nicht erkannt hast,

damit sie erkennen, vom Aufgang der Sonne und von ihrem Untergang her, dass es keinen gibt außer mir. Ich bin der HERR und keiner sonst.

Zürcher Bibel

 

 

 

aus dem Evangelium nach Matthäus                        22,15–22

Zur Frage nach der kaiserlichen Steuer

15 Da machten sich die Pharisäer auf und beschlossen, ihm eine Fangfrage zu stellen.

16 Und sie schickten ihre Jünger zusammen mit den Herodianern aus, um ihm zu sagen: Meister, wir wissen, dass du der Wahrheit verpflichtet bist und den Weg Gottes lehrst, wie es richtig ist, und auf niemanden Rücksicht nimmst, denn du achtest nicht auf das Ansehen der Person.

17 Sag uns also, was dir richtig scheint: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?

18 Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sprach: Was versucht ihr mich, ihr Heuchler!

19 Zeigt mir die Münze für die Steuer! Da hielten sie ihm einen Denar hin.

20 Und er sagt zu ihnen: Wessen Bild und Inschrift ist das?

21 Sie sagen zu ihm: Des Kaisers. Da sagt er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!

22 Als sie das hörten, wunderten sie sich; und sie ließen ihn stehen und gingen fort.

Zürcher Bibel

 

 

 

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SONNTAG, 18. OKTOBER 

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Erstkommunion am vergangenen Sonntag.

6 Mädchen und 10 Buben.

Mütter, Väter, Alleinerziehende.

Das lange Warten davor.

Eine Lehrerin hat später gesagt: Es sind so brave Kinder.

Ein Gottesdienst, der in der Corona-Zeit so wertvoll und wichtig geworden ist.

 

Jesaja

Heute wieder ein Schrifttext aus dem Jesajabuch.

Exegeten geben diesem Teil des Jesajabuches den Kunstnamen ‚Deuterojesaja‘. Kyros II., den legendären König des Perserreiches im 6. Jahrhundert vor Christus, nennt das 45. Kapitel Maschiach, Gesalbter – ein Titel, der sonst nie im AT einem Ausländer zugedacht wird. Vielleicht auch deswegen, weil sich so viele Legenden um diesen Kyros den Großen gebildet haben.

Hineingeflochten in diesen Text aber ist das Glaubensbekenntnis der Israeliten:

    שְׁמַע יִשְׂרָאֵל יְהוָה אֱלֹהֵינוּ יְהוָה אֶחָד

     Höre Israel! Der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig. Deut 6,4

Selbst dem so bedeutenden König Kyros, dem Ausländer, wird dieses Credo gesagt. Selbst er muss sich ihm unterstellen.

Ein Bekenntnis, das sich durch die ganze Geschichte der Israeliten zieht – vom Auszug aus Ägypten bis Kanaan, vom Dornbusch bis zum Tempel in Jerusalem. Ein selbstverständliches Bekenntnis, das das Christentum von innen her prägt, von Kindheit an. Ein Credo, dem der Islam durchgehend Rang und Gesetz gibt.

     שְׁמַע יִשְׂרָאֵל יְהוָה אֱלֹהֵינוּ יְהוָה אֶחָד         

     Höre Israel! Der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig. Deut 6,4

 

Matthäus

In diesem Glaubensbekenntnis wird auch Jesus groß. Am Morgen, am Abend und beim privaten Nachtgebet wird es gesprochen, an den großen Tagen im Jahr und beim Begräbnis. Und wenn sie ihn fragen:

Sag uns also, was dir richtig scheint:

Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht? Mt 22,17

dann antwortet er, fast möchte man sagen, natürlich:

So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist,

und Gott, was Gottes ist! Mt 22,21  

Es ändert nichts am Grundgebet ihres Alltags: Der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig. Wenn das den Tag, das Jahr, das Leben bestimmt, dann hat kein Großer und Mächtiger, kein Kaiser oder König, kein Diktator oder Herrscher Zutritt. Die alle müssen hinten anstehen. Dann steht der Mensch vor dem Unsagbaren und weiß: IHM bin ich verantwortlich und letztlich wohl nur IHM.

 

Sepp Franz

 

 

 

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NOTIZEN

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Am nächsten Sonntag im Wortgottesdienst um 10 Uhr erinnern wir an Werner Amesbauer.

Er ist gestern vor einem Jahr gestorben.

 

Die Texte zum Sonntag liegen bei der Infotafel und beim Ausgang zum Friedhof auf. Wer mag, kann gerne davon mitnehmen.

 

Durch die Corona-Zeit hat uns die Installation von Anna Rubin  » m i r   w i r d   s o   l e i c h t «  hier in der Kirche begleitet. Ihre Botschaft haben neben tausend anderen die 40 Firmlinge und unsere 16 Erstkommunikanten mit allen Angehörigen gesehen und gehört und auch dankbar in ihren Tag mitgenommen. Heute Abend um 19 Uhr werden wir diese Ausstellung beenden – mit Musik, Tanz und schönen Texten.

 

Wir freuen uns, wenn Sie dabei sein mögen – Plätze sind noch frei.