13. Sonntag im Jahreskreis


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BIBELTEXTE

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aus dem zweiten Buch der Könige                                                                                                                                     4,8–11.14–16a

Elischa erweckt das tote Kind der Schunammitin

8 Und eines Tages ging Elischa hinüber nach Schunem. Und dort war eine reiche Frau, und diese hielt ihn fest und nötigte ihn zu essen. Und sooft er vorbeikam, kehrte er dort ein, um zu essen.

9 Da sagte sie zu ihrem Mann: Sieh doch, ich habe erkannt, dass jener, der immer bei uns vorbeikommt, ein heiliger Gottesmann ist.

10 Lass uns ein kleines gemauertes Obergemach herrichten, dass wir ihm dort Bett, Tisch, Stuhl und einen Leuchter hineinstellen. Und wenn er zu uns kommt, kann er dort einkehren.

11 Und als er eines Tages dorthin kam, kehrte er in dem Obergemach ein und legte sich dort schlafen.

14 Da sagte er: Was könnte man denn für sie tun? Und Gechasi sagte: Sie hat keinen Sohn, und ihr Mann ist alt!

15 Da sagte er: Ruf sie! Und er rief sie, und sie trat in die Tür.

16 Da sprach er: Genau um diese Zeit in einem Jahr wirst du einen Sohn in den Armen halten.

Zürcher Bibel

 

 

 

aus dem Evangelium nach Matthäus                                                                                                                                            10,37–42

37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert.

38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und hinter mir hergeht, ist meiner nicht wert.

39 Wer sein Leben findet, wird es verlieren; wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden.

Vom Aufnehmen der Jünger

40 Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.

41 Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten empfangen, und wer einen Gerechten aufnimmt, weil er ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten empfangen.

42 Und wer einem dieser Geringen auch nur einen Becher frischen Wassers reicht, weil er ein Jünger ist – amen, ich sage euch: Er wird nicht um seinen Lohn kommen.

Zürcher Bibel

 

 

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SONNTAG, 28. JUNI

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Der Text der ersten Lesung erzählt von Elisha, dem Nachfolger des Propheten Elija. Elisha bedeutet: Gott hat geholfen, Gott hat gerettet.

 

Diese Deutung lässt mich durch die Texte des heutigen Sonntags gehen.

 

Die Frau aus Schunem, die Elisha in besonderer Weise begegnet – die ihre Ahnung ernst nimmt und sich von ihr führen und leiten lässt: »Ich weiß, dass dieser Mann ein heiliger, ein Gottesmann ist.« Dieses innere Wissen lässt sie handeln, lässt sie einen Ort errichten für diesen Gottesmann in ihrem Leben. Ihre Ahnung ist wahr. Elisha verheißt ihr einen Sohn, den sie in einem Jahr liebkosen wird.

 

Im Evangelium werden uns herausfordende Sätze zugemutet.

 

Wie gut erinnere ich mich an die Augenblicke, in denen ich meine Kinder, mein Enkelkind zum ersten Mal in den Armen gehalten habe. An die überwältigende, alles umfassende Liebe, die mich ergriffen und ausgefüllt hat. Und nun lese ich: »Wer diese MEHR liebt als mich, ist meiner nicht wert.«

 

Nach dem ersten Erschrecken über diese Worte eröffnen sich im Nachdenken und Erinnern neue Sichtweisen. Und es fallen mir Situationen mit Eltern und Kindern ein, wo diese überwältigende Liebe des Anfangs auf die Probe gestellt wurde, wo Pläne, Ziele und Vorstellungen nicht mehr im Einklang waren. Situationen, wo eine andere Liebe, die Liebe Gottes und zum Göttlichen Trost, Zuversicht und Orientierung geboten hat; wo Scheitern, Konflikte und Ängste in dieser anderen, unendlichen Liebe einen guten Ort gefunden haben. Und so ist es gut, das Lieben nicht nur auf einer Ebene zu halten – so ist es gut, über das hinaus zu lieben, was mir sichtbar und alltäglich ist.

 

Auch kennt jede und jeder die Erfahrung, dass das, was unser Leben lebenswert macht, immer wieder vergeht – Inneres und Äußeres, Ansichten, Pläne, Vorstellungen. Wer verlieren kann und die göttliche Liebe nicht verliert, wird das Leben immer wieder finden.

 

Und aus dieser Liebe heraus können auch die im Text folgenden Aufforderungen um Aufnahme und Gastfreundschaft erfüllt werden und uns bereichern. So kann die Nachfolge Jesu konkretisiert und in die heutige Zeit gebracht werden: »Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.« Mt 10,40

 

Ruth Sturm 

 

 

 

Georg Philipp Telemann - Fantasie Nr. 8

(falls zur Auswahl: Im Browser anhören, ansonsten einfach den weißen Pfeil anklicken)

Annemarie Podesser spielt auf einer Altblockflöte von Ernst Meier

aufgenommen bei einem Konzert im Museum für islamische Kunst in Athen 2015

 

 

 

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NOTIZEN

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Ausnahmezustand

 

Am vergangenen Sonntag ist nach langer, schwerer Krankheit im LKH Hohenems Frau Marianne Feistenauer, geb. Oberdorfer, gestorben. Sie ist am 19. März 1947 in Maria Lankowitz in der Steiermark geboren, hat 2008 hier in Fußach mit Linus Feistenauer geheiratet. Linus ist im Oktober letzten Jahres gestorben. Am Mittwoch um 10 Uhr halten wir den Bestattnisgottesdienst mit anschließender Urnenbeisetzung.

 

Am nächsten Sonntag feiern wir Gottesdienst um 8 und um 10 Uhr. Während der Woche wird täglich um 8 Uhr der Rosenkranz hier in der Kirche gebetet. Wer mitmachen mag, ist dazu herzlich eingeladen.

 

Wenn sich was ändert, und das kann ja sehr kurzfristig geschehen, werden wir es verlautbaren:

Im Gemeindeblatt, auf unserer Homepage, am Infostand im Haupteingang der Kirche.

o    Der Kirchenraum in seiner Stille bleibt als wertvoller Rückzugsraum geschmückt und offen. 

o    Die Ausstellung »mir wird so leicht« soll gerade in dieser Zeit heitere Hoffnung und Dankbarkeit in unseren Tag bringen.

 

Wir versuchen, uns allmählich in einen akzeptablen Rhythmus einzupendeln, der den Vorgaben möglichst entspricht und der doch nicht in ein unübersichtliches Regelwerk mündet. Den Impfstoff für Sars-CoV-2 gibt es noch nicht. Die Infektionsgefahr besteht weiterhin. Deswegen ist Abstand auch in den Gottesdiensten wichtig. Die Mund-Nasen-Schutz muss nicht mehr getragen werden.