27. Sonntag im Jahreskreis


Schrifttexte

der Sonnengesang des Franz von Assisi

Gott, ich lobe dich für die Sonne,

meine Schwester –

sie gibt uns Kraft und Wärme.

       Gott, ich lobe dich für die Sterne,

       die funkelnden Brüder und Schwestern –

       sie schmücken den Nachthimmel.

Gott, ich lobe dich für den Mond,

meinen Bruder –

er schenkt uns seinen Silberschein.

       Gott, ich lobe dich für den Wind,

       meinen Bruder –

       er lässt die bunten Herbstblätter tanzen

       und unsere Drachen steigen.

Gott, ich lobe dich für die Quelle,

meine Schwester –

sie gibt uns frisches Wasser.

       Gott, ich lobe dich für das Feuer,

       meinen Bruder –

       er ist stark, wärmt und leuchtet

       uns als Lagerfeuer.

Gott, ich lobe dich für die Erde,

meine Schwester –

sie ernährt uns mit vielen Früchten

und schenkt uns Blumen zur Freude.

       Gott, ich lobe dich für alle Menschen,

       die mir begegnen –

       sie sind mir Schwestern und Brüder.

Gott, ich lobe dich für den Tod,

meinen Bruder –

denn er gibt uns einmal ganz in deine Hände.

 

 

 

aus dem Evangelium nach Markus                             10,2-16 

 

Zur Frage nach der Ehescheidung

2 Und es kamen Pharisäer zu ihm und fragten, um ihn auf die Probe zu stellen, ob es einem Mann erlaubt sei, seine Frau zu entlassen.

3 Er antwortete ihnen: Was hat Mose euch geboten?

4 Sie sagten: Mose hat erlaubt, einen Scheidebrief zu schreiben und sie zu entlassen.

5 Jesus aber sagte zu ihnen: Angesichts eurer Hartherzigkeit hat er für euch dieses Gebot aufgeschrieben.

6 Doch vom Anfang der Schöpfung an hat er sie als Mann und Frau geschaffen.

7 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen,

8 und die beiden werden ein Fleisch sein. Also sind sie nicht mehr zwei, sondern sie sind ein Fleisch.

9 Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

10 Im Haus fragten ihn die Jünger ihrerseits danach.

11 Und er sagt zu ihnen: Wer seine Frau entlässt und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch an ihr.

12 Und wenn sie ihren Mann entlässt und einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch.

Die Segnung der Kinder

13 Und man brachte Kinder zu ihm, damit er sie berühre. Die Jünger aber fuhren sie an.

14 Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.

15 Amen, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen.

16 Und er schließt sie in die Arme und legt ihnen die Hände auf und segnet sie.

Zürcher Bibel

 

 

Sonntag, 3. Oktober 2021

 

Vor einem Jahr hat Dr. Christian Rutishauser, coronabedingt, am letzten Sonntag im September 20 Buben und 20 Mädchen gefirmt, zwei Wochen später war dann Erstkommunion. Eine ganz intensive Zeit. Manche Pfarrgemeinden in Vorarlberg müssen. Eine ganz intensive Zeit. Manche Pfarrgemeinden in Vorarlberg müssen Erstkommunion und Firmung in diesem Herbst feiern.

Markus

Der Verfasser des Markusevangeliums hat den geschichtlichen Jesus wohl nicht gekannt. Das Evangelium richtet sich an Heidenchristen, an solche, denen die langen Erinnerungen der Israeliten nicht im Blut liegen. Markus muss immer wieder jüdische Selbstverständlichkeiten erklären, wohl weil sie sonst nicht verstanden würden.

Das 10. Kapitel, aus dem wir heute hören, enthält sogenannte Jüngerbelehrungen. Zu ihnen zählt auch die Segnung der Kinder, wie es eine Überschrift benennt.

Täglich machen sich jetzt wieder unsere Buben und Mädchen auf den Schulweg, viele mit dem Bus, manche mit dem Fahrrad oder mit dem Mofa. Die Kleinen schleppen ihre Schultaschen hierher zur Volksschule und die ganz Kleinen erwarten schon bald im Vormittag mit Ungeduld den Weg nach Hause.

Der entscheidende Satz bei Markus ist die Aufforderung, wie Kinder zu werden: Es ist die kürzeste Formulierung für die Forderung, auf Ansehen, Macht, Reichtum und Sicherheiten zu verzichten – schreibt ein Kommentator zu dieser Stelle:

Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind,

der wird nicht hineinkommen Mk 10,15.

Der Sonnengesang des Franz von Assisi

Kaum jemand im Mittelalter hat so markante Spuren in der Kirchengeschichte hinterlassen wie Franz von Assisi. 1181 oder 1182 kommt er zur Welt, wird auf den Namen Giovanni getauft. Sein Vater aber nennt ihn liebevoll Francesco – kleines Französlein; vielleicht auch, weil seine Mutter eine Französin ist. Seine Eltern wollen, dass er lesen, schreiben und rechnen lernt; für manche Kinder auch heute eine Herausforderung. Mit 14 Jahren tritt er in die Firma seines Vaters ein und führt anfangs ein recht ausschweifendes Leben. Bald aber verändert er sich radikal. Er beginnt seinen ganz eigenen Weg. In einer Zeit des Umbruchs will Franz von Assisi die Umsetzung der Botschaft von Jesus aus Nazareth in seinem Leben wortwörtlich verwirklichen. Das ist seinem Vater zu viel. Er enterbt ihn öffentlich vor den Augen des Bischofs. Franziskus aber, so sagt die Legende, hört auf das Wort der Stimme von San Damiano:

      Franziskus, geh und baue mein Haus wieder auf,

      das, wie du siehst, ganz und gar in Verfall gerät.

Er verzichtet auf Macht und Geld und Ansehen und Sicherheit. Die Erde, auf der er schläft, nennt er seine ‚Herrin‘. Er wird zum Beispiel und Vorbild für viele Generationen. Heute vor 795 Jahren, am 3. Oktober 1226, stirbt er in der Portiuncula-Kapelle unterhalb der Stadt Assisi, 45-jährig.

Erntedank

Unter anderem hat Franz von Assisi den Sonnengesang verfasst, ein Juwel in der Weltliteratur. Wir haben ihn als Lesung gewählt, zum Erntedanksonntag:

      Gott, ich lobe dich für die Erde, meine Schwester –

      sie ernährt uns mit vielen Früchten und schenkt uns Blumen zur Freude.

Die Dankbarkeit läuft durch diesen Sonntag.

für die Gesundheit, die körperliche und seelische; für die Partnerschaft; für die Familie, für die Ausbildung und den Arbeitsplatz; die Dankbarkeit für ausreichende Kraft im Alltag, für alle, die an der Gemeinschaft bauen, für die Alleinerziehenden, für jene, die das Lachen nicht vergessen, die Gelassenheit bringen und das Vertrauen Tag für Tag.

      Gott, ich lobe dich für alle Menschen, die mir begegnen –

      sie sind mir Schwestern und Brüder.

Sepp Franz

 

Notizen

 

Heute Nachmittag um 14 Uhr werden 4 Kinder getauft:

      Bella 

      Franziska 

      Lucas 

      und

      Jonah 

2 Mädchen, 2 Buben.

 

Anschließend an den Gottesdienst bekommen wir einen Apfel mit auf den Weg; es ist ja Erntedank.

Der Kinderliturgiekreis hat das organisiert.