Foto: Drachenbauworkshop der Firmlinge


24. Sonntag im Jahreskreis


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BIBELTEXTE

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Lesung aus dem Brief an die Gemeinden in Rom                                                                                                                             14,7–9

7 Keiner von uns lebt für sich selbst, und keiner stirbt für sich selbst.

8 Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir nun leben oder sterben, wir gehören dem Herrn.

9 Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden: dass er Herr sei über Tote und Lebende.

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Matthäus                                                                                                                                               18,21–35

Das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht

21 Dann trat Petrus zu ihm und sagte: Herr, wie oft kann mein Bruder an mir schuldig werden, und ich muss ihm vergeben? Bis zu siebenmal?

22 Jesus sagt zu ihm: Ich sage dir, nicht bis zu siebenmal, sondern bis zu siebenundsiebzigmal.

23 Darum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte.

24 Als er abzurechnen begann, wurde einer vor ihn gebracht, der ihm zehntausend Talent schuldig war.

25 Weil er sie nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kind und seiner ganzen Habe zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. 26 Da warf sich der Knecht vor ihm auf die Knie und flehte: Hab Geduld mit mir, und ich werde dir alles zurückzahlen!

27 Da hatte der Herr Mitleid mit jenem Knecht und ließ ihn gehen, und die Schuld erließ er ihm.

28 Als aber der Knecht wegging, traf er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denar schuldig war; und er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahle, wenn du etwas schuldig bist!

29 Da fiel sein Mitknecht vor ihm nieder und bat ihn: Hab Geduld mit mir, und ich werde es dir zurückzahlen!

30 Er aber wollte nicht, sondern ging und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld beglichen hätte.

31 Als nun seine Mitknechte sahen, was geschehen war, überkam sie große Trauer, und sie gingen und berichteten ihrem Herrn alles, was geschehen war.

32 Da ließ sein Herr ihn zu sich rufen und sagte zu ihm: Du böser Knecht! Die ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast!

33 Hättest nicht auch du Erbarmen haben müssen mit deinem Mitknecht, so wie ich Erbarmen hatte mit dir?

34 Und voller Zorn übergab ihn sein Herr den Folterknechten, bis er ihm die ganze Schuld bezahlt hätte.

35 So wird es auch mein himmlischer Vater mit euch machen, wenn ihr nicht vergebt, ein jeder seinem Bruder von Herzen.

Zürcher Bibel

 

 

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SONNTAG, 13. SEPTEMBER

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Römerbrief    

Wenn wir jemanden aus unserer Mitte in den Tod verabschieden,

lesen wir vor dem Gang auf den Verabschiedungsplatz immer einen Text aus dem Römerbrief:

Keiner von uns lebt für sich selbst, und keiner stirbt für sich selbst.

Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir nun leben oder sterben, wir gehören dem Herrn. Röm 14,7–8

Einer dieser elementaren Kerngedanken des Paulus, den er den Gemeinden in Rom ans Herz legt: Die unterschiedlichen religiösen Lebensstile, die es bei euch gibt, lebt sie ohne gegenseitige Abwertung. Das, was euch eint, ist viel wichtiger und entscheidender. Ob ihr lebt oder sterbt, ihr gehört dem Herrn.

Die einen sind ihrer Herkunft nach geprägt von jüdischen Wurzeln, die anderen sind Neubekehrte. Die einen feiern den Sabbat und andere religiöse Feste nach alter Verpflichtung. Das ist ihnen heilig und unantastbar. Die anderen sagen: Wir sind durch Jesus frei von derartigen Verboten und Geboten, von solchen Traditionen. Wir leben, wie wir Jesus und sein Wort in unserem Alltag verstehen, wir sind keiner religiösen Tradition verpflichtet. Paulus sagt ihnen: Ihr seid alle in einem gleich, ihr gehört zu Jesus Christus. Auf ihn seid ihr getauft. Paulus greift ein heißes Eisen in großer Souveränität an.

Ob wir nun leben oder sterben, wir gehören dem Herrn. Röm 14,7–8

Respekt und Toleranz, fundamentale Grundbegriffe von Christen und Christinnen durch alle Generationen. Christengemeinden bauen diese Kernsätze in ihr Haus. Manchmal können wir ihnen begegnen, wenn es um schwierige Themen geht – in der Politik, in der Gesundheit, am Arbeitsplatz. Und wenn wir uns schwer tun mit den so unterschiedlichen Auffassungen zu Tradition und Verpflichtung, dann könnten wir den Römerbrief lesen und staunen.

 

Matthäus    

'Das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht'. Diese Überschrift wählt die Zürcher Bibel für den heutigen Text. Ein ausführliches dreigliedriges Gleichnis vom König, der mit seinen Knechten abrechnen will. Petrus bringt in seiner Frage 'wie oft muss ich meinem Bruder vergeben?' die Zahl 7 ins Spiel. Mit dieser vollkommenen Zahl als Obergrenze übersteigt er das Übliche. Jesus aber:

Ich sage dir, nicht bis zu siebenmal, sondern bis zu siebenundsiebzigmal.

Der König erlässt die gesamte Schuld. Der Schuldner aber verweigert seinem Gläubiger die Gnade. Jetzt wendet der König das Gesetz in seiner ganzen Härte an:

Du böser Knecht! Die ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast! Mt 18,32  

Dem Christentum darf also wohl eines nie fehlen: Die Bereitschaft zu vergeben. Zu jeder Zeit, auch heute.

 

Sepp Franz

 

 

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NOTIZEN

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Brunhilde Putz, geb. Sutterlütti – Pertinsel 51

Am 28. Oktober 1928 geboren, vorgestern, am Freitagabend, haben wir sie verabschiedet. 

 

Fritz Reinher

Am 9. Oktober 1949 in Schruns geboren, am Mittwoch um 10h halten wir den Bestattnisgottesdienst mit anschließender Urnenbeisetzung.

 

 

Sie bekommen es ja alle täglich mit: Die Infektionszahlen steigen, auch bei uns.

Morgen beginnt die Schule. Der Eröffnungsgottesdienst kann wegen Corona nicht stattfinden – der Schutz der Kinder und der Eltern geht vor.

 

Am Freitag um 15h werden hier heiraten: Hannes Hofer und Melissa Hämmerle, Montfortstraße 9

 

Am Samstag um 14h werden zwei Kinder getauft: Julius Schneider aus Höchst und Elias Jakober aus Lustenau.

 

Am nächsten Sonntag feiern wir wieder Wortgottesdienste. Ruth Sturm und Ilse Hagen werden leiten. 

 

Für die Firmung am 27. September planen wir zwei Gottesdienste: Um 9h und um 11h. Zusätzlich aber feiern wir einen Vorabendgottesdienst um 19h am Samstag, 26. September. Die Gottesdienstzeiten am Sonntag verschieben sich um eine Stunde. Wir hoffen, damit die Firmungsgottesdienste zu entlasten.

 

Anna Rubin, die Künstlerin unserer heurigen Installation ‚mir wird so leicht‘, hat in den letzten Tagen mit unseren 40 Firmlingen workshops zum Drachenbau durchgeführt. Das war wertvoll und so schön.

 

Heute Abend um 19h: Kulturpunkt – 'den himmel zum tanz bewegen'. Unsere Gäste: Albert Hosp als Moderator; Monika Hosp, Gesang; Mona Matbou Riahi, Klarinette; und Pierre Douay, Klavier. Bis 18.45h ist eine Anmeldung knapp vor dem Konzert natürlich auch noch möglich.

 

Die Texte zum Sonntag und die Karten zum Kulturpunkt liegen bei der Infotafel und beim Ausgang zum Friedhof auf.

Wer mag, kann gerne davon mitnehmen.