2. Fastensonntag

28. Februar 2021


Schrifttexte

Lesung aus dem Buch Genesis                                 22,1–18

Das Opfer Abrahams

1 Nach diesen Begebenheiten stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er sprach: Hier bin ich. 

Und er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen Einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh in das Land Morija und bring ihn dort als Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde. 

Am andern Morgen früh sattelte Abraham seinen Esel und nahm mit sich seine beiden Knechte und seinen Sohn Isaak. Er spaltete Holz für das Brandopfer, machte sich auf und ging an die Stätte, die Gott ihm genannt hatte. 

4 Am dritten Tag blickte Abraham auf und sah die Stätte von ferne. 

5 Da sprach Abraham zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel, ich aber und der Knabe, wir wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir zu euch zurückkommen. 

6 Dann nahm Abraham das Holz für das Brandopfer und lud es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst nahm das Feuer und das Messer in die Hand. So gingen die beiden miteinander. 

7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Vater! Er sprach: Hier bin ich, mein Sohn. Er sprach: Sieh, hier ist das Feuer und das Holz. Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer? 

8 Abraham sprach: Gott selbst wird sich das Lamm für das Brandopfer ausersehen, mein Sohn. So gingen die beiden miteinander. 

9 Und sie kamen an die Stätte, die Gott ihm genannt hatte, und Abraham baute dort den Altar und schichtete das Holz auf. Dann fesselte er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. 

10 Und Abraham streckte seine Hand aus und ergriff das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.

11 Da rief ihm der Bote des Herrn vom Himmel her zu uns sprach: Abraham, Abraham! Er sprach: Hier bin ich.

12 Er sprach: Strecke deine Hand nicht aus gegen den Knaben und tu ihm nichts, denn nun weiß ich, dass du gottesfürchtig bist, da du mir deinen Sohn, deinen Einzigen, nicht vorenthalten hast.

13 Und Abraham blickte auf und sah hin, sieh, ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen. Da ging Abraham hin, nahm den Widder und brachte ihn als Brandopfer dar an Stelle seines Sohns. 

14 Und Abraham nannte jene Stätte: Der-Herr-sieht, wie man noch heute sagt: Auf dem Berg, wo der Herr sich sehen lässt.

15 Und der Bote des Herrn rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel her

16 und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, Spruch des Herrn: Weil du das getan und deinen Sohn, deinen Einzigen, mir nicht vorenthalten hast,

17 sei gewiss: Ich will dich segnen und deine Nachkommen mehren wie die Sterne des Himmels und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde in Besitz nehmen.

18 Mit deinen Nachkommen werden sich Segen wünschen alle Völker der Erde, weil du auf meine Stimme gehört hast.

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Markus                                           9,2–10

Die Verklärung Jesu

2 Und sechs Tage danach nimmt Jesus den Petrus, den Jakobus und den Johannes mit und führt sie auf einen hohen Berg, sie allein. Da wurde er vor ihren Augen verwandelt, 3 und seine Kleider wurden glänzend, ganz weiß, wie kein Färber auf Erden sie weiß machen kann. 4 Und es erschien ihnen Elija mit Mose, und sie redeten mit Jesus. 5 Da ergreift Petrus das Wort und sagt zu Jesus: Rabbi, es ist schön, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. 6 Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte, denn sie waren in Furcht geraten. 7 Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke kam eine Stimme: Dies ist mein geliebter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören! 8 Und auf einmal, als sie um sich blickten, sahen sie niemanden mehr bei sich außer Jesus. 9 Während sie vom Berg hinunterstiegen, befahl er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. 10 Und sie griffen dieses Wort auf und diskutierten darüber, was das bedeute: von den Toten auferstehen.

Zürcher Bibel

 

 

Sonntag, 28. Februar 2021

Genesis         22,1–18

Zwei große biblische Texte haben wir nun gehört - sie sind uns heute in diesen zweiten Sonntag der Fastenzeit gelegt. Beide Geschehnisse, von denen berichtet wird, führen auf einen Berg.

Abraham wird auf den Berg »Morija« gerufen - Morija hat mit zeigen, gesehen werden und lernen zu tun - man könnte übersetzen:

Ein Ort, wo es dem Menschen gezeigt wird … (Friedrich Weinreb in »das Opfer in der Bibel«)

Diese uns wohl allen bekannte Erzählung der Opferung Abrahams, finden wir im ersten Buch Genesis, dem ersten Buch Mose, und sie ist für die ganze Thora von großer Bedeutung.

Abraham, der Mensch, der alt geworden, immer dem inneren Ruf seines Gottes folgend den Weg gegangen ist. Isaak, der ihm und seiner Frau Sarah als großes Wunder und spätes Glück

geschenkt wurde. Abraham, der auch mit Gott verhandelt, der sich auch zurückzieht … Vielleicht ist es noch gut, daran zu denken, dass diese Erzählung 3000 Jahre alt ist und dass damals Menschenopfer, um die Götter gnädig zu stimmen, nicht undenkbar waren.

Opfern bedeutete immer - sich Gott nähern wollen, sich versöhnen, sich mit ihm verbinden. Was will uns dieser Ort Morija zeigen ?

Keine liebende Mutter und kein liebender Vater opfert ihr - sein Kind.

Von Sara ist seltsamerweise hier gar nicht die Rede.

Abraham will es tun.

Aber auch Gott wollte das offenbar nicht.

»Was rührt diese Erzählung in uns an? Woran erinnert sie?

Wir haben keine Wahl, wir müssen uns auch mit dem auseinandersetzen

und auch das aushalten, was wir nicht verstehen können.

Welchen Trost haben wir dann?« fragt mich eine Frau.

 

Markus        9,2–10

Das Evangelium heute führt uns auf den Berg Tabor.

Unweit vom See Genezareth ist er über eine schmale Bergstraße zu erreichen.

Heute steht oben auf dem Plateau eine Wallfahrtskirche, die unzählige Pilgergruppen auf ihrem Programm haben. Busse dürfen nicht hinauf, also machen die Taxifahrer hier Dienst.

Das Ereignis auf dem Berg erinnert an die Gottesoffenbarung auf dem Sinai - Jesus in diesem hellen Licht. Die Wolke und die Stimme, die daraus spricht. Elija und Mose neben ihm.

Für Petrus, Jakobus und Johannes steht Jesus damit in der Wirklichkeit dieser großen Propheten.

»Für wen halten sie mich?« wollte Jesus unterwegs wissen.

Und dann noch die Frage nach der Auferstehung -

darunter konnten sie sich nichts vorstellen.

Erst nach Ostern geschrieben, lange weitererzählt und oft verinnerlicht,

sind uns diese Bilder und Worte geblieben, heute mitgegeben:

»Dies ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.«

Elisabeth Schwendinger

 

 

Notizen

In der vergangenen Woche haben sich die 36 Buben und Mädchen, die heuer zur Firmung kommen, in einem ersten Schritt der Vorbereitung mit großer Freude auf den Weg gemacht.

Auch die Eltern der Erstkommunikanten haben einen Elternabend gehabt - corona-entsprechend online.

Die Wochen im Frühling werden sie nützen.

 

Am Donnerstagabend um 19 Uhr sind jene zum Taufgespräch herzlich ins Pastoralhaus eingeladen, die ihr Kind am kommenden Wochenende taufen lassen möchten.

Am nächsten Samstag um 14 Uhr wird hier der kleine Arthur Lois Bertsch aus Hard getauft.

Und am Sonntag feiern wir wieder um 8 und um 10 Uhr Wortgottesdienst.