20. Sonntag im Jahreskreis - Maria Himmelfahrt


Schrifttexte

Lesung aus dem Buch der Offenbarung                   11,19a;12,1–6a.10ab

19 Und es tat sich auf der Tempel Gottes,

der im Himmel steht, und die Lade seines Bundes

wurde sichtbar in seinem Tempel.

Die Frau und der Drache

1 Und es erschien ein gewaltiges Zeichen am Himmel:

eine Frau, bekleidet mit der Sonne,

und der Mond unter ihren Füßen,

und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen.

2 Sie ist schwanger, und sie schreit in den Wehen und Schmerzen der Geburt.

3 Und ein anderes Zeichen erschien am Himmel:

Siehe, ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern, und auf seinen Köpfen sieben Diademe.

4 Und sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne des Himmels hinweg, und er schleuderte sie auf die Erde.

Und der Drache steht vor der Frau, die gebären soll,

um ihr Kind zu verschlingen, sobald sie es geboren hätte.

5 Da gebar sie einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker weiden wird mit eisernem Stab;

und ihr Kind wurde zu Gott entrückt, zu seinem Thron.

6 Und die Frau floh in die Wüste, wo sie einen Ort hat, der ihr auf Gottes Geheiß bereitet worden ist;

10 Und ich hörte im Himmel eine mächtige Stimme rufen:

Jetzt ist erschienen das Heil und die Kraft und die Königsherrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.

 

 

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Lukas                                          1,39–56

Der Besuch der Maria bei Elisabet. Der Lobgesang der Maria

39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends hinauf ins Bergland in eine Stadt in Judäa;

40 und sie trat in das Haus des Zacharias ein und grüßte Elisabet.

41 Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias vernahm, dass das Kind in ihrem Leib hüpfte; und Elisabet wurde von Heiligem Geist erfüllt

42 und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!

43 Wie geschieht mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

44 Denn als der Klang deines Grußes an mein Ohr drang, da hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

45 Ja, selig, die geglaubt hat, dass in Erfüllung geht, was ihr vom Herrn gesagt wurde.

46 Und Maria sprach:

Meine Seele erhebt den Herrn,

47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter,

48 denn hingesehen hat er auf die Niedrigkeit seiner Magd.

Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Geschlechter,

49 denn Großes hat der Mächtige an mir getan.

Und heilig ist sein Name,

50 und seine Barmherzigkeit gilt von Geschlecht zu Geschlecht

denen, die ihn fürchten.

51 Gewaltiges hat er vollbracht mit seinem Arm,

zerstreut hat er, die hochmütig sind in ihrem Herzen,

52 Mächtige hat er vom Thron gestürzt und Niedrige erhöht,

53 Hungrige hat er gesättigt mit Gutem

und Reiche leer ausgehen lassen.

54 Er hat sich Israels, seines Knechtes, angenommen,

und seiner Barmherzigkeit gedacht,

55 wie er es unseren Vätern versprochen hat,

Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.

56 Maria blieb etwa drei Monate bei ihr und kehrte dann nach Hause zurück.

 

 

Zürcher Bibel

Sonntag, 15. August 2021

Maria Himmelfahrt – ferragosto

Mitte der Sommerschulferien.

In Russland brennen Millionen Hektar Wald.

In Japan müssen über eine Million Menschen ihre Häuser verlassen wegen Erdrutschen und Starkregen.

In Haiti ein Erdbeben mit vielen Toten.

Rund um die Welt ein Katastrophengürtel.

 

Und wir hören aus dem

Buch der Offenbarung

Die Offenbarung des Johannes, das letzte Buch des Neuen Testaments; die Apokalypse‚ 'die Enthüllung' – ein rätselhaftes Trost- und Hoffnungsbuch. Obwohl Kirchenlehrer den Apostel Johannes als Autor ausweisen, gilt heute mehrheitlich ein palästinensischer Judenchrist als Verfasser.

Das Buch mit den sieben Siegeln, das Alpha und das Omega, die Zahl des Tieres: 666. Unter solchen Titeln ist es in die Kirchengeschichte eingenarbt.

Heute 'die Frau und der Drache', eine verschlüsselte Geschichte. Christen haben in diesem Text Maria einen Namen und einen Ort zugewiesen:

  eine Frau, bekleidet mit der Sonne,

  und der Mond unter ihren Füßen,

  und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen.

  Sie ist schwanger. Offb 12,1–2a

 

Lukas

Nach Lukas ist Maria                     eine Jungfrau

Paulus schreibt der Gemeinde in Korinth:

Ich habe euch einem einzigen Mann verlobt,

um euch als reine Jungfrau zu Christus zu führen. 2 Kor 11,2;

nicht nach dem Bild des ersten Bundes, in dem von der 'Jungfrau' geschrieben steht: Gott hat auf diese Frau nicht geschaut.

Nach Lukas ist Maria auch                eine Begnadete

die erste, gläubige Jüngerin, die Magd des Herrn. Ihr Vorbild aus dem ersten Bund ist Hanna, die Mutter des Profeten Samuel, der sie das Magnificat nachsingt.

Der Herr macht tot und lebendig  …

Der Herr macht arm und macht reich, er erniedrigt und er erhöht.

Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub und erhöht den Armen …

Er behütet die Schritte seiner Frommen … 1 Sam 2,6–9

Unter den vielen Marienfesten ist das der Aufnahme Mariens in den Himmel ein Fest, das sich auf ein Dogma bezieht. Es ist allerdings in der Kunst und auch in der Liturgie schon durch Jahrhunderte hin bekannt gewesen unter dem Wort ‚Entschlafung Mariens‘ – dormitio Mariae. Ikonen zeigen das leere Grab Mariens: Da tragen Engel Maria auf den Händen.

Am 1. November 1950 – hat Papst Pius XII. feierlich verkündet:

Es ist von Gott geoffenbarte Glaubenslehre, dass Maria nach Vollendung des irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.

Maria Himmelfahrt.

 

Wir feiern in Dankbarkeit, dass in einer Frau sichtbar wird: Dieses irdische Leben hat ein Ziel, das voraus liegt. Allen jenen vor allem, die ein 'kleines Leben' haben, den Kranken, den Schwachen, den nicht Angesehenen ist es gesagt. Maria Himmelfahrt: Ein Hochfest mitten im Sommer.

Notizen

 

Am nächsten Sonntag erinnern wir im 10h-Gottesdienst an

Frau Erika Nußbaumer, Hasenfeld 35. Sie ist am 9. August vor einem Jahr gestorben;

und an

 

Frau Elfriede Schwarz, Eichwald 40. Sie ist am 22. August vor einem Jahr gestorben.