24. Sonntag im Jahreskreis


Schrifttexte

aus dem Buch Jesaja                         50,5–9a

Der geschmähte Gottesknecht ist treu

5 Gott der HERR hat mir das Ohr aufgetan,

und ich bin nicht widerspenstig gewesen,

bin nicht zurückgewichen.

6 Denen, die schlugen, habe ich meinen Rücken dargeboten,

und meine Wangen denen, die mich an den Haaren rissen,

gegen Schmähungen und Speichel habe ich mein Angesicht nicht verdeckt.

7 Gott der HERR aber steht mir bei! Darum bin ich nicht zuschanden geworden.

Darum habe ich mein Angesicht wie Kieselstein gemacht,

ich wusste, dass ich nicht in Schande geraten würde.

8 Er, der mir Recht schafft, ist nahe! Wer will mit mir streiten?

Lasst uns zusammen hintreten!

Wer ist Herr über mein Recht? Er soll zu mir kommen!

9 Seht, Gott der HERR steht mir bei,

wer ist es, der mich schuldig sprechen will? 

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Markus            8,27–35

Das Bekenntnis des Petrus

27 Und Jesus und seine Jünger zogen weg in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er seine Jünger: Für wen halten mich die Leute?

28 Sie sagten zu ihm: Für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für einen der Propheten.

29 Da fragte er sie: Und ihr? Für wen haltet ihr mich? Petrus antwortet ihm: Du bist der Messias!

30 Da schärfte er ihnen ein, niemandem etwas über ihn zu sagen.

Die erste Leidensankündigung

31 Und er begann sie zu lehren: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten und den Hohen Priestern und den Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen.

32 Und er sprach das ganz offen aus. Da nahm ihn Petrus beiseite und fing an, ihm Vorwürfe zu machen.

33 Er aber wandte sich um, blickte auf seine Jünger und fuhr Petrus an: Fort mit dir, Satan, hinter mich! Denn nicht Göttliches, sondern Menschliches hast du im Sinn.

Nachfolge und Lebensgewinn

34 Und er rief das Volk samt seinen Jüngern herbei und sagte zu ihnen: Wenn einer mir auf meinem Weg folgen will, verleugne er sich und nehme sein Kreuz auf sich, und so folge er mir.

35 Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren, wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, wird es retten.

Zürcher Bibel

 

 

 

Sonntag, 12. September 2021

Im Jesajabuch sammeln sich die Erfahrungen des Menschen mit Gott und der Welt – in Jahrhunderten der Herrschaft und in denen der Abhängigkeit. Gerhard von Rad hat einmal gesagt: Das Jesajabuch ist das gewaltigste theologische Phänomen des Alten Testamentes.

Heute das dritte ebed-Jahwe-Lied:

Denen, die schlugen, habe ich meinen Rücken dargeboten ... gegen Schmähungen und Speichel habe ich mein Angesicht nicht verdeckt. Jes 50,6

Das Exil in Babylon - nach der Zerstörung Jerusalems.

Die Deportierten werden ihrer Kultur beraubt.

Angst und Entwurzelung prägen den Alltag.

Hass und Feindschaft werden ständige Wirklichkeit.

Jesaja erzählt nun von der geheimnisvollen Gestalt des ebed-Jahwe, des Gottesknechtes. Er ist mit besonderen Gaben ausgerüstet:

o   Er erträgt abgrundtiefe Bosheiten und schlägt nicht zurück.

o   Er kann mit den Müden reden und wie ein Schüler zuhören.

o   Hasserfülltes und Rache haben bei ihm keinen Boden.

o  Die Kraft schöpft dieser Mann aus seiner Beziehung zu Jahwe, zu seinem Gott. So trägt er den Namen: ebed-Jahwe, Gottesknecht.

ER, der mir Recht schafft, ist nahe!

Gott, der Herr, steht mir bei. Jes 50,8-9

Wie nur sollen wir umgehen mit den bösen Nachrichten aus aller Welt?

o   Wenn zwanzig Jahre nach dem Anschlag in New York Guantanamo, das Foltergefängnis, immer noch Realität ist.

o   Wenn Hass nicht nur toleriert, sondern auch geschürt wird, nicht nur in  Medien.

o   Wenn ... 

 

 

Markus

Dazu der Text aus dem Markusevangelium: Das Bekenntnis des Petrus.

Die Heilung eines Taubstummen, die Speisung von viertausend Personen und dann die Heilung eines Blinden führen Petrus zum großen Wort:

Für wen haltet ihr mich? Petrus antwortet ihm:

Du bist der Messias. Mk 8,29b

Will wohl heißen: Du bist der Mächtigste. Du bist der Größte.

Bei Jesaja im dritten Lied vom Gottesknecht entsteht ein anderes Bild:

Er wird einer sein, der zu den Armen gezählt wird, der sich bei den Gedemütigten findet.

In diesem Bild steht Jesus aus Nazareth.

Sie werden ihn nicht akzeptieren.

Das zu verstehen, ist Petrus nicht bereit:

Und Jesus fährt ihn an:

Fort mit dir, Satan, hinter mich!

Denn nicht Göttliches, sondern Menschliches hast du im Sinn. Mk 8,33

Petrus, der Erste von den Zwölf. Der Fels, wie es einmal heißt.

Auch der jetzige Papst Franziskus ist in seinen Fußstapfen.

Heute hat er eine viertägige Reise angetreten, die ihn zunächst kurz nach Ungarn und dann drei Tage in die Slowakei führen wird. 

Die Botschaft, die er in die Welt trägt,

ist auch die aus dem heutigen Text des Markusevangeliums:

Wenn einer mir auf meinem Weg folgen will,

verleugne er sich und nehme sein Kreuz auf sich, und so folge er mir. Mk 8,34

 

 

Notizen

 

In der kommenden Woche beginnt wieder die Schule. Viele freuen sich sehr darauf, auch Kinder. Zu Beginn wird es eine dreiwöchige Sicherheitsphase geben mit drei Testungen wöchentlich. Der Hintergrund: Die Sorge um die Gesundheit unserer Kinder und ihrer Lehrpersonen. Auch deswegen muss der Eröffnungsgottesdienst auf Dienstag verlegt werden.

 

In aller Behutsamkeit und Vorsicht feiern wir also am Dienstag Gottesdienst. Eltern und jene, die den Kindern nahe sind, sind natürlich auch freundlich dazu eingeladen: Dienstag um 8 Uhr.

 

Am Samstag dieser kommenden Woche wird um 11 Uhr die kleine Valerie getauft.