17. Sonntag im Jahreskreis


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BIBELTEXTE

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aus dem ersten Buch der Könige                                                                                                                                                             3,5.7–12

5 In Gibeon erschien der HERR dem Salomo nachts im Traum, und Gott sprach: Erbitte, was ich dir geben soll.

7 Und nun, HERR, mein Gott, hast du deinen Diener an Stelle Davids, meines Vaters, zum König gemacht, ich aber bin noch ein kleiner Junge, ich weiß nichts vom Ausrücken und vom Einrücken.

8 Und dein Diener steht mitten in deinem Volk, das du erwählt hast, ein Volk, so groß, dass es nicht berechnet und gezählt werden kann.

9 So gib deinem Diener ein Herz, das hört, damit er deinem Volk Recht verschaffen und unterscheiden kann zwischen Gut und Böse. Denn wer könnte deinem Volk, das so gewaltig ist, Recht verschaffen? 

10 Und dass Salomo eben darum gebeten hatte, war gut in den Augen des HERRN. 

11 Und Gott sprach zu ihm: Weil du eben darum gebeten hast und weil du nicht für dich um langes Leben gebeten hast und auch nicht um Reichtum für dich gebeten hast und auch nicht um den Tod deiner Feinde gebeten hast, sondern um Einsicht, damit du dem Recht gehorchen kannst,

12 sieh, deshalb handle ich nach deinen Worten: Sieh, ich gebe dir ein weises und verständiges Herz, so dass keiner wie du vor dir gewesen ist und keiner wie du nach dir auftreten wird.

Zürcher Bibel

 

 

aus dem Evangelium nach Matthäus                                                                                                                                                        13,44–46

44 Mit dem Königtum der Himmel ist es gleich wie mit einem Schatz, der im Acker verborgen lag. Ein Mann fand ihn und verbarg ihn. Und vor lauter Freude geht und verkauft er all seine Habe und kauft jenen Acker.

45 Abermals: Mit dem Königtum der Himmel ist es gleich wie mit einem Händler, der schöne Perlen suchte.

46 Als er eine gar kostspielige Perle gefunden, ging er von dannen und verkaufte all seine Habe und kaufte sie.

Fridolin Stier

 

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SONNTAG, 26. JULI

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 erstes Buch der Könige

‚Erbitte, was ich dir geben soll‘. Gar märchenhaft beginnt die heutige Lesung aus dem Buch der Könige, einer Geschichte aus den Büchern der hebräischen Bibel. 3000 Jahre reicht sie zurück, aufgeschrieben im 5 bis 6 Jhd. vor Christus. Sie versucht zu beschreiben, wie sich das Verhältnis zu Gott auf die Entwicklung der Geschichte des Volkes Israel auswirkt. Und mit dem Blick in unsere Welt, in unser eigenes Leben, ist sie aktueller denn je.

Verantwortung für ein großes Volk, das man wegen seiner Menge nicht zählen und nicht schätzen kann…. Wie ein solches regieren? Welche Mass-stäbe zählen in den großen Entscheidungen dieser Tage? Salomon bittet um ein hörendes Herz, das erkennen kann zwischen Gut und Böse.

‚Erbitte, was ich dir geben soll‘. Worum sollten wir bitten in diesen Tagen, dort, wo wir gerade sind? Wenn das, was von Herzen erwünscht war, verloren scheint; wenn alles anders kommt, als wir das geplant hatten, wenn vieles aus den Fugen gerät, wenn wir keinen Wunsch mehr ins Wort bringen können; oder, wenn alles doch gut ist und wir zufrieden und dankbar im Leben stehen - vielleicht kann uns Samuels Bitte auch gut tun: ‚Gib deinem Diener ein Herz, das hört …‘ Gottes Antwort an Samuel ist: ‚da gebe ich dir ein weises und verständiges Herz …‘ Die Weisheit, die im Herzen Wohnung nimmt … darin sollen wir sie tragen, im Wohnsitz unseres Lebens.

 

Matthäus

Die Rede Jesu vom Himmelreich, dem Königtum der Himmel, findet sich unter den Gleichnisreden in einem Haus am See Genezaret. Matthäus schreibt sein Evangelium nach der Zerstörung des Tempels 70 nach Chr. auf seinem jüdisch-christlichen Hintergrund. Er hat erfahren, dass viele Freundinnen und Freunde von Jesus alles aufgegeben hatten, um ihr Leben neu auszurichten. Der Schatz im Acker, die Perle …. Bilder des alltäglichen Lebens, der großen Freude über Schönes und Gutes. Welche Schätze sind in unserem Alltag verborgen, um die wir vielleicht gar nicht wissen? Die Kostbarkeiten, die mir unter die Hände kommen? Ob wir diese erkennen? Was hat für mich wirklichen Wert in meinem Leben? Was will ich nicht verlieren? Was mag, was würde ich dafür geben? Der Schatz im Acker. Die Perle in der Hand. Ein hörendes, erkennendes Herz. Himmelreicher werden. Vielleicht ein guter Wunsch in diesen Sommer.

Elisabeth Schwendinger

 

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NOTIZEN

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Agnes Legat, geb. Lauchart – Liebera 4

1932 wird sie in Niederwurz im Gurktal geboren – in eine Familie mit vier Schwestern und drei Brüdern. Als Kleinkind mit drei Jahren verliert sie das linke Auge beim Getreidedreschen. Nach der Grundschule absolviert Agnes die landwirtschaftliche Berufsschule. 1950 kommt Roman zur Welt und 1958 lernt sie Alois Legat kennen. Dann zieht sie nach Vorarlberg und beginnt in Hard bei der Kammgarn. Alois kommt nach. Sie heiraten 1960. 1964 ziehen sie in ihr neu erbautes Haus in der Liebera. Agnes und Alois nehmen Karin als Pflegekind auf und adoptieren sie. Ihr Leben miteinander durch Freud und Leid ist ständig geprägt von der Herzensfrage: Kann ich helfen? Wer braucht was? Insgesamt begleiten sie 14 Pflegekinder. Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit – damit kann sie vorbildlich umgehen. 1995 stirbt ihr Mann und 1999 verunglückt Olli tödlich. Ihr Leitspruch: ‚Säe und du wirst ernten‘. Enkel und Urenkel sind ihre große Freude, ihr Stolz. Volksmusik und Tanz öffnen ihr Herz. Bis zu Beginn der Corona-Zeit ist sie noch selbstständig zuhause, die letzten drei Monate aber bei ihrer Tochter Karin im Riedle. Liebevoll umsorgt von den Ihren stirbt sie dort am 13. Juli. Vorgestern haben wir sie bestattet.

 

Stefan Pfleger

Stefan Pfleger wurde am 20. September 1968 als drittes von vier Kindern des Kurt und der Inge Pfleger geboren. Nach seiner erfolgreichen Ausbildung zum Schlosser machte er sich in seiner großen Abenteuerlust auf den Weg und ging 1991 zur Legion, wo er viele Jahre im Militätdienst stand. Seit 2014 arbeitete er unter dem Schutz der UNO als Ausbildner für Minen-Entschärfung  in verschiedenen Teilen der Welt. Vor zwei Jahren heiratete er seine geliebte Sarah. Beim letzten Auftrag in Syrien, der Mitte September zu Ende gehen sollte, ist er beim Entschärfen von Minen verunglückt und seinen Verletzungen erlegen. Die freudige Erwartung seiner Heimkehr hat sich nicht mehr erfüllt. Zeit und Datum der Verabschiedung kann erst nach seiner Überführung festgelegt werden.

 

Ausnahmezustand nach wie vor.

 

Im 10h-Gottesdienst am nächsten Sonntag erinnern wir an Gernot Kuster vom Riedle 26. Er ist am 3. August vor einem Jahr gestorben.

 

Zum Kulturpunkt am nächsten Sonntagabend um 19h laden wir herzlich ein. Die Sängerin Veronika Morscher und die Gruppe ‚Owls‘ sind bei uns zu Gast. Dieses Mal bitten wir wegen Corona um Anmeldung – per E-Mail ans Pfarrbüro. Näheres im Gemeindeblatt, an der Infotafel oder bei den Stehtischen im Eingang.

 

Die Texte zum Sonntag liegen bei den Ausgängen auf. Wer mag, kann sie gerne mitnehmen.

 

Die Ausstellung ‚mir wird so leicht‘ von Anna Rubin mit den Flüglern und Flüglerinnen, soll gerade in dieser Zeit Hoffnung und Dankbarkeit in unseren Tag bringen.