Foto: aktuelle Ausstellung »mir wird so leicht«


23. Sonntag im Jahreskreis


------------------------

BIBELTEXTE

------------------------

 

Lesung aus dem Brief an die Gemeinden in Rom                      13,8–10 

Die Erfüllung des Gesetzes

8 Bleibt niemandem etwas schuldig, außer dass ihr einander liebt. Denn wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt.

9 Das Gebot nämlich: Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren, und was es sonst noch an Geboten gibt, wird in dem einen Wort zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

10 Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu. Des Gesetzes Erfüllung also ist die Liebe.

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Matthäus                                                 18,15–20

Von der Verantwortung in der Gemeinde

15 Wenn dein Bruder an dir schuldig wird,  dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.

16 Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit alles durch zweier oder dreier Zeugen Mund festgestellt werde.

17 Hört er nicht auf sie, so sag es der Gemeinde. Hört er auch nicht auf die Gemeinde, so sei er für dich wie ein Heide und ein Zöllner.

18 Amen, ich sage euch: Was immer ihr auf Erden bindet, wird auch im Himmel gebunden sein, und was immer ihr auf Erden löst, wird auch im Himmel gelöst sein.

19 Weiter sage ich euch: Wenn zwei von euch auf Erden übereinkommen, um etwas zu bitten, dann wird es ihnen von meinem Vater im Himmel zuteilwerden.

20 Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,

da bin ich mitten unter ihnen.

Zürcher Bibel

 

 

 

-------------------------------------------------

SONNTAG, 6. SEPTEMBER

-------------------------------------------------

Römerbrief     Heute wieder ein Wort aus dem Römerbrief. Der Brief, den ein Christ, eine Christin gelesen haben muss, wenn man bedenkt, was der Brief an die Gemeinden in Rom in der Entwicklung der Geschichte des Christentums angestoßen hat. Der Bericht des Paulus über sein Verständnis des Evangeliums. Die Gerechtigkeit Gottes, ein Zentralthema:

Ich schäme mich des Evangeliums nicht; eine Kraft Gottes ist es zur Rettung für jeden, der glaubt. Röm 1,16

Was sind die Menschen einander schuldig? Die Liebe, sagt Paulus.

Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu.

Des Gesetzes Erfüllung also ist die Liebe. Röm 13,10

Die Geschichte des Christentums ist, man sollte es nicht glauben nach solchen Grundsätzen am Beginn, eine lange Aneinanderreihung von Bosheiten, von Krieg, von Lieblosigkeit; Missbrauch von Kindern in neuester Zeit, von solchen, die beschützt werden sollten … das Gesetz ist nicht erfüllt worden in allen Generationen. Dass Christengemeinden trotzdem entstanden sind, gewachsen und von den Grundlinien des Jesus aus Nazareth gezeichnet, ist ein unglaubliches Wunder, das sich von Generation zu Generation neu ereignet. Es keimt in Armenvierteln dieser Welt, in beengten Wohnungen, in Familien, am Bett von Kranken, oft dort, wo es niemand erwartet. Es wird geboren in unbedeutenden Menschen, strahlt auf in kleinen Gemeinschaften, ja, bisweilen kann man ihm selbst in der Kirche begegnen. Sprachlose Dankbarkeit wabert durch die Zeit.

Die Liebe fügt dem Nächsten nichts Böses zu.

Des Gesetzes Erfüllung also ist die Liebe. Röm 13,10

 

Matthäus     Das Matthäusevangelium, vermutlich in Syrien geschrieben, erinnert an zwei fast gleichlautenden Stellen, dass Erde und Himmel zusammengehören.

Im 16. Kapitel sagt Jesus zu Petrus:

… was du auf Erden bindest, wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden löst, wird auch im Himmel gelöst sein. Mt 16,18

Und im 18. Kapitel sagt es Jesus der ganzen versammelten Gemeinde:

Was immer ihr auf Erden bindet, wird auch im Himmel gebunden sein, und was immer ihr auf Erden löst, wird auch im Himmel gelöst sein. Mt 18,18

Im jüdischen Verständnis bedeutet binden und lösen: Etwas für verboten oder etwas als erlaubt zu erklären. In der langen Tradition der Kirche ist fast nur die Zusage an Petrus zu hören. Trotzdem: Die Zusage an die Gemeinde ist auch da.

Und wir wissen ja, wie selbstverständlich Mütter und Väter binden und lösen müssen, wie tief das Recht der Kinder verwurzelt ist,  um Grenzen zu wissen und um ihre Öffnung. Täglich geschieht das in den Familien, in den Schulen, bei allen, die in irgendeiner Form Verantwortung tragen – am Arbeitsplatz, in der Politik, in der Wirtschaft, in der Kultur.

Was immer ihr auf Erden bindet, wird auch im Himmel gebunden sein, und was immer ihr auf Erden löst, wird auch im Himmel gelöst sein. Mt 18,18

Sepp Franz

 

------------------

NOTIZEN

------------------

 

Elfriede Schwarz, geb. Kirchengast

1946 geboren, am Dienstag haben wir sie bestattet.

 

Anna Rubin, die Künstlerin unserer heurigen Installation 'mir wird so leicht' wird in dieser Woche am Donnerstagnachmittag und Freitagvormittag mit den Firmlingen workshops zum Thema Drachenbau durchführen.

 

Heute Nachmittag sind zwei Tauffeiern geplant: Um 14h werden Ben Lais vom Hasenfeld 58 und Annika König aus Höchst getauft; um 15h dann Fanni Bachmair-Graß aus Höchst und Jorim Marte aus Lochau: 2 Mädchen und 2 Buben - ausgeglichen.

 

Die Vorbereitungen auf den Kulturpunkt am kommenden Sonntag um 19h sind voll im Gang. ‚Den Himmel zum Tanz bewegen‘ – so lautet das Motto. Alle sind herzlich eingeladen. Wir freuen uns sehr darauf. Monika Hosp, Gesang, Mona Matbou Riahi, Klarinette, und Pierre Douay, Klavier, sind bei uns zu Gast. Durchs Konzert wird Albert Hosp führen - vielen vielleicht bekannt vom Radioprogramm Ö1 her - dort ist er Moderator.

Wegen Corona bitten wir um Anmeldung. Näheres auf den Infokarten.

 

Die Texte zum Sonntag und die Karten zum Kulturpunkt liegen bei der Infotafel und beim Ausgang zum Friedhof auf. Wer mag, kann gerne davon mitnehmen.

 

Ausnahmezustand nach wie vor.

 

Weil die Infektionszahlen steigen, haben wir uns entschlossen, hier in der Kirche den Pfarrsaal bei Gottesdiensten zu öffnen und jede zweite Reihe zu schließen. Damit kommen wir auch dem Wunsch mancher unter uns nach.

Die Ausstellung 'mir wird so leicht' von Anna Rubin mit den Flüglern und Flüglerinnen soll Leichtigkeit und Dankbarkeit in unseren Tag bringen.