11. Sonntag im Jahreskreis


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BIBELTEXTE

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aus dem Buch Exodus                                                                                                                                                                           19,2–6 

 

2 Und sie brachen auf von Refidim und kamen in die Wüste Sinai, und sie lagerten in der Wüste. Und dort lagerte Israel dem Berg gegenüber.

3 Mose aber stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berg her zu: So sollst du zum Haus Jakob sprechen und den Israeliten verkünden:

4 Ihr habt selbst gesehen, was ich Ägypten getan und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe.

Wenn ihr nun auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet von allen Völkern ihr mein Eigentum sein, denn mein ist die ganze Erde,

ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern sein und ein heiliges Volk. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.

Zürcher Bibel

 

 

 

aus dem Evangelium nach Matthäus                                                                                                                                                 9,35–10,8

 

Die große Ernte

35 Und Jesus zog umher in allen Städten und Dörfern, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium vom Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen.

36 Als er die vielen Menschen sah, taten sie ihm leid, denn sie waren erschöpft und schutzlos, wie Schafe, die keinen Hirten haben.

37 Da sagt er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, Arbeiter aber sind wenige.

38 Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.

 

Die Aussendung der Zwölf

10 1 Und er rief seine zwölf Jünger herbei und gab ihnen Vollmacht, unreine Geister auszutreiben und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen.

2 Dies sind die Namen der zwölf Apostel: zuerst Simon, der Petrus heisst, und Andreas, sein Bruder, und Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder,

3 Philippus und Bartolomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alfäus, und Thaddäus,

4 Simon Kananäus, und Judas Iskariot, der ihn dann auslieferte.

5 Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Nehmt nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine samaritanische Stadt.

6 Geht vielmehr zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel.

7 Geht und verkündigt: Nahe gekommen ist das Himmelreich.

8 Kranke macht gesund, Tote weckt auf, Aussätzige macht rein, Dämonen treibt aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst sollt ihr es geben.

Zürcher Bibel

 

 

 

BWV 156, Fagott

(falls zur Auswahl: Im Browser anhören, ansonsten einfach den weißen Pfeil anklicken)

Fagott: Katharina Felder

 

 

 

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SONNTAG, 14. JUNI

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Exodus    

Der erste Text aus dem Buch Exodus. Die evangelischen Kirchen nennen dieses Buch das 2. Buch Mose, weil die ersten fünf Bücher des Alten Testamentes traditionell Mose als Autor anführen.

 

Auf Adlersflügeln habe ich euch getragen und hierher gebracht. Ex 19,4

Aus dem Sklavenhaus geholt.

In den USA sind sie eben wieder einmal an der Aufarbeitung der Sklavenzeit, an den Ursprüngen des so wehen Rassismus, der das Land spaltet und zornig macht. Die Israeliten sind dem Sklavenhaus entronnen. In ihren innersten Ritualen erinnern sie daran. Dann lesen sie auch die Verheißung: Wenn ihr nun auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet von allen Völkern ihr mein Eigentum sein. Ex 19,5.

Das von Gott erwählte Volk.

 

Wer wollte nicht an unsere Ausstellung »mir wird so leicht« von Anna Rubin denken? Das Bild von den fliegenden Gebilden, die dem Schweren, dem Leid und dem Weh wieder die Leichtigkeit bringen.

Abstand halten und soziale Kontakte meiden: Das ist Vergangenheit.

 

Matthäus     

Im Matthäusevangelium werden die Namen der zwölf Apostel aufgezählt. Sie bekommen von Jesus Vollmacht, unreine Geister auszutreiben und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen‘ Mt 9,35.

Zugleich aber sollen sie nicht den Weg zu den Heiden gehen und auch keine samaritanische Stadt betreten.

Also Abstand halten, soziale Kontakte mit den Samaritanern meiden.

Wir kennen das ja aus den vergangenen Monaten und es wird uns wohl noch lange vertraut bleiben.

 

Nahe gekommen ist das Himmelreich. Mt 10,7

Das soll ihre Botschaft sein. Wir wissen: Nach Corona wird die Welt nicht mehr so sein wie davor. Wir werden uns fragen müssen: Was ist unsere Aufgabe, unsere Botschaft? Was sagen wir unseren Kindern, unseren älteren Menschen, den Arbeitenden und den Suchenden?

 

Die Ernte ist groß, Arbeiter aber sind wenige. Mt 9,37 

Wir werden wohl manche Strukturen verändern müssen, wir werden Altvertrautes abgeben und Neuem Platz machen müssen. Die hohe Achtsamkeit dem anderen gegenüber wird neue Priorität bekommen, am Arbeitsplatz, in der Politik, zuhause und in der Partnerschaft.

 

… denn sie waren erschöpft und schutzlos, wie Schafe, die keinen Hirten haben. Mt 9,36

Eine Gemeinschaft braucht solche, die hüten und bergen, Hirten und Hirtinnen. Wir werden um sie bitten. Ihnen werden wir die vielen Menschen anvertrauen.

Sepp Franz

 

 

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NOTIZEN

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Ausnahmezustand

 

An den verbleibenden Sonntagen im Juni beginnen wir wieder mit den gewohnten Gottesdienstzeiten: Um 8 Uhr und um 10 Uhr. Wenn sich was ändert, und das kann ja kurzfristig geschehen, werden wir es verlautbaren: Im Gemeindeblatt, auf unserer Homepage, am Infostand im Haupteingang der Kirche.

 

Wir versuchen, uns allmählich in einen akzeptablen Rhythmus einzupendeln, der den Vorgaben möglichst entspricht und der doch nicht in ein unübersichtliches Regelwerk mündet. Den Impfstoff für Sars-CoV-2 gibt es noch nicht. Die Infektionsgefahr besteht weiterhin. Deswegen ist Abstand auch in den Gottesdiensten wichtig.

 

Der Kirchenraum in seiner Stille bleibt als wertvoller Rückzugsraum geschmückt und offen.

 

Die Ausstellung »mir wird so leicht« soll gerade in dieser Zeit heitere Hoffnung und Dankbarkeit in unseren Tag bringen.