Foto: aus er Ausstellung »Kyrie Eleison« vom argentinischen Maler Ariel Ramirez (zu sehen bis 13. September in der Kapelle Arbogast)


19. Sonntag im Jahreskreis


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BIBELTEXTE

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aus dem Brief an die Gemeinden in Rom                                    9,1–5 

Der Schmerz des Paulus

1 Ich sage in Christus die Wahrheit, ich lüge nicht, mein Gewissen bezeugt es mir im heiligen Geist: 

2 Voll Trauer bin ich, unablässiger Schmerz macht mir das Herz schwer. 

3 Ja, ich wünschte, selber verflucht und von Christus getrennt zu sein, anstelle meiner Brüder, die zum gleichen Volk gehören, 

4 die Israeliten sind, die das Recht der Kindschaft und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und die Gabe des Gesetzes und die Gottesdienstordnung und die Verheißungen haben, 

5 die die Väter haben und aus deren Mitte seiner irdischen Herkunft nach der Christus stammt; Gott, der über allem waltet, er sei gepriesen in Ewigkeit, Amen!

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Matthäus                                           14,22–33

Der Gang auf dem Wasser

22 Gleich darauf drängte er seine Jünger, ins Boot zu steigen und ihm ans andere Ufer vorauszufahren, während er die Leute entlasse. 

23 Und als er die Leute entlassen hatte, stieg er auf den Berg, um ungestört zu beten. Am Abend war er allein dort. 

24 Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt, als es von den Wellen hart bedrängt wurde, denn der Wind stand ihnen entgegen.

25 In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging über den See. 

26 Als die Jünger ihn auf dem See gehen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. 

27 Sogleich aber redete Jesus mit ihnen: Seid getrost, ich bin es. Fürchtet euch nicht! 

28 Petrus aber entgegnete ihm: Herr, wenn du es bist, so heiße mich über das Wasser zu dir kommen!

29 Er sprach: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot, und er konnte auf dem Wasser gehen und ging auf Jesus zu. 

30 Als er aber den Wind spürte, fürchtete er sich, und als er zu sinken begann, schrie er: Herr, rette mich! 

31 Sogleich streckte Jesus seine Hand aus, hielt ihn fest, und er sagt zu ihm: Du Kleingläubiger! Warum hast du gezweifelt? 

32 Und als sie ins Boot stiegen, legte sich der Wind. 

33 Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sagten: Ja, du bist wirklich Gottes Sohn!

Zürcher Bibel

      

 

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SONNTAG, 9. August

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Römerbrief

Ilana Lewitan, die Tochter polnischer Schoa-Überlebender, hat im ägyptischen Museum in München in ihrer Ausstellung »Adam, wo bist du?« die Puppe eines KZ-Häftlings, überlebensgroß und ohne Kopf, an ein Kreuz geschlagen. »Warum immer gegen die Juden?« – so fragen sich Männer und Frauen auch heute. Nicht nur, wenn Holocaustleugner vor Gericht stehen oder wenn Synagogen verschmiert werden. Das 2. Vatikanische Konzil hat am 28. Oktober 1965 zum ersten Mal ein offizielles Dokument herausgegeben, in dem die anderen Religionen positiv anerkannt werden. Vorher hat es immer geheißen: »Extra ecclesiam nulla salus« – Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil. Heute hören wir im Römerbrief einen Vers, den das 2. VAT Konzil mitten in das Dokument »Nostra aetate« stellt: »... die Israeliten sind es, die das Recht der Kindschaft und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und die Gottesdienstordnung und die Verheißungen haben, die die Väter haben und aus deren Mitte seiner irdischen Herkunft nach der Christus stammt« Röm 9,4–5. Die Konzilsväter stimmen mit 96% der klaren Absage an den traditionellen Antijudaismus zu. Damit beginnt eine umfassende Aussöhnung mit dem Judentum. Auch wenn es nicht von heute auf morgen überall umgesetzt wird: Die Kirche darf niemals die Wurzeln ihres Glaubens im Judentum vergessen.

 

Matthäus

Die so bekannte Erzählung im Matthäusevangelium vom Gang auf dem Wasser. In der vierten Nachtwache, zwischen 3 Uhr und 6 Uhr, kommt er zu ihnen. Das schlichte Wort, das an den Namen Gottes in der hebräischen Tradition erinnert: Ich bin es. Die Angst des Petrus unterzugehen ist so verstehbar. Wo denn soll er das Vertrauen schöpfen? Jesus sagt es ihm deutlich:

 

Du Kleingläubiger! Warum hast du denn gezweifelt? Mt 14,31

 

75 Jahre ist es her, dass in Hiroshima und in Nagasaki Atombomben gezündet worden sind: 130.000 Menschen werden getötet. Grauenvolle Angst, von Menschen gemacht, schleicht dann durch Jahrzehnte, unsichtbar, zerstört Vertrauen, Miteinander, gesunden Frieden. Wem können Menschen wirklich vertrauen? Wer bringt ihnen Rettung? Die Geschichte vom Gang auf dem Wasser und das Bekenntnis aller im Boot: Ja, du bist wirklich Gottes Sohn! Mt 14,33

 

In der Corona­-Zeit wabern so viele neue Ängste durch die Gesellschaft. Das Wort: Seid getrost. Ich bin es. Fürchtet euch nicht Mt 14,27 – ist so nötig. Heute sagen es ja unzählige Väter und Mütter, Verantwortliche in Firmen, in der Wirtschaft, in der Politik, auch in der KIrche. Unaufhörlich hallt es durch Beirut oder Syrien oder auch durch unsere Familien. Das ist unsere Erfahrung, aber auch unsere Hoffnung.

Sepp Franz

 

 

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NOTIZEN

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Gerhard Nagel, Lustenau – Alpstraße 44

1963 geboren, am vergangenen Mittwoch haben wir ihn verabschiedet. Seine Urne wird in Gran Canaria beigesetzt.

  

Am Samstag dieser Woche feiern wir das Fest Maria Himmelfahrt. Im Gottesdienst um 10 Uhr wollen wir Texte zum Festtag hören, zur Aufnahme Mariens in den Himmel, wie es offiziell heißt; dazu werden wir Orgelmusik hören.

Am kommenden Sonntag erinnern wir im 10h-Gottesdienst an Renate Schneider von der Ferd.-Weiss-Straße 2b. Sie ist am 17. August vor einem Jahr gestorben.

 

Heute Nachmittag um 14 Uhr werden zwei Kinder getauft: Olivia Karrer aus Bregenz und Jonas Oberhauser aus Dornbirn.

 

Die Texte zum Sonntag liegen bei den Ausgängen auf. Wer mag, kann sie gerne mitnehmen.

 

Ausnahmezustand nach wie vor.

 

Die Ausstellung »mir wird so leicht« von Anna Rubin mit den Flüglern und Flüglerinnen soll Hoffnung und Dankbarkeit in unseren Tag bringen.