26. Sonntag im Jahreskreis


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BIBELTEXTE

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Lesung aus dem Buch der Weisheit                              7,22–24.27

Die Weisheit.

22 In ihr ist eine Geistkraft: verständig, heilig, einzigartig, vielteilig, fein, leichtbeweglich, durchdringend, unbefleckt, klar, unverletzlich, das Gute liebend, schnell bereit

23 nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich, verlässlich, sicher, sorgenfrei, allmächtig, alles überschauend und durch alle Geister dringend,

auch die vernunftvollen, reinen, leichtesten.

24 Die Weisheit ist beweglicher als alle Bewegung, in ihrer Reinheit durchzieht und durchdringt sie alles.

27 Sie ist nur eine und vermag doch alles, sie bleibt, was sie ist, und erneuert doch alles. Von Generation zu Generation tritt sie in heilige Menschen ein und macht sie zu Freundinnen und Freunden Gottes (der Gottheit) und zu seinen (ihren) Prophetinnen und Propheten.

 

 

 

aus dem Evangelium nach Lukas                                  2,41–52

Der zwölfjährige Jesus im Tempel

41 Und seine Eltern zogen jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem. 

42 Auch als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf, wie es an diesem Fest der Brauch war, 

43 und verbrachten die Tage dort. Als sie heimkehrten, da blieb der junge Jesus in Jerusalem zurück, und seine Eltern merkten es nicht. 

44 Da sie meinten, er befinde sich unter den Reisenden, gingen sie eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. 

45 Und als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück, um ihn zu suchen. 

46 Und es geschah nach drei Tagen, dass sie ihn fanden, wie er im Tempel mitten unter den Lehrern saß und ihnen zuhörte und Fragen stellte. 

47 Alle aber, die ihn hörten, waren verblüfft über seinen Verstand und seine Antworten. 

48 Und als sie ihn sahen, waren sie bestürzt, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. 

49 Und er sagte zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss? 

50 Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte.

51 Und er zog mit ihnen hinab, zurück nach Nazaret, und war ihnen gehorsam. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. 

52 Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

 

 

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SONNTAG, 27. SEPTEMBER

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Weisheit

Das Buch der Weisheit um 50 v. Chr. wahrscheinlich im ägyptischen Alexandria in griechischer Sprache verfasst. Die Weisheit. Eine der vier damals belegten Kardinaltugenden: Tapferkeit, Gerechtigkeit, Besonnenheit und Weisheit.

Der alte, weise König Salomo schaut auf seine Jugend zurück: Ich habe die Weisheit als Geschenk von Gott erhalten. Ich habe sie von Gott erbetet.

Die Weisheit ist beweglicher als alle Bewegung,

in ihrer Reinheit durchzieht und durchdringt sie alles. Weish 7,24

So hören wir in der heutigen Lesung.

Morgen werden bei uns 20 Buben und 20 Mädchen gefirmt. Durch die Handauflegung erhalten sie den Heiligen Geist als das unsichtbare Geschenk und durch die Salbung mit Chrisam dessen sichtbares Siegel:

Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.

Wir wünschen uns sehr, dass unseren Firmlingen die Gabe der Weisheit auch zuwachsen möge, damit sie imstande sind, ihren Alltag und ihr Leben mit den Augen des alten, weisen Königs Salomo zu sehen:

In allem hast du, Herr, dein Volk groß gemacht und verherrlicht; du hast es nicht im Stich gelassen, sondern bist ihm immer und überall beigestanden. Weish 19,22

 

Lukas

Der zwölfjährige Jesus im Tempel. Die einzige Geschichte unter den vier Evangelien der Bibel, die von der Kindheit Jesu erzählt. Im ersten Lesen scheint es eine Alltagserzählung zu sein, wie sie vielen Müttern und Vätern vertraut ist.

Bei genauerem Lesen fällt doch einiges auf. Lukas führt mit dieser Erinnerung zurück zu den Quellen von diesem Jesus aus Nazareth. ‚Schon‘ mit 12 Jahren bleibt ihr Sohn in Jerusalem zurück. Und sie merken es nicht. Sie suchen ihn.

Und es geschah nach drei Tagen, dass sie ihn fanden. Lk 2,46

Jede Zahl, die in den Heiligen Schriften steht, hat ihren besonderen Hintergrund, auch ihre spezielle Botschaft. Drei Tage, das Zeitmaß der Auferstehung.

Und es geschah nach drei Tagen, dass sie ihn fanden. Lk 2,46

Davor: Das Suchen, die Ängste, die Schmerzen, die Verunsicherung.

Unsere Zwölfjährigen. In der Corona-Zeit werden sie gefirmt. Vom Frühling in den Herbst verschoben. Sie haben sich mit der Ausstellung »mir wird so leicht« spielerisch auseinandergesetzt. Und sie freuen sich so sehr auf ihren Firmtag, mit Göte und Gota.

Vielleicht ist das deswegen auch eine gute Geschichte für unsere Buben und Mädchen. Jedes Kind hat ja seine Quellen. Bei jedem Buben und bei jedem Mädchen gibt es auch die drei Tage … bis sie gefunden werden. 

Sepp Franz

 

 

 

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NOTIZEN

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Zur kommenden Woche:

 

Am Donnerstagabend um 19 Uhr Taufgespräch für jene, die ihr Kind taufen lassen möchten; am kommenden Samstag um 14 Uhr wird die kleine Livia Nagel aus Gaißau hier getauft. Am nächsten Sonntag feiern wir Erntedank. Gabenkörbchen werden in beiden Gottesdiensten gesegnet, um 8 Uhr und um 10 Uhr.

 

Die Texte zum Sonntag liegen bei der Infotafel und beim Ausgang zum Friedhof auf. Wer mag, kann gerne davon mitnehmen.