Foto: Windradinstallation von Anna Rubin, zu sehen im Innenhof des Bildungshauses St. Arbogast


20. Sonntag im Jahreskreis


------------------------

BIBELTEXTE

------------------------

Lesung aus dem Buch Jesaja                                                         56,1.5–7 

Der HERR nimmt auch die Fremden an

1 So spricht der HERR: Wahrt das Recht, und sorgt für Gerechtigkeit, denn bald schon kommt von mir das Heil, meine Gerechtigkeit wird sich bald offenbaren.

5 Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein  Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen eweigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilft wird.

6 Die Fremden, die sich dem HERRN angeschlossen haben, die ihm dienen und seinen Namen lieben, um seine Knechte zu sein, alle, die den Sabbat halten und ihn nicht entweihen, die an meinem Bund festhalten,

7 sie bringe ich zu meinem heiligen Berg und erfülle sie in meinem Bethaus mit Freude. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer finden Gefallen auf meinem Altar, denn mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker genannt.

 

 

aus dem Evangelium nach Matthäus                                           15,21–28

Die Begegnung mit der kanaanäischen Frau

21 Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegend von Tyrus und Sidon zurück.

22 Und da kam eine kanaanäische Frau aus jenem Gebiet und schrie: Hab Erbarmen mit mir, Herr, Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon furchtbar gequält.

23 Er aber antwortete ihr mit keinem Wort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Stell sie zufrieden, denn sie schreit hinter uns her!

24 Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.

25 Doch sie kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir!

26 Er antwortete: Es ist nicht recht, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden hinzuwerfen.

27 Sie sagte: Stimmt, denn die Hunde fressen ja ohnehin von den Brotbrocken, die vom Tisch ihrer Herren fallen.

28 Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst. Und von Stund an war ihre Tochter geheilt.

Zürcher Bibel

 

 

--------------------------------------------

SONNTAG, 16. AUGUST

--------------------------------------------

 

Jesaja

Jesaja, der Sohn des Amoz. In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts vor Christus lebt er in Jerusalem und hat eine hohe soziale Position inne, die ihm auch Zugang zum König ermöglicht. Im Vordergrund steht aber nicht das Interesse an seiner Person, sondern an der Botschaft.

Mit dem Kapitel 56, aus dem wir heute hören, beginnt der letzte Teil des Jesajabuches. Im 20. Jahrhundert haben ihm Forscher den Kunstnamen Tritojesaja gegeben – es sei ein dritter eigenständiger Abschnitt. Heute aber ist diese These nicht mehr sehr schlüssig, zu verwoben sind die Texte mit dem Vorhergesagten.

Sorgt für Gerechtigkeit …

ein Wort, wie ein Vermächtnis für die ganze Welt – für alle, die in Weißrussland protestieren oder Proteste verbieten, für alle, die für Flüchtlinge Verantwortung tragen, für jeden und jede von uns.

Sorgt für Gerechtigkeit …

Jedes Jahr besuchen in Jerusalem mehr als zwei Millionen Menschen die Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust. Sie nennen sie Yad Vashem. Dieser so berühmte Name stammt aus der eben gehörten Lesung aus dem Buch Jesaja: hayad und hashem - die Hand und der Name.

Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen der niemals getilgt wird. Jes 56,5

 

Matthäus

Nach der nächtlichen Fahrt auf dem See Genezareth am vergangenen Sonntag nun die fremde Frau, die den Jüngern auf die Nerven geht und die hartnäckig bittet. Sie hat keinen Namen, steht also wohl für die Abermillionen Namenlosen aller Völker und Generationen: Hab Erbarmen mit mir, Herr, Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem furchtbaren Dämon gequält. Mt 15,22.

Für ihre Tochter bittet sie: Herr, hilf mir! Mt 15, 25

Inhaltlich ist es eine Parallelgeschichte zum Hauptmann von Kafernaum, der für seinen Knecht bittet. Als Jude spricht Jesus nicht mit einer Nichtjüdin. Hier aber wird er von dieser Frau gedrängt. Mit ihr verschwimmen die vom Gesetz so festgezurrten Grenzen. Die Trennlinie zwischen jüdisch und nichtjüdisch verliert seine Kontur. Jesus weist mit dieser Erzählung den Nichtjuden einen Platz am Tisch des Herrn zu:

Frau, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst. Mt 15,28

Sepp Franz

 

 

------------------

NOTIZEN

------------------

 

Erika Nußbaumer, geb. Schneider - Hasenfeld 35

1937 geboren, am Donnerstagabend haben wir sie verabschiedet. 

 

In dieser kommenden Woche sind keine Eucharistiefeiern geplant. Täglich aber wird um 8 Uhr in der Kirche der Rosenkranz gebetet. Wer mitmachen mag, ist freundlich dazu eingeladen.

Die Texte zum Sonntag liegen bei den Ausgängen auf. Wer mag, kann sie gerne mitnehmen.

 

Ausnahmezustand nach wie vor.

 

Die Ausstellung »mir wird so leicht« von Anna Rubin mit den Flüglern und Flüglerinnen soll Hoffnung und Dankbarkeit in unseren Tag bringen.